(openPR) Fehlstellung des Kauorgans stellt eine häufige, vielfach unerkannte Ursache für Verspannungen und Schmerzen dar
Delmenhorst im August 2011. Oftmals fühlen sich Patienten hilflos chronischen Schmerzen in Kopf, Nacken und Rücken ausgesetzt, nachdem verschiedene Arztbesuche zu keinen Ergebnissen führten. Unter dem Fachbegriff Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) verstehen Experten eine Fehlstellung und Funktionsstörung des Kiefergelenks, die – vielen Personen zunächst harmlos erscheinend – genau diese Beschwerden auslöst. „Schwindel, Migräne, meist einseitige Schmerzen in den Bereichen Stirn, Kiefergelenk, Ohren und Nacken sowie an der Wirbelsäule stellen typische Symptome dieser Krankheit dar“, erklärt Dr. A.-Meric Prause, MSc, Spezialist für CMD-Therapie und Kieferorthopädie.
Krankheitsverlauf: CMD
Als Ursache der Kiefererkrankung gelten Zahnfehlstellungen, unregelmäßige Zahnanatomie sowie übermäßiges Beißen und Knirschen im Schlaf. Da all dies die Kiefergelenke stark belastet, kann eine Kieferschieflage entstehen. Kommt es zu einer Fehlstellung, beeinträchtigt sie das gesamte craniomandibuläre Gefüge, welches aus Zähnen, Kiefer, Sehnen, Muskulatur und Kiefergelenk besteht. Verschiebt es sich, entstehen durch die Muskelüberlastung Verspannungen und Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich, die wiederum bei fehlender Behandlung auf Dauer in den gesamten Rücken ausstrahlen können. Da die Schmerzen in einer Kettenreaktion von oben nach unten auftreten, sprechen Spezialisten hierbei auch von einer absteigenden Symptomatik. Betroffene erachten bei den geschilderten Beschwerden jedoch oftmals nicht den Kiefer als Ursache und so bleibt die Krankheit in vielen Fällen unentdeckt.
Auf Signale des Körpers achten
Experten empfehlen Personen mit Rückenschmerzen, besonders aufmerksam auf erste Symptome einer möglichen CMD zu achten. „Typische Anzeichen stellen eine eingeschränkte Kieferöffnung, Zahnfehlstellungen, welche zu Problemen mit dem Aufeinanderpassen des Ober- und Unterkiefers führen, sowie ausstrahlende Schmerzen im Mund- oder Gesichtsbereich dar“, weiß Dr. Prause. Aber auch knackende Geräusche der Gelenke während des Öffnens, Schließens und Kauens gelten als Vorboten von Kieferfehlstellungen und sekundären Folgeschäden. Wenn einseitige Verspannungen und Beschwerden in den genannten Körperregionen kombiniert mit diesen Symptomen auftreten, raten Experten Betroffenen dazu, neben einem Orthopäden zusätzlich einen zahnmedizinischen Facharzt aufzusuchen. Eine genaue Untersuchung klärt, ob eine CMD vorliegt und ob diese die Schmerzen verursacht.
Schmerz, lass nach!
Bestätigen Experten dem Patienten das Vorliegen einer Kieferfehlstellung, versprechen unterschiedliche Behandlungsmethoden Linderung. Bei CMD-Erkrankungen, die ihren Ursprung in unregelmäßiger Zahnanatomie oder Fehlstellungen haben, setzen Experten individuell gefertigte Zahnspangen ein, um Schritt für Schritt eine spannungsfreie Kieferstellung zu erlangen. Bei Belastungen des Kauorgans durch starkes Zusammenbeißen der Zähne schaffen speziell angepasste Zahnschienen und Entspannungsübungen, etwa Autogenes Training, Abhilfe. Physiotherapien wirken zudem unterstützend, ersetzen jedoch keine kieferorthopädischen Maßnahmen. Achten Betroffene aufmerksam auf ihren Körper und ziehen bei Beschwerden ärztlichen Rat hinzu, entstehen Schmerzen in vielen Fällen erst gar nicht, da die Behandlung von Kieferfehlstellungen frühzeitig erfolgt.







