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Anforderungen an Aufsichtsräte enorm gestiegen

(openPR) Analyse der Hay Group: Vergleich hypothetischer Tagessätze zeigt Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung auf ähnlichem Niveau

Frankfurt, 14. Juli 2015 – Der Alltag eines Aufsichtsrates ist komplex und mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden – dem zollen die Änderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex Rechnung. Auf den ersten Blick jedoch scheint die Vergütung der Unternehmenskontrolleure nicht zu den gestiegenen Anforderungen zu passen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung Hay Group. Betrachtet man die Vergütung von Vorständen und Aufsichtsräten aber auf Tagessatzbasis, ergibt sich ein relativ ausgeglichenes Bild.



Die Rolle und die Arbeit eines Aufsichtsrates unterliegen starken Veränderungen. In deutschen Unternehmen finden pro Jahr ca. sechs Aufsichtsratssitzungen statt. Ein Großteil der Sitzungen dauert drei bis vier Stunden. Die Mitglieder des Aufsichtsrats wenden dafür 16 bis 20 Arbeitstage auf – exklusive ihrer Arbeitsstunden in den Ausschüssen.

Zum stetig steigenden anspruchsvollen Anforderungsprofil tragen neben hohen Haftungsrisiken sowie internationalisierten und dynamischen Märkten vor allem strenge regulatorische Vorgaben bei. Dabei spielt Corporate Governance eine immer größere Rolle. Besonders das Anforderungsprofil und der Zeitaufwand für die Aufsichtsratstätigkeit sind hier im Fokus. Die Änderungen am Deutschen Corporate Governance Kodex zollen dieser Entwicklung nun Rechnung: Kandidaten für den Aufsichtsrat sollen künftig vor der Wahl erfahren, welcher Zeitaufwand für die qualifizierte Wahrnehmung ihres Mandats erwartet wird.

„Nach unserer Einschätzung wird die Digitalisierung das Anforderungsprofil noch anspruchsvoller machen. Aufsichtsräte mit digitaler Kompetenz haben die Möglichkeit, digitale Geschäftsmodelle zu verstehen und mitzugestalten und komplexer werdende Arbeitsprozesse zu vereinfachen. Es wäre deshalb sinnvoll, die digitale Kompetenz von Aufsichtsräten weiter auszubauen”, sagt William Eggers, Mitglied der Geschäftsleitung der Hay Group GmbH.

Vergütung von Vorständen und Aufsichtsräten im Vergleich

Auf den ersten Blick scheint die Vergütung mit den gestiegenen Anforderungen nicht Schritt zu halten – zumindest im Vergleich mit den Unternehmensvorständen. Dies ergab eine Analyse der Vergütung von Vorständen und Aufsichtsräten in den DAX-30-Unternehmen für das Jahr 2014. Während ein Vorstandsvorsitzender im Median 4.540.025 Euro verdiente, kam ein Aufsichtsratsvorsitzender lediglich auf 308.350 Euro. Auch bei den ordentlichen Mitgliedern beider Gremien zeigen sich große Unterschiede. So erhielt ein Vertreter des Aufsichtsrates im Median nur rund fünf Prozent des Gehalts eines Vorstands (124.000 Euro im Vergleich zu 2.393.827 Euro).

Betrachtet man die Vergütung jedoch auf Tagessatzbasis, ergibt sich ein relativ ausgeglichenes Bild. Ein Vorstandsvorsitzender erhielt 2014 einen hypothetischen Tagessatz von 19.825 Euro, der Vorsitzende eines DAX-30-Aufsichtsrates kam auf 17.131 Euro. Bei den ordentlichen Mitgliedern zeigt sich ein Unterschied von ca. einem Drittel (Vorstand: 10.453 Euro; Aufsichtsrat: 6.889 Euro).

Rund die Hälfte der Vorstände mit Aufsichtsratsmandat

Knapp 47 Prozent aller Vorstandsmitglieder von DAX-30-Unternehmen haben mindestens ein Aufsichtsratsmandat. Ein Drittel aller Vorstandsvorsitzenden (36 Prozent) sitzt sogar in zwei oder drei Aufsichtsräten. Der Großteil der ordentlichen Vorstände von DAX-30-Unternehmen (65 Prozent) verfügt hingegen über kein Aufsichtsratsmandat. Lediglich ein Fünftel der Top-Manager sitzt in einem Kontrollgremium eines Unternehmens, 15 Prozent in zwei oder mehr Aufsichtsräten.

„Vorstände, die in Aufsichtsräten vertreten sind, können hypothetisch gesehen weniger Zeit für ihre Vorstandstätigkeit aufwenden als ihre Kollegen ohne Aufsichtsratsmandate“, gibt William Eggers zu bedenken: „Hier ist zu klären, wie viel Zeit für die Ausübung eines Vorstandsmandats überhaupt benötigt wird und inwieweit Zielkonflikte in Bezug auf die Angemessenheit der Vorstandsvergütung entstehen.“


Über die Analyse
Die Analyse basiert auf einer Auswertung der Geschäftsberichte 2014 der DAX 30 und MDAX Unternehmen.

Weitere Informationen zum Thema Executive Reward finden Sie unter http://www.haygroup.com/de/services/index.aspx?id=20750

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