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Überraschender Tod von Chadrel Rinpoche, dem Leiter der Suchkommission nach dem Panchen Lama

28.11.201114:58 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Überraschender Tod von Chadrel Rinpoche, dem Leiter der Suchkommission nach dem Panchen Lama
Chadrel Rinpoche
Chadrel Rinpoche

(openPR) Chadrel Jampa Trinley Rinpoche, der Vorsitzende der Suchkommission nach dem 11. Panchen Lama, von dem man seit dem Ende seiner sechsjährigen Haft im Jahr 2002 nichts mehr gehört hatte, starb einem Bericht aus Tibet zufolge im Alter von 72 Jahren.



Chadrel Rinpoche war von Peking zum Leiter der Suchkommission, die den 11. Panchen Lama identifizieren sollte, ernannt worden. Trotzdem wurde er am 17. Juli 1995 festgenommen, nachdem die Behörden herausgefunden hatten, daß er das Ergebnis seiner Nachforschungen dem Dalai Lama übermittelt und um dessen Rat ersucht hatte, und er den Plan der Chinesen, die von ihnen ausgesuchte Wiedergeburt zu akzeptieren, ablehnte.

Am 21. April 1997 verurteilte das Mittlere Volksgericht der Präfektur Shigatse Chadrel Rinpoche zu sechs Jahren Gefängnis und drei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Die Anklage lautete auf „Konspiration mit separatistischen Kräften im Ausland“ bei der Suche nach der Wiedergeburt des Panchen Lama und auf „Weitergabe von Staatsgeheimnissen“.

Chadrel Rinpoche war von 1995-2002 im Gefängnis Chuandong in der Provinz Sichuan inhaftiert gewesen. Dort trat er in den Hungerstreik, um gegen das ungerechte Urteil der chinesischen Regierung zu protestieren.

Diese handelte ihren eigenen Gesetzen zuwider, als sie Chadrel Rinpoche sogar nach Ableistung der Gefängnisstrafe an einem geheimen Ort gefangen hielt, ohne daß er sich irgend etwas zuschulden hätte kommen lassen. Seit dem Ende der Haftstrafe 2001/2002 blieb er verschollen.

Die Nachricht über Chadrel Rinpoches Tod – er ist offenbar vergiftet worden – war einer Tonbandaufnahme seines engen Mitarbeiters zu entnehmen, der zugleich ein höheres Amt in der Bhoejong Nangten Thuntsok (Tibetische Buddhistische Gesellschaft) bekleidet. Dadurch werden auch die Annahmen bestätigt, weshalb sein Aufenthaltsort während nahezu 10 Jahren unbekannt blieb.

Chadrel Rinpoche, der 1940 im Kreis Namling in der Präfektur Shigatse geboren wurde, war zeitweise auch als Direktor des Demokratischen Verwaltungsrates des Klosters Tashi Lhunpo tätig, des traditionellen Sitzes der Panchen Lamas.

Ein weiterer Mitarbeiter der Suchkommission, Jampa Chungla, der zusammen mit Chadrel Rinpoche festgenommen worden war, verstarb im November 2010. Er war 1989 zum Generalsekretär der Kommission, der Chadrel Rinpoche vorstand, ernannt worden. Ab 1990 stand er Chadrel Rinpoche bei dem Suchprozeß unermüdlich zu Seite.

1996 klagte ein chinesisches Gericht in Shigatse Jampa Chungla wegen der Weitergabe von Staatsgeheimnissen an und verurteilte ihn zu fünf Jahren Gefängnis und dem Entzug der politischen Rechte. Nach Verbüßung seiner Haftstrafe wurde Jampa Chungla unter verschärften Sicherheitsbedingungen in einer Militärbasis in Lhasa festgehalten.

Am 13. November 2010 erlag Jampa Chungla einer schweren Krankheit, nachdem ihm während seiner langen Gefängnis- und Hausarrestjahre wiederholt die medizinische Hilfe versagt worden war (1).

Gedhun Choekyi Nyima, der damals 6jährige, von Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama zum 11. Panchen Lama erkorene Knabe, verschwand am 17. Mai 1995. Zwei Monate später wurde Chadrel Rinpoche festgenommen. Die chinesische Regierung räumte später ein, daß sie den Knaben und seine Familie in „Schutzhaft“ halte.

Trotz wiederholter Anfragen an die chinesische Regierung, um Zugang zu dem Knaben zu erhalten, wurde keinem internationalen Gremium und keiner Menschenrechtsorganisation je die Erlaubnis erteilt, mit dem jungen Panchen Lama und seiner Familie in Kontakt zu treten. Bis zum heutigen Tag ist über ihr Ergehen und ihren Verbleib überhaupt nichts bekannt.

(1) 20. November 2010, „Jampa Chungla, der Sekretär der Suchkommission nach dem 11. Panchen Lama, ist verstorben“, http://www.igfm-muenchen.de/tibet/TCHRD/2010/JampaChung_20.11.html

Quelle: Department of Information and International Relations, www.tibet.net

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