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Kodexakzeptanz 2012: Analyse der Entsprechenserklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex

(openPR) Die neueste Studie des Center for Corporate Governance (CCG) der Handelshochschule Leipzig (HHL) untersucht das Compliance-Verhalten deutscher Aktiengesellschaften in Bezug auf den Deutschen Corporate Governance Kodex.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) enthält Empfehlungen und Anregungen für eine angemessene und gute Unternehmensführung (Governance) deutscher Aktiengesellschaften. Die Unternehmen sind nicht verpflichtet, dem Kodex zu folgen, müssen aber jährlich in einer so genannten Entsprechenserklärung darlegen, inwieweit sie den Empfehlungen folgen oder abweichen. Die erste Version des Kodex wurde 2002 vorgestellt. Zehn Jahre später analysiert und bewertet die vorliegende Studie systematisch und umfassend die Akzeptanz des Kodex und das Compliance-Verhalten der größten deutschen börsennotierten Gesellschaften.



Im Rahmen der Studie wurden die bis März 2012 veröffentlichten Entsprechenserklärungen der Gesellschaften detailliert analysiert und inhaltlich ausgewertet. Zunächst untersuchte die Studie das grundsätzliche Niveau der Kodexakzeptanz, um dann, tiefer gehend, das Entsprechensverhalten der Gesellschaften auf Kapitel-, Ziffer- bis hin zur Satzebene zu analysieren. Erstmals wurden auch vier Governance-Indizes konstruiert, um die vier Kernbereiche guter Governance, nämlich Transparenz, Kontrolle/Überwachung, Anreizsysteme und Vielfalt, umfassend untersuchen zu können. Zusätzlich analysiert wurde der Zusammenhang zwischen Complianceverhalten und Unternehmensgröße bzw. Eigentümerstruktur sowie die im Rahmen der Entsprechenserklärungen gegebenen wörtlichen Erläuterungen. Die wesentlichen Resultate lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1.) Grundsätzlich akzeptieren die Unternehmen weite Teile des Kodex, was sich in einem hohen Niveau der Entsprechensquoten niederschlägt. Nur eine Minderheit der untersuchten Unternehmen lehnt mehr als 10 Prozent der Kodexempfehlungen ab.

2.) Abweichungen zeigen sich vor allen in Kapitel 4 ("Vorstand") und in Kapitel 5 ("Aufsichtsrat"). Die Studie identifizierte so genannte "kritische Ziffern", also Empfehlungen, denen besonders häufig nicht entsprochen wird:
- der Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung,
- der Haftung von Vorstand und Aufsichtsrat, Stichwort Selbstbehalt,
- der individualisierten Offenlegung der Vergütung,
- der erfolgsabhängigen Aufsichtsratsvergütung, sowie
- Fragen zur Vielfalt im Aufsichtsrat.

3.) Gesellschaften in Streubesitz weisen höhere Entsprechensgrade auf - ein aus ökonomischer Sicht wünschenswerter "Substitutionseffekt" zwischen DCGK und externer Governance-Struktur der Unternehmen.

4.) Der "Transparenz"-Index erreicht für beinahe alle DAX-Gesellschaften sehr hohe Standards, im MDAX hingegen entscheidet sich rund ein Viertel der Gesellschaften, hier substantielle Teile des Kodex abzulehnen. Ähnliches ist für die Themenfelder "Überwachung und Kontrolle" sowie "Anreizsysteme" festzuhalten. Die höchste Heterogenität zeigt der "Diversity"-Index, welcher die Vielfalt in den Unternehmensorganen abbildet: Während die Gesellschaften im Durchschnitt 89,3 Prozent der Indexbestandteile akzeptieren, finden sich auch Indexwerte unterhalb von 70 Prozent bis hin zu mehrmaligen Minimalwerten von nur 33 Prozent.

5.) Im Ausblick geben die Gesellschaften für 18 Prozent aller Abweichungen an, zukünftig die entsprechenden Ziffern ganz oder zumindest teilweise zu erfüllen.

Die im Rahmen der Studie untersuchten Unternehmen repräsentieren etwa 90 Prozent der Marktkapitalisierung des Prime und General Standard der Deutschen Börse, sodass die Untersuchung einen umfassenden und gleichzeitig individuell-differenzierten Blick auf die Akzeptanz des Deutschen Corporate Governance Kodex in den größten deutschen Aktiengesellschaften liefert.

Die Studie "Kodexakzeptanz 2012: Analyse der Entsprechenserklärungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex" ist unter www.hhl.de/ccg einsehbar. Herausgeber der Studie sind Univ.-Prof. Dr. Marc Steffen Rapp und Univ.-Prof. Dr. Michael Wolff.

Kontakt , auch für weitere Informationen über die Studie:

Handelshochschule Leipzig (HHL)
Center for Corporate Governance (CCG)
www.hhl.de/ccg
E-Mail: E-Mail
Tel.: +49 341 9851-875

Über das Center for Corporate Governance (CCG)

Das Center for Corporate Governance (CCG) an der Handelshochschule Leipzig wurde im April 2010 gegründet. Die Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem folgende Themenbereiche: Corporate Governance und Unternehmens-performance, Diversity, Corporate Governance in Schwellenländern sowie Governance Ratings. Es wird geleitet von einem akademischen Direktorium, bestehend aus Univ.-Prof. Dr. Marc Steffen Rapp (Philipps-Universität Marburg ), Christian Strenger (Mitglied von Aufsichtsräten und der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex) und Univ.-Prof. Dr. Michael Wolff (Universität Mainz). Ein Beiratsgremium steht dem akademischen Direktorium beratend zur Seite. Das CCG kooperiert unter anderem mit dem Millstein Center for Corporate Governance and Performance an der Yale School of Management und dem Center for Corporate Governance der Copenhagen Business School. Wesentliche Sponsoren des CCG sind: DWS Investments, Bertelsmann Business Consulting und KPMG. www.hhl.de/ccg

Über die Handelshochschule Leipzig

Die Handelshochschule Leipzig (HHL) ist Deutschlands traditionsreichste betriebswirtschaftliche Hochschule und zählt heute zu den führenden Business Schools. Innerhalb der Ausbildung von leistungsfähigen und verantwortungsbewussten Führungspersönlichkeiten spielt neben der Internationalität die Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis eine herausragende Rolle. www.hhl.de

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