(openPR) Die Gläubigerversammlungen, die eigentlich noch vor Ende Juni stattfinden sollten, werden erst nach der Ferienzeit stattfinden; wahrscheinlich Mitte September; Einladungen erfolgen entsprechend Anfang August. Grund für die Verzögerungen sind weiterlaufende Gespräche mit den gewählten Gläubigervertretern. Ein Debt-Equity-Swaps, also eine Umwandlung von Anleiheforderungen in Beteiligungskapital, sogar in Aktien, scheint inzwischen auch nicht mehr gänzlich ausgeschlossen zu sein. Laufzeitverlängerungen und Besserungsscheine werden ebenfalls diskutiert. Gegen die von DSKP vorgeschlagene ersatzweise Ausgabe von Genussscheinen sprechen offenbar steuerliche Probleme.
Johns, Lang, LaSalle werden bis 24. Juni 2011 ein aktualisiertes Bewertungsgutachten für die Grundstücke vorlegen. Als Ergebnis wird wahrscheinlich ein Wert von etwa 190 Mio. Euro herauskommen (Miet-Multiplikator 11) sowie eine Differenz von 35 Mio. Euro gegenüber den Grundstücks-Kaufpreisen von 225 Mio. Euro.
Die Anleihennennwerte sollen – bisherigen Planungen zufolge – um 42 Mio. zusammengestrichen werden (60% von insgesamt 70 Mio). Achtung: Die Anleihen notieren an der Börse stabil bei knapp unter 25%. Die Börse unterstellt damit Nennwertabstriche von 75%.
Die Vermietungssituation der Deikon-Märkte ist nach wie vor stabil mit jährlichen Einnahmen von 17,3 Mio. Euro. Die Liquidität ist gegeben: akute Insolvenzgefahr besteht – zumindest bis zum Jahresende 2011 – nicht, so die Auskunft von der Geschäftsführung der Deikon GmbH. In der nächsten Woche findet eine weitere Gesprächsrunde mit den Kredit-gebenden Banken statt. Das aktuelle Stillhalte-Abkommen der Banken endet am 30. Juni. Die Bedienung der Kredite läuft weiter ungestört, so dass – abgesehen von der bilanziellen Überschuldungssituation – ein Anlass für einen Insolvenz-Antrag nicht besteht. (Die Überschuldungssituation ist bis Ende 2013 ausnahmsweise kein Grund für einen Insolvenzantrag). Mit einer Verlängerung des Stillhalte-Abkommens – zunächst bis zum Jahresende 2011 – ist zu rechnen, zumal die Gespräche mit den Gläubigervertretern – aus Sicht der Deikon-Verwaltung – auf eine Einigung hinauszulaufen scheinen. Die Gläubigervertreter sind am Vormittag des 17. Juni 2011 nicht erreichbar. Eine Email-Anfrage blieb bislang unbeantwortet. Aus dem Umfeld ist zu hören, dass „da schwer gekämpft“ würde. Wichtig erscheint es, den Gründungsgesellschafter aus jeglicher zukunftsgerichteten Lösung herauszuhalten.
Ein Einzelverkauf von Grundstücken würde die Situation der Gesellschaft nicht verbessern. Der Erlös flösse voll in die Tilgung von erstrangig besicherten Bankenkrediten aus dem Rahmenkreditvertrag. Unabhängig davon ist trotz vielfach zu vernehmender Stimmen, wonach sich die Lage in der Immobilienwirtschaft verbessere, Nachfrage nach Deikon-Grundstücken zu akzeptablen Preisen nicht zu spüren, heißt es in der Verwaltung in Köln. Zielführender erscheint eine Komplett-Übernahme der gesamten Deikon GmbH von UBS und Ziems bei Ausklammerung des Gründungseigners und Teilabfindung der Anleihen-Gläubiger.
Düsseldorf, 17. Juni 2011, Martin Beier










