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Hunderte Tibeter in Serthar in Kham (Osttibet) fordern Freiheit

10.10.2011 • 08:36 Uhr • Politik, Recht & Gesellschaft
Das an einem öffentliche Gebäude aufgehängte Dalai Lama Portrait
Das an einem öffentliche Gebäude aufgehängte Dalai Lama Portrait

(openPR) Am Samstag, dem 1. Oktober, dem chinesischen Nationalfeiertag und Gründungstag der VR China, kam es zu einer friedlichen Protestaktion im Bezirk Serthar, TAP Kardze, Provinz Sichuan. Tibeter, die Menschenrechte und Freiheit von der chinesischen Besatzungsmacht forderten, kletterten in der Bezirkshauptstadt auf ein vierstöckiges öffentliches Gebäude und brachten dort eine große tibetische Flagge und ein Portrait Seiner Heiligkeit des Dalai Lama an (1).



Nach einiger Zeit wurden die Flagge und das Portrait des Dalai Lama heruntergerissen und auf die Straße geworfen, was ein sofortiges Aufbegehren der Tibeter auslöste, berichtet Woeser. „Sie riefen Parolen, mit denen sie die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet verlangten und forderten Freiheit von den Chinesen. Etwa 15 Minuten demonstrierten sie, bis ein Trupp von etwa 30 Polizisten anrückte und versuchte, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Doch die Menge schwoll immer mehr an, und erstreckte sich bald in alle Richtungen, so daß die anfänglichen Demonstranten der Polizei entwischen konnten“. Bislang weiß man nichts über die weitere Entwicklung des Vorfalls.

„Über 200 Tibeter, Mönche sowie Nicht-Mönche, veranstalteten um die Mittagszeit eine friedliche Protestkundgebung vor dem Haupteingangstor zu der Bezirksverwaltung in der Hauptstraße von Serthar in Osttibet“, hieß es aus einer anderen Quelle aus Tibet.

Sie liefen auf der Straße zusammen und riefen „Lang lebe der Dalai Lama“ und „Free Tibet“. Von zwei Hausdächern aus warfen sie Flugblätter auf die Straße, auf denen Religionsfreiheit in Tibet, Freiheit zum Gebrauch der tibetischen Sprache, die Menschenrechte, freie Meinungsäußerung und die Rückkehr des Dalai Lama gefordert wurden.

Die Protestaktion ereignete sich angesichts wachsender Spannungen, besonders seitdem sich mehrere Mönche des Klosters Kirti selbst verbrannten. Viele Tibeter in Osttibet wurden in den letzten Monaten festgenommen und ohne Klageerhebung inhaftiert und brutal gefoltert.

Woeser veröffentlichte auf ihrer Blog-Seite das Flugblatt aus Serthar, und High Peaks Pure Earth übersetzte es: „Tibetische Brüder, schlaft nicht ein unter der Unterdrückung der Chinesen! Kämpft um eure Religion, Sprache und Traditionen. Wir haben keine Freiheit, wie andere Menschen sie genießen. Die Grundlage für den Kampf um die Freiheit sollte die Kraft der Wahrheit sein. Wir wollen Glaubensfreiheit, wir wollen auch die Freiheit, die andere haben. Lange lebe der Dalai Lama! Tibet möge siegen! Tibet möge siegen!“

(1) Bilder des Gebäudes mit der dort ganz oben angebrachten Flagge und dem Portrait des Dalai, und wie sie heruntergerissen wurden, gibt es auf der Blog-Seite von Woeser http://woeser.middle-way.net/2011/10/blog-post.html.

Quelle: The Tibet Post International, http://www.tibetpost.net/

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