(openPR) Berlin, 15. September 2011 – Wissenschaftler des Steinbeis-Transferzentrum für Wirtschafts- und Sozialmanagement kommen in einem aktuellen Gutachten zu dem Ergebnis, dass die Schülerkosten an staatlichen Schulen in Rheinland-Pfalz deutlich höher liegen, als es die amtliche Statistik ausweist. Ähnliche Ergebnisse liegen bereits für andere Bundesländer vor. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert die Länder auf, bei der Berechnung ihrer Bildungsausgaben alle tatsächlichen Schülerkosten zu berücksichtigen und die Finanzhilfe für Schulen in freier Trägerschaft entsprechend anzuheben.
„Das aktuelle Gutachten für Rheinland-Pfalz bestätigt wieder einmal die Tatsache, dass freie Schulen in den meisten Bundesländern systematisch unterfinanziert werden“, kommentiert Michael Büchler, Präsident des VDP, die Ergebnisse. In Rheinland-Pfalz liegen beispielsweise die Kosten pro Schüler an staatlichen Grundschulen um 1.247 Euro höher, als es vom Statistischen Bundesamt ausgewiesen wird. Dies wirkt sich negativ auf die Finanzierung der Schulen in freier Trägerschaft aus, da die staatlich ermittelten Schülerkosten die Grundlage zur Berechnung der Finanzhilfe sind. „Wir brauchen endlich ein Berechnungssystem, das eine gleichwertige Finanzierung von Schulen in staatlicher und freier Trägerschaft sicherstellt. Nur so kann sich ein qualitätsfördernder Wettbewerb um die besten pädagogischen Konzepte voll entfalten, von dem das gesamte Bildungssystem profitiert“, so Büchler weiter. Immer noch würden Ausgaben für Bildung als Kosten gesehen, die öffentliche Haushalte belasteten. Dabei habe in diesen Tagen auch die OECD wieder einmal bestätigt, dass Bildungsausgaben Zukunftsinvestitionen mit einer hohen Rendite für die öffentliche Hand seien.
Obwohl freie Schulen durch effizientes Schulmanagement und schlanke Verwaltungsstrukturen wirtschaftlich arbeiten, sind sie auf eine hinreichende staatliche Unterstützung angewiesen. Im Bundesdurchschnitt deckt die Finanzhilfe nur 50 bis 60 Prozent ihrer tatsächlichen schulbetrieblichen Kosten ab. Die andere Hälfte muss unter anderem durch Schulgelder gedeckt werden. Sinkt der Anteil staatlicher Finanzhilfe, wirkt sich dies zwangsläufig auf die Höhe des Schulgeldes aus. „Unser Anspruch ist es, das Schulgeld sozialverträglich zu gestalten und somit gute Bildung allgemein zugänglich zu machen. Dies im Alltag umzusetzen wird aufgrund der staatlichen Unterfinanzierung massiv erschwert“, sagt Büchler. Nur eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Schulen durch die Länder könne sicherstellen, dass alle Schüler und Eltern von ihrem Recht auf freie Schulwahl tatsächlich Gebrauch machen könnten.










