(openPR) Talent wird überschätzt, meint der Bestseller-Autor Geoff Colvin. Unternehmen investieren trotzdem viel Geld, um es zu finden und zu entwickeln. Doch eine Potenzialanalyse mit anschließenden Trainings und Coachings reicht nicht wie Jean Martin und Conrad Schmidt betonen. In Ihrer Studie weisen die Unternehmensberater auf 6 Fehler im klassischen Talent-Management hin. State of the art Potenzialentwicklung müsste demnach so aussehen:
1. Fördern der Motivation der Besten. Entgegen dem Mythos Mythos Motivation kann man Motivation sehr wohl fördern. Anders als vermutet sind Talente keineswegs immer Selbststarter. Auch sie brauchen Lob, ein angenehmes Arbeitsklima und unmittelbares Feedback, um nur 3 der möglichen Motivationshebel zu nennen.
2. Schrittweise Erhöhung der Anforderungen. Wenn jemand heute eine Top-Leistung zeigt, bedeutet das nicht automatisch, dass er/sie auch in Zukunft triumphiert. Kontinuierliche Entwicklung funktioniert nur parallel zu regelmäßiger Kontrolle.
3. Personalentwicklung und Talent-Management gehört in die Hände eines Spezialisten. Es ist erforderlich eine Position im Unternehmen zu schaffen, die sich nur um die High-Potentials kümmert. Sie benötigt Gestaltungsspielraum und Einfluss. Die direkten Vorgesetzten von Talenten lassen sie eigennützig stagnieren. Wer verschenkt schon gern sein bestes Pferd im Stall?
4. Perlen vor die Säue! Etwas weniger überspitzt formuliert: Ein High-Potential muss sich in der Realität, auch im Kampf Ellenbogen an Ellenbogen beweisen, nicht nur im AC-Reservat. Also raus aus der Kabine und aufs Spielfeld mit den Jungs und Mädels.
5. Selbst High-Potentials machen die meiste Arbeit nicht nur zum Spaß oder für das Team. Ein Bekenntnis zum Elitegedanken hilft und ist besser als die scheinbar heile egalitäre Welt vorzugaukeln. Fairness muss sein, doch die Spitzenleister wollen und brauchen auch eine spezielle Anerkennung. Keine Sorge: Wenn sie wirklich Spitzenleister sind, wird das Team das auch akzeptieren.
6. Aufklärung in Sachen Unternehmensstrategie! Die Besten wollen wissen, wohin die Reise geht. Das bindet sie ans Unternehmen und inspiriert wechselseitig.
Wenn Sie diese Ratschläge beherzigt, hat man bald mehr als 6 Richtige im Unternehmen. Die passenden Zusatzzahlen liest man im Jahresbericht als Return of Investment.
Vielleicht noch eine Warnung zum Schluss. Es geht nicht ohne Investition und… nicht immer verlaufen Entwicklungen linear.
Strukturiertes Talent-Management ist eine wunderbare Sache und für das Überleben eines Unternehmens unverzichtbar. Es basiert auf fundierten Analysen, gezielten Interventionen und regelmäßiger Kontrolle. Tatsächlich wird man aber auch immer wieder feststellen, dass Entwicklungen unerwarteter Weise still stehen, während andere einen plötzlichen Sprung machen. Die Ursachen dafür lassen sich oft nicht identifizieren, da Menschen zahlreichen internen und externen Einflüssen unterliegen und die Rahmenbedingungen für Erfolg sich dramatisch ändern können. Darin liegt aber auch eine Chance.
Ein ganz besonderes Talent einer Organisation ist seine Vielfalt. Diese gilt es, zu bewahren. Diversity Management ist damit sozusagen Talent-Management auf der Meta-Ebene. Die wahre Kunst der Potenzialanalyse und Entwicklung besteht also darin, die aktuellen Leistungsträger zukunftsorientiert zu fördern und gleichzeitig eine Kultur zu pflegen, in der auch Minderleister und Mitläufer (zumindest zeitweise) Nischen finden. Wer weiß - vielleicht wachsen ihnen eines Tages doch noch Flügel. Das Motto lautet also: Talentmanagement UND Nestwärme – Mensch bleiben und sich immer wieder überraschen lassen.
Talent wird vielleicht überschätzt, aber es ist – an sich – etwas Wunderbares! Frohe Ostern!
Erste Schritte für ein professionelles und menschliches Talent-Management in Form von Potenzialanalysen, Trainings und Coachings finden Sie bei den Spezialisten von personalentwicklung3000.












