(openPR) Karlsruhe. Einmal in schwarzer Robe mit dickem, roten Gesetzbuch vor Richtern des Bundesgerichtshofs (BGH) treten: Auch für viele Anwälte ein Traum. Vier Jurastudenten und -studentinnen werden jedoch genau dies am 22. Juni tun. Katharina Knoche und Gesa Güttler aus Göttingen sowie Christoph Kling und Jonas Hofer aus Mannheim sind die Finalisten des deutschlandweiten Moot Courts der European Law Students’ Association (ELSA). In der letzten Runde des ELSA-Deutschland Moot Courts (EDMC) werden sie in den Sälen des BGH vor fünf Richtern des Gerichtshofs die Verhandlung in einem zivilrechtlichen Fall simulieren.
In den Wochen vor dem Finale am BGH setzen sich die vier angehenden Juristen nun schriftlich mit ihrem Fall auseinander: In dem streiten sich Stieftochter und leiblicher Sohn eines Bauunternehmers um 120.000 Euro aus dessen Erbe. Das Geld lagerte zwar auf einem geheimen Sparkonto, Vater und Sohn hatten jedoch eigentlich einen Erbvertrag geschlossen. Wie vor einem echten Prozess verfassen die Anwälte auf Zeit hierzu entweder eine Klageschrift oder eine Klageerwiderung. In der Verhandlung werden sie diese vor den Karlsruher Richtern erläutern und verteidigen. Gewinnen wird, wer nicht nur mit seinem Fachwissen überzeugt, sondern etwa auch rhetorisch glänzt und gute Teamarbeit leistet.
Die Simulation der Gerichtsverhandlung findet in diesem Jahr bereits zum achtzehnten Mal statt. „In der deutschen Juristenausbildung haben Studenten kaum die Möglichkeit, ihre fachlichen Kenntnisse in die Praxis umzusetzen“, kritisiert der Präsident von ELSA-Deutschland, Felix Grasser. In England und den USA hingegen sind die simulierten Verhandlungen häufig bereits fester Bestandteil des Studienplans. „Beim ELSA-Deutschland Moot Court haben angehende deutsche Juristen so die Chance, im internationalen Wettbewerb mitzuhalten und früh ihre Eignung für bestimme Berufsfelder zu testen“, sagt Grasser.







