(openPR) Letzlingen, 14.04.2011
Über siebzig Mädchen und Jungen nutzten den Girls Day 2011, um sich im Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Colbitz - Letzlinger Heide umfassend über die Bundeswehr zu informieren. Pünktlich um 08:55 Uhr wurden die Gäste durch den Leiter des Gefechtsübungszentrums, Oberst Matz, im Auditorium der Altmark-Kaserne begrüßt. Eine gute Organisation sei wichtig für die Erfüllung militärischer Aufgaben informierte Oberst Matz die Schüler, als er ihnen das sehr gut organisierte Tagesprogramm vorstellte.
Erst die Theorie, dann die Praxis
Nach der Begrüßung ging es ohne Verzögerung weiter. Was ist das GÜZ? Wie ist die Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr entstanden? Welchen Auftrag haben die Soldaten und zivilen Angestellten in Letzlingen. All diese Fragen wurden im Einweisungsvortrag geklärt. In einem auf die Gäste abgestimmten Briefing ging Frau Hauptfeldwebel Launspach auf all diese Punkte in anschaulicher Art und Weise ein und gab den Gästen einen Überblick über die Einrichtung. Auch zu den Fragen: „Wie komme ich heute zur Bundeswehr? Welche Möglichkeiten bieten mir die Streitkräfte? Was erwartet mich als Soldatin oder Soldat?“ blieben nicht unbeantwortet. Im Vortrag der Wehrdienstberatung ging Oberleutnant Kleine auf die Laufbahnen, die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bei in Streitkräften, sowie auf die Ausbildungsangebote der Wehrverwaltung ein, bevor es endlich in den praktischen Teil ging.
Unterkunft und Alltag
In der 3./Kompanie des Gefechtsübungszentrums hatten die Gäste die Möglichkeit sich die Unterbringung der Soldaten anzuschauen und sich in den Tagesablauf der Kompanieangehörigen einweisen zu lassen. Aber die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind nicht nur in den festen Unterkünften, die von der einen oder anderen Teilnehmerin mit einer Jugendherberge verglichen wurde, untergebracht. Im Gefechtsdienst sieht das alles wieder ganz anders aus. Jeder Soldat hat ein halbes Zelt. Eine Zeltbahn reicht für ein Schrägdach zum Schutz vor der Witterung. Und erst mit der Zeltbahn eines Kameraden kann man die sogenannte „Dackelgarage“ – ein Zweimannzelt, bauen. Teamfähigkeit wird also in allen Bereichen groß geschrieben.
Weiterhin lernten die Mädchen und Jungen auch die persönliche Ausrüstung kennen und mussten feststellen, dass so einiges an Gewicht zusammen kommt, wenn man mit seinem gepackten Rucksack, der persönlichen Schutzausrüstung und der Waffe loszieht.
Medizinische Versorgung von Profis
Die Bundeswehr bietet eine Vielzahl von medizinischen Berufen, die für die Versorgung der Soldatinnen und Soldaten in Deutschland und im Einsatzland benötigt wird. So stehen je nach Schulabschluss viele Ausbildungsmöglichkeiten oder Verwendungen im Zentralen Sanitätsdienst zur Verfügung. Wer mit Realschulabschluss in den Sanitätsdienst einsteigt, kann eine Ausbildung zum Rettungsassistenten oder zum Gesundheits- und Krankenpfleger bekommen. Mit Abitur ist sogar ein Studium zum Beispiel im Bereich der Humanmedizin möglich, erklärte Stabsfeldwebel Keller. Und auch die Ausrüstung der Sanitäter ist auf dem modernsten Stand. Auch wenn die Krankenwagen der Bundeswehr äußerlich anders aussehen, im Inneren findet man viele Dinge, die man aus dem zivilen Bereich kennt, wieder.
Realitätsnahe Ausbildung zum Schutz der Soldaten im Einsatz
Bevor deutsche Soldaten in den Einsatz gehen, müssen sie zum Abschluss der Einsatzvorausbildung in das Gefechtübungszentrum nach Letzlingen. Hier wird unter realitätsnahen Bedingungen ausgebildet. Jeder Soldat, jede Waffe, jedes Fahrzeug wird mit einer speziellen Technik ausgestattet. Mit Hilfe von GPS und Laser kann jede mögliche Situation nachgestellt, ausgebildet und ausgewertet werden. Die Technikfreaks unter den Gästen kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, als Herr Täge vom Rheinmetall Dienstleistungszentrum Altmark, die GÜZ – Technik in der Einrüsthalle vorstellte. Ausfälle durch Waffenwirkung oder Minen werden direkt durch Sprachansagen, ähnlich wie bei einem Navi, an die Besatzung weitergegeben. Diese ist dann zum handeln gezwungen. Werden nicht die richtigen Maßnahmen ergriffen, fällt das Fahrzeug aus und kann nicht weiter an der Übung teilnehmen. Aber nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Soldaten können Verletzungen eingespielt bekommen.
Jede Waffe hat einen Lasersender. Jeder Soldat und jedes Fahrzeug haben Laserempfänger. Wer sich falsch verhält spürt die Auswirkungen unmittelbar.
Löschen – Bergen – Retten – Schützen
Bundeswehr ohne Waffen? Auch dieses ist in manchen Bereichen möglich. Brandschützer bei der Bundeswehr. Zum Beispiel in einer Laufbahn im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst bei der Wehrverwaltung. Eine interessante Laufbahn mit guten Einstellungsmöglichkeiten und vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Auf Flughäfen der Bundeswehr, in größeren Depots oder Materiallagern oder auf Truppenübungsplätzen wie zum Beispiel auf dem Truppenübungsplatz Altmark. Überall sind Berufsfeuerwehren zu finden. Auch die Feuerwache und die Löschfahrzeuge der Altmark-Kaserne konnten von den Gästen bestaunt werden. Die Männer der Feuerwache standen den Besuchern für alle Fragen zu ihrem Aufgabengebiet zur Verfügung.
Feuer und Bewegung
Nach einem üppigen Mittagessen in der Truppenküche wurde es nochmal laut, bevor der Girls Day 2011 im Gefechtsübungszentrum endete. Nach einer Fahrt mit dem Bus über den Übungsplatz war der Besucherbereich für die Gefechtsvorführung erreicht. Jeder nimmt sich einen Gehörschutz, setzt ihn gemäß Einweisung ein und geht dann in den abtrassierten Bereich. so die Anweisung des Stationsleitenden Oberleutnant Köppe. Was passiert jetzt? Spannung pur bei den Gästen. Plötzlich nähert sich ein LKW aus einem Waldstück und setzt eine Gruppe bewaffneter Personen ab. Motorendröhnen und Kettengerassel aus dem gegenüberliegenden Waldstück. Angetrieben von 1500 PS schiebt sich der Leopard 2A5 langsam vor und geht in Stellung. Er sichert das Absitzen einer Jägergruppe von einem Transportpanzer Fuchs ab, der sich ebenfalls fast lautlos angenähert hat. Die Schützen gehen an einem 150 Meter entfernten Hügel in Stellung und beobachten. Plötzlich fallen Schüsse. Feuerkampf zwischen deutschen Soldaten und den Gegnern. Der Panzer feuert die Nebelpatronen ab, um sich der Sicht zu entziehen, auszuweichen und an einer anderen Stelle erneut anzutreten. Auch die Schützen der Jägergruppe gehen vor und überwältigen den vorhandenen Feind. Übungsende, geschafft von den vielen Informationen, den Eindrücken und der vielen frischen Luft traten die Schülerinnen und Schüler den Heimweg an.









