openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Pauschalisierte Schadenersatzansprüche bei Datenschutzverletzungen?

14.05.201218:31 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Schadenersatz als Druck- und Sanktionsmittel? Millionenprozesse als Abschreckung für Datenschutzsünder? Die 83. Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder bringt ein spannendes Modell zur Verbesserung des Datenschutzes ein. Letzteres soll nun EU-Recht werden. ilex erklärt die Hintergründe.




1. Pauschalisierte Schadenersatzansprüche

Die EU-Kommissarin Viviane Reding stellte vor wenigen Tagen den deutschen Datenschutzbehörden ihren Entwurf für eine europäische Datenschutz-Grundverordnung vor.
Auch wenn die deutschen Behörden die Verordnung durchausbegrüßen, heißt es in einer Entschließung der 83. Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder am 21./22. März 2012 in Potsdam hierzu:

Über die bereits in dem Verordnungsentwurf vorgeschlagenen Modernisierungen hinaus hält die Konferenz weitere Schritte für erforderlich, die sie etwa in ihrem Eckpunktepapier für ein modernes Datenschutzrecht vom 18. März 2010 vorgeschlagen hat: [...]

• pauschalierte Schadensersatzansprüche bei Datenschutzverstößen,


2. Rückschlüsse für die künftige Aufsichtspraxis

Pauschalisierte Schadenersatzansprüche sind Zahlungsansprüche, bei denen Anspruchssteller die Höhe des Schadens, den er ausgeglichen haben will, nicht mehr beweisen muss. Ein Beispiel: Eine verantwortliche Stelle muss für jede Übermittlung eines unrichtigen Datums 1.000 € Schadenersatz zahlen. Will der Betroffene mehr als 1.000 € muss er dies allerdings wieder darlegen und beweisen.

Einerseits erleichtert ein solcher Vorgang die Anspruchsdurchsetzung, da gerade die sog. verarbeitungsbedingten Schäden schwer nachzuweisen sind. Andererseits kann hiermit eine atypische Sanktion geschaffen werden. Denn die Aufsichtsbehörden können unmögliche alle Verstöße verfolgen; der einzelne und singulär Betroffene aber schon.

Unternehmen sollten diesen Vorstoß durchaus ernst nehmen, denn eine Entlastung der Aufsichtsbehörden und ein Schadenersatzrecht mit Sanktionscharakter passen durchaus in die Zeit.

Doch Unternehmen können sich vorbereiten. Beispielsweise könnten sie – so sie nicht ohnehin schon hierzu verpflichtet sind – einen fachkundigen betrieblichen Datenschutzbeauftragten, ggf. freiwillig bestellen. Er kann Vorabkontrollen durchführen und das Unternehmen dabei unterstützen, dass es keine Verstöße gibt. Möglicherweise kann man sich auf diese Weise auch exkulpieren.


3. Fazit

Die Forderung nach pauschalisierten Schadenersatzansprüchen ist nicht völlig neu und hält sich dennoch. Hieran wird man nichts ändern können. Eine gute Vorbereitung kann aber helfen und Schäden vermeiden.

Dr. iur. Stephan Gärtner
Rechtsanwalt Compliance Manager

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 632594
 116

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Pauschalisierte Schadenersatzansprüche bei Datenschutzverletzungen?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von ilex Datenschutz GbR

Internationale Standards für das Cloud-Computing verabschieden. Die Berlin-Group hat entschieden …
Internationale Standards für das Cloud-Computing verabschieden. Die Berlin-Group hat entschieden …
Cloud-Computing ist in aller Munde; das Verständnis für die Technologie allerdings noch nicht in den Köpfen. Strenge Datenschutzbehörden, die in Alleingängen versuchen, die Cloud-Anbieter und deren Kunden “anzuleinen” scheitern, denn die Wolke macht vor den geographischen Grenzen der Gesetze nicht halt. Nun aber gibt es erstmals internationale Standards, die daher eine berechtigte Chance haben, den Cloud-Markt zu regulieren und den Verwendern (Unternehmen, Behörden usw.) aber auch eine Richtschnur für die Frage in die Hand geben, ob der Anbie…
privacy by design – by Telekom? Kalifornisches Unternehmen soll Smartphones sicherer machen
privacy by design – by Telekom? Kalifornisches Unternehmen soll Smartphones sicherer machen
Böse Zungen könnten meinen, dass die Deutsche Telekom nun den “Bock zum Gärtner” macht. Gerade erst hat die Kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala D. Harris die größten App-Verantwortlichen dazu bewegt, das heimliche Abgreifen von personenbezogenen Daten zu unterlassen, da beauftragt die Deutsche Telekom ein Unternehmen aus Kalifornien – Lookout – damit, ihre Smartphones sicherer zu machen. Doch ist dieses Urteil wirklich gerechtfertigt? Nein, denn der proaktive und auch werbewirksame Umgang mit dem Thema Datenschutzrecht ist exakt derjen…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: German Pellets: Schadenersatz bei Anleihen und GenussrechtenBild: German Pellets: Schadenersatz bei Anleihen und Genussrechten
German Pellets: Schadenersatz bei Anleihen und Genussrechten
German Pellets: Schadenersatzansprüche sowohl bei Anleihen als auch bei Genussrechten direkt gegen Peter Leibold München, Berlin 15. April 2016 – Seit der vorläufigen Insolvenz des deutschen Holzpellets-Herstellers German Pellets GmbH bangen die Anleger um ihr Geld. Die German Pellets Gruppe finanzierte sich zum Großteil aus Unternehmensanleihen der …
Commerzbank muss Auskunft über „Kick-backs“ geben
Commerzbank muss Auskunft über „Kick-backs“ geben
Aktuelles Urteil ist Grundlage für Schadenersatzansprüche aller Anleger des Medienfonds „Magical Productions – Rush-hour 2“ der Hannover Leasing ( Hamburg/Bremen, 30. Januar 2012) Eine aktuelle Entscheidung des Landgerichts (LG) Frankfurt/Main unter dem Aktenzeichen 1-10 O 197/11 dürfte erhebliche Auswirkungen haben für Investoren in den Medienfonds …
Bild: Studie zum Nutzen von Bilanzdaten bei BonitätsprüfungBild: Studie zum Nutzen von Bilanzdaten bei Bonitätsprüfung
Studie zum Nutzen von Bilanzdaten bei Bonitätsprüfung
… ist. Während in Hochbau und KfZ-Handel 22,2% bzw. 20,4% der Unternehmen ein negatives Eigenkapital aufweisen, sind es in der Metallerzeugnis-Branche nur 14,8%. Eine pauschalisierte Betrachtung der Eigenkapitalquote über alle Branchen und Größenklassen hinweg ist dementsprechend problematisch. Der Analyst sollte also bei der Bewertung von Bilanzen auf …
ISOC.DE spricht sich gegen die GEZ-Gebühr für internetfähige Geräte aus
ISOC.DE spricht sich gegen die GEZ-Gebühr für internetfähige Geräte aus
… pauschal mit Rundfunkgebühren zu belegen, wird von ISOC.DE abgelehnt. Daran ändert auch der heutige Kompromissvorschlag von ARD und ZDF nichts. Auch reduzierte und pauschalisierte Gebühren sind ein Einstieg in eine Internet-Zwangsabgabe. Das Internet ist ein Medium, das kommerziellen und privaten Nutzern eine direkte Kommunikation erlaubt und durch Zugangsgebühren …
IVG Euroselect 14 The Gherkin Fonds: befürchteter Totalschaden eingetreten
IVG Euroselect 14 The Gherkin Fonds: befürchteter Totalschaden eingetreten
… wirtschaftlichen Totalverlust. Schadenersatz wegen fehlerhafter Beratung als einziger Ausweg Anleger, die die sich abzeichnenden Verluste nicht hinnehmen wollen, haben gute Chancen, Schadenersatzansprüche durchzusetzen. Verschiedene Gerichte haben Anlegern bereits Schadenersatz wegen Falschberatung im Zusammenhang mit dem IVG Euroselect 14 zugesprochen. Nach …
Bild: Kostenfreies Praxis-Seminar Datenschutz, 26. April 2022 ONLINEBild: Kostenfreies Praxis-Seminar Datenschutz, 26. April 2022 ONLINE
Kostenfreies Praxis-Seminar Datenschutz, 26. April 2022 ONLINE
… den Aufsichtsbehörden zugestandene Zeit, um alle notwendigen DSGVO-Anforderungen in Organisation, Systemen und Anwendungen umzusetzen, ist vorbei. Vermehrt werden schwere Datenschutzverletzungen von den Aufsichtsbehörden festgestellt und bemängelt. Die Folgen sind – teilweise nicht unbeträchtliche – Bußgelder. Insbesondere die Datenschutzbeauftragten …
IT-Firmen können Haftungsrisiken absichern
IT-Firmen können Haftungsrisiken absichern
… ein Datenverlust beim Kunden verursacht wurde. Er muss nicht nur für die Wiederherstellung der Daten geradestehen, sondern sieht sich eventuell auch noch Schadenersatzansprüchen aufgrund von Produktionsausfällen ausgesetzt. Da verwundert es nicht, dass sich die Schadenssummen in solchen Fällen nicht selten auf mehrere hunderttausend Euro belaufen. Die …
Bild: Datenschutz Trends in UnternehmenBild: Datenschutz Trends in Unternehmen
Datenschutz Trends in Unternehmen
… Unternehmen sollten auch die Datenspeicherung in der Cloud überwachen und sicherstellen, dass sie den geltenden Datenschutzrichtlinien entspricht. Herausforderung 1: Datenschutzverletzungen und Cyberangriffe Datenschutzverletzungen und Cyberangriffe sind nach wie vor eine der größten Herausforderungen im Bereich Datenschutz. Hacker entwickeln ständig …
Bild: DSGVO: Aufsichtsbehörden werden immer aktiverBild: DSGVO: Aufsichtsbehörden werden immer aktiver
DSGVO: Aufsichtsbehörden werden immer aktiver
… eingebunden? 6. Gibt es ein Konzept im Unternehmen, wer bezogen auf den Datenschutz für was zuständig ist (z.B. Schulung der Mitarbeiter, Meldung von Datenschutzverletzungen,...)? 7. Ist ein vollständiges Verarbeitungsverzeichnis vorhanden? 8. Gibt es bei Ihnen Verarbeitungen, die Sie auf die Rechtsgrundlage „Interessenabwägung“ nach Art. 6 Abs. 1 f …
Bild: Apotheken im Bundesgebiet erhalten Abmahnungen - Reagieren Sie richtigBild: Apotheken im Bundesgebiet erhalten Abmahnungen - Reagieren Sie richtig
Apotheken im Bundesgebiet erhalten Abmahnungen - Reagieren Sie richtig
… GRUR 2001, 260, 261 – Vielfachabmahner; Köhler, in: Hefermehl/Köhler/Bornkamm, § 8 UWG, Rn. 4.12). Dies scheint vorliegend bereits deshalb wahrscheinlich, weil hier pauschalisierte Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden, die ihrerseits weder dem Grunde, noch der Höhe nach nachvollziehbar sind. Welcher Schaden sollte Herrn Wagner auch aus einem …
Sie lesen gerade: Pauschalisierte Schadenersatzansprüche bei Datenschutzverletzungen?