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Fachgerechte Sockeldämmung im Bestand von Gerhard Holzmann

Verpfuschte Sockel findet man an jeder Ecke
Verpfuschte Sockel findet man an jeder Ecke

(openPR) Es ist nicht immer einfach dem Bauherrn klar zu machen, dass eine fachgerechte Sockeldämmung ein paar Euro kostet und mindestens ebenso genau ausgeführt werden muss, wie die Dämmung an der Fassade. Recht häufig kann festgestellt werden, dass gerade bei Arbeiten am Sockel und den später zugeschütteten Teilen des Gebäudes; der erdberührten Bereiche, grob geschlampt wird. Unsachgemäße Ausführungen finden wir hierbei aber nicht nur an privat genutzten Einfamilienhäusern, sondern auch erschreckend oft im Bereich der Denkmalpflege. In fast allen historisch erhaltenswerten Altstädten findet man immer wieder ganze Straßenzüge, deren Sanierung vor allem in den Sockelbereichen schief gelaufen ist, derweilen wäre eine saubere Sanierung fachlich sicherlich nicht zu anspruchsvoll, sofern die Auftraggeber begreifen, dass mit oberflächlichem Zugeschmiere nichts erreicht werden kann bzw. die Schadensbilder dadurch oft noch akuter werden.




Es gilt, Nachbesserungen von Perimeterdämmungen, vor allem im erdberührten Bereich, sind immer aufwendig, vor allem, wenn die Kellerwände bereits angeschüttet, und das anschließende Terrain schon im gewünschten Endzustand angelegt wurde. Nicht selten ist das Freilegen des erdberührten Mauerwerks, monetär aufwendiger, als die gesamte Dämmarbeit. Es sollte also alles 100%ig passen, bevor das Loch wieder zu ist. Experimente sind hierbei nur anzuraten, wenn man die Folgekosten zur Herstellung einer womöglich fehlgelaufenen Funktionalität einkalkuliert hat. Nachfolgend erläutere ich Ihnen nun einen Standard am Beispiel einer nachträglichen Dämmung von Sockel und erdberührten Bereich der Kellerwände im Bestand. So fern die Möglichkeit besteht, ist es immer besser, gleich die Kelleraußenwände im erdberührten Bereich mit zu dämmen. Somit können Wärmebrücken und mögliche Putzschäden vermieden werden. Ist dies nicht möglich, so sollte die Sockeldämmung zumindest bis ca. 20 cm unterhalb der Kellerdecke angeordnet und im Keller eine Innendämmung des Ixels Kellerdecke/Kelleraußenwand vorgesehen werden. Durchaus üblich ist es, eine solches Dämmvorhaben mit der Einarbeitung einer außenseitigen Vertikalabdichtung zu verbinden.

Die Schadensbilder von schlecht abgedichtetem und nicht gedämmtem Kellermauerwerk bzw. dem Sockelbereich zeigen sich i.d.R. als Putzschäden direkt am Sockel und/oder im Innenbereich der Kelleraußenwände. Gerne kommt es auch mal vor, dass bei starkem Regen oder angestautem Niederschlagswasser Feuchtigkeit im Innenbereich des Kellers, dort wo Bodenplatte und Kellerwand sich vereinen, eindringt. Nicht selten findet man auch schon Reste von Abdichtungsversuchen. So wird gerne mal mit Silikon oder gar Acryl eine daumendicke Wurst entlang der Fußbodenecken gezogen und/oder mit zigmaligem Aufstreichen von Bodenfarben versucht dem eindringenden Wasser contra zu bieten. Auch meinen immer noch viele, mit einem Fliesenbelag kann der Problematik der Garaus gemacht werden, so wie mancherorts auch darauf gepocht wird, nur eine zweite Betonwand vorzubetonieren oder den gesamten Innenbereich der Kelleraußenwände und des Sockels mit einem Zementputz neu zu verputzen. Dies alles nützt leider nichts, und wenn überhaupt etwas funktioniert, dann ist es das Eindringen erneuter Feuchtigkeit und die Verschwendung von Arbeitszeit und Baumaterialien.
Vor aller Arbeit, spätestens jedoch nach dem Freilegen des erdberührten Mauerwerks, sollte erst einmal geprüft werden, ob eine Horizontalsperre vorhanden ist bzw. ob diese noch komplett ihre Sollfunktion erfüllt. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt es sich diese entsprechend einzubauen. Beste Endergebnisse erreicht man hierbei mit dem Einschneiden von V2A oder V4A Stahlplatten (je nach Versalzungsgrad im Mauerwerk). Andere Lösungen, wie die Druck- oder druckfreie Injektagen von flüssig einzubringenden Horizontalsperren, empfehle ich nur dort, wo man nicht die Möglichkeit einer vollflächigen Freilegung des Mauerwerks hat und somit den Nachteil, der schwer prüfbarer Arbeitsergebnisse hinnehmen muss. Da jedoch nachträglich eingebaute Horizontalsperren an sich schon ein recht umfangreiches Themengebiet darstellen, gehe ich an dieser Stelle nicht weiter darauf ein.

Ist die Horizontalsperre in Ordnung und somit aufsteigende, kapillare Feuchte ausgeschlossen, kann mit den Vorbereitungen der Vertikalabdichtung begonnen werden. In älteren Gebäuden sind die Kellerwände gerne mal an das Erdreich betoniert, d. h. wir finden nach der Freilegung (hier auf ausreichend Arbeitsraum und Böschungssicherung achten) eine vertikale Kraterlandschaft, die es zunächst zu egalisieren gilt. Dies auch bei Wänden, deren Unebenheiten vielleicht zunächst nicht als groß auffällig zu bewerten sind. Man denke hierbei daran, dass wir bei der späteren Dämmung, mit für die Perimeterdämmung zugelassenen, steifen Polysterol- (EPS, XPS) oder Polyurethanplatten (PUR) arbeiten. Die Starrheit der Platten und der damit verbundene Materialverbrauch um eine vollflächige Verklebung der Dämmplatten zu erreichen, kann bei einer groben Oberfläche erheblich sein. Ergo ist es zumeist sehr sinnvoll die Wände nach dem Reinigen mit einem Zementputz (Mörtelgruppe P III (DIN 18550) bzw. CS IV (EN 998-1) mit einer Druckfestigkeit von mind. 10 N/mm²) zu ebnen; dies im gesamten Dämmbereich von der oberen Sockellinie bis zur Fundamentoberkante. Ist der Putz vollkommen ausgetrocknet (Faustregel: pro mm Putzstärke einen Tag Austrocknungsphase, je nach Witterung), wird die gesamte zu dämmende Fläche mit einem Bitumenvoranstrich (Verbrauch: ca. 0,3 kg/m²) nach Herstellerangaben vorbehandelt und dann mit einer Bitumendickbeschichtung (Verbrauch: ca. 5 kg/m², bei Druckwasser auf der Aktivseite ca. 7 kg/m²), mit welcher die Dämmplatten zeitgleich und verbandsgetreu verklebt werden, überarbeitet. In nahezu allen Herstellerangaben wird angeraten, die Dämmplatten vor Sonneneinstrahlung und Witterungseinflüssen geschützt zu lagern, da diese Produkte in aller Regel anfällig gegenüber UV-Strahlen sind. Liegen die Dämmplatten Tage oder gar wochenlang in der Sonne, verändert sich die Materialoberfläche; sie wird spröde und zeigt deutliche Verfärbungen. Zu dem können die Platten gewissen Volumenverringerungen unterworfen sein. Die Schädigungen können bis zur Unbrauchbarkeit der Dämmplatten führen.

Bitumendickbeschichtungen benötigen in aller Regel vor der Verarbeitung ein sehr gründliches Aufrühren und aufgrund der oftmals zweikomponentigen Produkte ist auch ein Umtopfen während des Mischprozesses ratsam. Das Aufziehen der Bitumenbeschichtung funktioniert am besten mit einer 12mm Zahntraufel. Sehr empfehlenswert ist auch, mehrmals während der Aufzieh- und Klebearbeiten die Werkzeuge zu reinigen. Gerade Quirl, Traufel und Kelle werden bei den Arbeiten sehr in Mitleidenschaft gezogen. Das Bitumen setzt sich relativ schnell am Werkzeug fest, womit irgendwann Traufel und Handschuhe, die ebenfalls nötig sind, eine kaum mehr trennbare Symbiose (Verkleben) eingehen, die das ordentliche Arbeiten deutlich erschweren oder gar unmöglich machen. Im Allgemeinen klappt das Reinigen mit handelsüblichem Spülmittel (reichlich) versetztem Wasser recht gut.

Bei der Verklebung der Perimeterdämmplatten gelten dieselben Regeln, wie bei Dämmarbeiten an Fassaden (Verbandverlegung, Verzahnung an Gebäudeecken, Vermeidung von Kreuzfugen etc.). Platten, die später im erdberührten Bereich liegen, werden im Gegensatz zu denen im Sockelbereich nicht zusätzlich gedübelt, da der Erddruck die dauerhafte Fixierung der Platten übernimmt. Im Sockelbereich, besser noch bis zu 10cm unterhalb der unteren Sockellinie, wird üblicherweise eine zusätzliche Befestigung mit Schlagdübeln angeraten oder je nach Systemanbieter sogar vorgeschrieben. Es versteht sich von selbst, dass die Platten Stoß an Stoß verlegt werden müssen und in den Plattenstößen keine Bitumenüberschüsse eindringen dürfen. Im Auflagebereich auf der Fundamentkante sollten die Platten in ein Bett aus Bitumendickbeschichtung eingedrückt werden. Hiermit wird die Anschlusskante dicht verschlossen und zu diesem kann mithilfe dieses „Mörtelbettes“ die erste Dämmreihe (grundsätzlich wird unten angefangen) waagerecht ausgerichtet werden.

Sind die Platten ordnungsgemäß verlegt, könnte man eigentlich schon damit beginnen, eine Noppenfolie zum Schutz gegen mechanische Zerstörung und zur Vermeidung von Wurzelschäden zu verlegen und die Öffnung wieder zu schließen. Jedoch wollen wir eine 100%ige Lösung, bei welcher wir ein nochmaliges Öffnen zu Nacharbeiten in jedem Fall verhindern wollen. Hier empfehle ich grundsätzlich, auf die Dämmplatten im erdberührten Bereich, bis zur unteren Sockellinie nochmals eine Schicht Bitumendickbeschichtung möglichst eben aufzuziehen. Von Vorteil ist es, wenn man vor dem Auflagebereich Dämmplatte/Fundamentoberkante gleich eine Hohlkehle mit der Bitumendickbeschichtung herstellt, so liegt die später eingebrachte Noppenfolie sauber an und das versickernde Wasser wird direkt in das vorgelagerte Drainagerohr eingeleitet. Diese zweite, dünner aufgetragene Dichtebene gibt uns einen doppelten Schutz. Manche Kollegen mögen dies für etwas überdimensioniert halten, jedoch gehe ich davon aus, dass man während der durchschnittlichen Nutzungsphase eines Gebäudes nicht darauf erpicht sein kann, die Kelleraußenwände erneut zu öffnen, vor allem auch da die Kosten der doppelten Abdichtung kaum ins Gewicht fallen. Zu all diesem konnte angeblich im Versuch mit Käfigmäusen festgestellt werden, dass die Mäuse das mit Bitumendickbeschichtung umhüllte EPS nicht angenagt haben, während die schutzlose Platte umgehend als Grundlage einer neuen Behausung diente. Auch wenn wissenschaftlich nicht offiziell belegt, so kann dies wohl durch die zäh-klebrige Beschaffenheit des Materials erklärt bzw. nachvollzogen werden.

Ist die Bitumendickbeschichtung auf den Dämmplatten ausgetrocknet (Durchhärtung je nach Produkt und Witterung ca. 2 bis 4 Tage), kann mit dem Verlegen der Noppenfolie begonnen werden. Auch der Einsatz einer Noppenfolie ist oft umstritten und nicht selten als unnötig deklariert. Wie oben erwähnt, bringt diese jedoch einen sinnvollen Schutz gegen eine mögliche, mechanische Zerstörung des dahinter liegenden Systems, die insbesondere während des Verfüllens der Öffnung zustande kommen kann (aber auch durch Erdbewohner wie Mäuse u. Ä.). Ebenso gilt sie als bewährtes Mittel gegen die Zerstörung durch Wurzelwuchs. Die Verlegung der Noppenfolie sollte möglichst so vollzogen werden, dass sie am Stück eingepasst wird (der Handel bietet für eingeschossige Keller passende Bahnbreiten an). Sie sollte ein paar cm unterhalb der oberen Fundamentkante beginnen und ein paar cm über der Oberkante Terrain enden. Bei Überlappungen durch ein gestückeltes Einbauen kann es durchaus vorkommen, dass sich Pflanzenwurzeln den Weg zwischen die Teilstücke suchen und somit nach einiger Zeit die bituminöse Abdichtung und die Dämmplatten schädigen. Ein Phänomen, das man beispielsweise bei im Erdreich verlegten Abwasserrohren beobachten kann, bei welchen Wurzeln in die Anschlussstellen der Rohre, also durch die Dichtungen wachsen und somit nach und nach den sorgfältigen Abfluss im Rohr verhindern und die Dichtigkeit der Anschlüsse zerstören.

Liegt die Noppenfolie sauber an der Wand, kann das Drainagerohr an der Sohle (Fundamentoberkante) eingelegt und die Öffnung soweit verschlossen werden, dass man gut an den noch zu überarbeitenden Sockel hinreicht. Es ist sehr zu empfehlen, das Drainagerohr bzw. den Drainageschlauch so zu verlegen, dass man ihn an der höchst gelegenen Stelle (Verlegung mit mind. 3 % Gefälle) an die Oberfläche zieht, um später ab und an das Rohr mit einem Wasserschlauch spülen (reinigen) zu können. Das herausstehende Ende sollte dann aber auch mit einer Abdeckung versehen werden, der das Eindringen von Kleintieren, Laub u. ä. verhindert.

Das Verschließen der freigelegten Kellerwände vollzieht man bis ca. 20 cm unterhalb der Oberfläche Terrain, am besten mit einem Rundkornkies (Mittelkies, 16-32 mm). Scharfkantiger Splitt (schlimmer noch Bauschutt) oder Erdreich sind hierfür weniger geeignet. Mit Ersterem läuft man Gefahr, die Noppenfolie inkl. der Dämm- und Dichtebene zu schädigen, mit Zweitem erreicht man einen schlechten Abfluss des Niederschlagswassers bzw. das nach und nach eintretende Zusetzen des Drainageschlauches. Beides also recht unsinnig, es sei denn, Sie wollen Stauwasser an der Kellerwand, Pfützen, die den Sockel ordentlich Feucht halten, einen verstopften Abfluss der im besten Fall ab und an den gesamten Keller flutet oder Sie sind gar darauf erpicht, immer mal wieder die freigelegte Kellerwand zu inspizieren. Ich könnte mir aber hierbei durchaus vorstellen, dass der Bauherr für den Sie arbeiten, dies nicht so sehr wünscht.

Nach dem teilweise vollzogenen Anfüllen der Grube wird nun der Sockelbereich fertiggestellt. Hierzu wird zwischen oberer und unterer Sockellinie eine Armierungsspachtelung mit einem alkalibeständigen Glasfasergewebe (Verbrauch: ca. 1,1 m²/m²) vollzogen. Wichtig ist hierbei, wie auch bei der Fassadendämmung, dass das Armierungsgewebe im oberen Drittel des Putzquerschnittes liegt. Es schadet auch nicht, wenn das Armierungsgewebe nach dem Einbetten noch leicht durch den Armierungsputz (i.d.R. ein Haft- und Armierungsputz, Verbrauch: ca. 4 kg/m² ) hindurchscheint (nicht aufliegt, sondern tatsächlich nur durchscheint – also schon im Putz und nicht darauf). Als Besonderheit, die immer wieder vernachlässigt wird, gilt es zu beachten, dass der Putz in keinem Fall bis unter die Oberfläche des Terrains gezogen wird. Putz, der im Erdreich liegt und auch nur im geringsten mit Erdfeuchte in Berührung kommt, wird diese über die Kapillarwirkung in sich aufsteigen lassen und schon recht schnell in Teilbereichen vor dem Sockel liegend zu finden sein. Zum sauberen Abschluss der unteren Sockellinie ist es recht hilfreich, wenn man eine selbstklebende Putzabschlussleiste mit Gewebe in die Armierungsspachtelung integriert. So hat man am Ende eine gerade Putzabschlusslinie, an der man sauber das Terrain heranführen kann und den Putz nicht mit Erdreich o. Ä. verschüttet. Nach dem vollständigen Austrocknen der Armierungsspachtelung wird nun der Sockelputz (Verbrauch: ca. 2-4 kg/m², je nach Putz) aufgebracht. Entgegen der althergebrachten Meinung, hierfür mit möglichst hochvergüteten und dichten Zementputz zu arbeiten, neigen viele Kollegen mittlerweile dazu, hier einen porenreichen, weicheren, zementhaltigen Außenputz zu verwenden, was das Austrocknen, auch mit der diffusionsoffenen, zementären Dichtschlämme, die das System vor einem ebenso diffusionsoffenen Farbanstrich nach Außen abschließt, wesentlich erleichtert.

Die eben erwähnte Dichtschlämme (Verbrauch: ca. 3 kg/m² bei 2 Lagen ) wird nach dem Austrocknen des Sockelputzes von der Sockeloberkante bis kurz über die Sockelunterkante gezogen, d. h. der Übergangsbereich von Putz (oberhalb des Terrains) zum erdberührten Bereich wird somit geschlossen. Das Auftragen der Dichtschlämme erfolgt in aller Regel mit einer Malerquaste, wobei man je nach Herstellerangabe zwei bis drei hauchdünne Schichten auflegt. Eine zu dick aufgetragene Dichtungsschlämme führt zu einer Hautbildung, die in sich unstabil ist und zu querschnittsdurchdringenden Rissen neigt, womit die sichere Abdichtung hinfällig wird. Faustregel: lieber mehrmals dünn, als einmal zu dick aufgetragen. Um eine saubere Struktur auf der Oberfläche zu erhalten, kann man die letzte Lage auch mit einem Filzhobel o.ä. verreiben. Nach dem sorgfältigen Trocknen kann man nun den Rest der Grube verschließen, bzw. vor diesem Schritt nötige Lichtschächte im Bereich der Kellerfenster montieren. Wie bereits erwähnt, wird der Rundkies bis ca. 20cm zur unteren Sockellinie aufgefüllt. Danach kann mit Erdreich oder einem Plattenbelag (mit Gefälle von der Fassade weg) der Anschluss an das Mauerwerk vollendet werden. Sehr ratsam ist es jedoch, vor dem Sockel eine Kiesbordüre anzuordnen, die in ihrer Breite, vom Sockel zum anschließenden Terrain, so gewählt wird, dass abtropfendes Niederschlagswasser von vorstehenden Fassadenteilen/-anbauten (Fensterbretter o.ä.) in das Kiesbett der Bordüre tropft und somit direkt in die Drainage sickern kann. Auf diese Weise bleibt der Sockel trocken und läuft nicht Gefahr, ständig unter anstehenden Wasserpfützen leiden zu müssen. Erst jetzt, wenn der Anschluss vom Gelände zum Sockel fertiggestellt ist, wird der überstehende Teil der Noppenfolie abgeschnitten im besten Fall so, dass die Noppenfolie nur wenige mm über der unteren Sockelkante vorsteht. Will man die Noppenfolie komplett verstecken, spricht nichts dagegen, wenn man hier einfach ein wenig Kies mehr einbringt (aber wirklich nur die paar mm, nicht den gesamten Sockel verschütten).

Zusammenfassung:

• Vor Arbeitsbeginn die Funktionalität der Horizontalsperre überprüfen, ggf. herstellen.
• Festlegung der unteren und oberen Sockellinie (entweder bereits vorhanden oder vom Planer vorzugeben).
• Nach Möglichkeit Sockel und erdberührten Bereich in einem Dämmen.
• Den Untergrund vor Dicht- und Dämmmaßnahmen egalisieren.
• Dämmarbeiten im Sockel- sowie im erdberührten Bereich grundsätzlich mit einer Vertikalabdichtung ausführen.
• Nur für eine Perimeterdämmung zugelassene Dämmplatten/Baustoffe verwenden.
• Dämmplatten vor Sonneneinstrahlung und Witterungseinflüssen geschützt lagern (UV-Empfindlichkeit)
• Dämmplatten ebenso sauber verlegen wie bei einer Fassadendämmung (Fugenkreuze etc. vermeiden, sauberer Verband).
• Einen barrierenfreien Abfluss von Niederschlagswasser vor dem Sockel erarbeiten (z. B. Kiesbordüre). Wird dies nicht ermöglicht, empfiehlt sich i.d.R. die VOB gemäße Anmeldung von Bedenken.
• Sockelputz in keinem Fall bis unterhalb der Geländeoberfläche ziehen.
• Dichtungsschlämme in mehreren Lagen dünn auf den Sockel aufbringen.

Zugelassene Perimeterdämmplatten werden mit dem CE-Zeichen und der DIN-Kennung (nach 4208-10) „PW“ für „Perimeterdämmung Wand“ sowie dem Zusatz „dh“ für „hohe Druckfestigkeit“ gekennzeichnet.

Durchschnittliche Eigenschaften am Beispiel von FCKW- und HFKW-freien Polysterol-Hartschaumplatten (EPS) zur Perimeterdämmung:

Rohdichte: ca. 30 - 40 Kg/m³
Wärmeleitfähigkeit: ca. 0,035 W/(mK)
Spezifische Wärmekapazität c: ca. 1500 J/(kgK)
Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl: µmin = ca. 40 - 150 µmax = ca. 100-250
Baustoffklasse: B1
Festigkeit: ?d10 = ca. 0,2 – 0,7 N/mm²

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