(openPR) Nach Schätzung des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung müssen bis 2014 rund 110.000 Familienbetriebe in Deutschland ihre Nachfolge regeln. Prominente Beispiele zeigen jedoch, dass viele dieser Unternehmensübergaben konfliktbehaftet verlaufen oder sogar scheitern – mit zum Teil verheerenden Konsequenzen für die Existenz der betroffenen Unternehmen. Laut Regina Höck, geschäftsführende Gesellschafterin des Hamburger Beratungsunternehmens Regina Höck & Partner, liegt die Ursache dabei in 80 Prozent der Fälle im Faktor Mensch. So werde vor der Übergabeentscheidung meist versäumt, auch die menschliche Passung der Beteiligten zu prüfen.
Höck stellt daher die Persönlichkeit von Inhaber und Nachfolger in den Mittelpunkt ihrer Beratung – ein in Deutschland bislang einzigartiges Angebot, dessen Strategie die 49-jährige Betriebswirtin folgendermaßen beschreibt: „Wir arbeiten zunächst die starken Leistungsantriebe des Einzelnen heraus.“ Für den einen ist das zum Beispiel der Wille, Einfluss zu nehmen, für den anderen eine starke Wettbewerbsorientierung oder das Bedürfnis nach Status und Anerkennung. Die Leistungsantriebe sind jedoch nicht nur Motor für Erfolg, sondern bestimmen auch die persönliche Sicht auf die Dinge und die Einschätzung anderer Personen.
Was im Laufe eines Unternehmerlebens ein Garant für Erfolg war, kann dann im Moment der Übergabe an die nächste Generation plötzlich zum Nachteil werden, zum Beispiel wenn es darum geht, Einfluss aufzugeben und „loszulassen“. Zugleich sollte bei der Auswahl des Nachfolgers eine zu frühe Festlegung auf einen „Kronprinzen“ oder eine „Kronprinzessin“ vermieden werden zugunsten einer Analyse der benötigten Führungseigenschaften im Vorfeld. Dies eröffnet die Chance, die nachrückende Führungsriege möglichst breit aufzustellen – von der fachlichen wie der persönlichen Eignung her.
„Für eine gelungene Übergabe ist es zudem entscheidend, die unterschiedlichen Persönlichkeiten von Inhaber und Nachfolger zu berücksichtigen und Konflikte zu antizipieren“, erläutert Höck. Andernfalls würden die Emotionen früher oder später zum Pulverfass. Sind diese Fallstricke hingegen bekannt, gelingt die offene und respektvolle Auseinandersetzung leichter und Vertrauen kann wachsen. Idealerweise setzt die persönlichkeitsorientierte Begleitung vor der oder parallel zur Regelung der rechtlichen, steuerlichen und finanziellen Aspekte der Übergabe ein. Von den Familienunternehmen wie der klassischen Beraterzunft erfordert dies ein Umdenken, das jedoch durch nachhaltige Nachfolgelösungen honoriert wird.
Praxisbeispiele zum Thema finden Sie auf der Internetpräsenz www.hoeck.de
Lektüre:
Regina Höck: „Generationenwechsel: Motivorientierte Begleitung von Unternehmensübergaben im Mittelstand“ in: Markus Brand / Frauke Ion (Hrsg.): Die 16 Lebensmotive in der Praxis –Training, Coaching und Beratung nach Steven Reiss.“ Offenbach: Gabal Verlag 2011, S. 329-351



















