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Broilermast und Antibiotika

14.11.201113:05 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Hähnchenmast

Bis zu acht verschiedene Antibiotika hat man im Futter für die Broilermast gefunden. Dies ergab eine Studie des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

Generell muss zur Verabreichung von Antibiotika oder anderer Arzneien eine Indikation bestehen, der eine tierärztliche Behandlungs-Anordnung zugrunde liegt.


Als Nebeneffekt weisen spezielle Antibiotika eine positive Wirkung auf das Wachstum der Tiere auf. Bei einer Mastdauer von ca. 35 Tagen ist dies dem Betriebsleiter natürlich nicht unangenehm, denn jeder zusätzliche Masttag kostet Geld.

Länger würden die Hähnchen, die speziell für die Mast gezüchtet werden, sowieso kaum leben, denn sie sind mit überdimensionierten Schenkeln total überzüchtet und können später kaum noch laufen. So makaber es klingt, man könnte behaupten, es sei ein Gnadenakt, die Broiler zu töten, um ihnen größere Qual zu ersparen.
Da diese Extremzüchtungen in der Intensivmast auch extrem anfällig sind, lässt es sich kaum ohne Antibiotika auskommen. Gerade in der Endmast sind die Tiere sehr gefährdet, weil hier das Herz-Kreislauf-System durch das schnelle Wachstum stark belastet ist und die Tiere somit für Infektionen anfälliger sind. Noch gefährdeter sind Puten.

Die Frage ist aber warum so verfahren wird und ob es sich hierbei nur um das Profitdenken der Broiler-Mäster handelt?

Nein!
Denn Hähnchenfleisch muss billig sein, sehr billig. Die Masse der Verbraucher greift eben nach Billigprodukten. Auch muss man mit den noch billigeren Waren aus dem Ausland konkurrieren, was aufgrund unserer immensen bürokratischen Auflagen und der steigenden Produktionskosten kaum möglich ist. In einigen anderen Ländern wird das alles sehr lax gehandhabt. Somit können diese mit weit geringeren Kosten arbeiten.

Anstatt vernünftige Kontrollsysteme einzuführen, die es dem Landwirt ermöglichen, sich sinnvoller um seine Tiere zu kümmern, beschäftigt man ihn zusätzlich mit zeitaufwendigen Dokumentationen und drangsaliert ihn, wie viele andere Berufssparten auch, mit deutscher Übergründlichkeit, mit einer Überbürokratisierung. Teils unsinnige Doppelt- und Dreifachkontrollen verteuern das Produkt, schaffen aber eine gesicherte Arbeitslage für die Kontrolleure. Dort wo ein Kontrolleur ausreichen würde, sind nicht selten drei am prüfen, wenn auch von verschiedenen Organisationen und Ämtern. Meist weiß der eine nicht, was der andere tut und jede Kontrollschiene verlangt obendrein ihre eigenen zusätzlichen bürokratischen Extras.
Wer hier noch mehr Kontrollen verlangt, wird eine Verschärfung der Situation provozieren.
Wir sind schon das Kontrollland Nr. 1 in der Welt, geschlagen mit Kontrollsystemen, die nur auf dem Papier funktionieren. Was man dann vorrangig bestraft, sind fehlerhafte Aufzeichnungen, auch wenn keinerlei Gefährdung für den Verbraucher vorliegt. Dem „Bürokraten“ scheint also oft mehr an der Bürokratie an sich zu liegen, als am eigentlichen Verbraucherschutz.

Gefragt sind zukunftsweisende sowie gangbare Überwachungssysteme, die treffsicher, kostengünstig aber nicht arbeitsintensiv sind.
Die ganzen schriftlichen Aufzeichnungen, einschließlich der Vielfachkontrollen kann man sich sparen, wenn man gezielt mehr Stichproben von Tierfutter, Schlachtfleisch und später in der Ladentheke durchführen und bei negativem Ergebnis dies mit höheren Strafen ahnden würde. Die Lebensmittelskandale der letzten Jahre sind fast ausschließlich auf dieses Manko zurückzuführen.
Das Schlachtfleisch ist das Endprodukt und nur dies kann bei Produktionsfehlern Mängel aufweisen, wobei Geschmack oder Qualität des Fleisches durch nicht korrekte oder lückenhafte Aufzeichnungen keinen Schaden nehmen.

Die Frage, die sich stellt, ist also: Wurde das Hähnchenfleisch auf Antibiotika- Rückstände untersucht oder nicht? Wenn ja, wurden Rückstände gefunden?

Kein Landwirt, der damit rechnen muss, dass bei Verstößen gegen das Futter- und Arzneimittelgesetz seine Ware kostenpflichtig entsorgt werden muss und er obendrein mit hohen Strafen zu rechnen hat, wird dieses Risiko ernsthaft auf sich nehmen. Nur wer mit laschen Kontrollen von Schlachtkörper und Endprodukt zu rechnen hat, mag vielleicht dieses Wagnis eingehen.

In anderen Lebensmittelbereichen geht das doch auch, die Ware wird Rückstands- und Qualitätskontrollen unterworfen bevor sie in den Handel kommt.
In der Schweiz kontrollieren die Futtermittelfirmen generell die Grundsubstanzen bevor sie zu Tierfutter verarbeitet werden und nicht nur stichprobenartig. Warum nicht auch bei uns?

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