(openPR) Delmenhorst im März 2011. Zahllose Menschen leiden unter chronischen Kopfschmerzen oder starken Rückenschmerzen ohne erkennbare Ursache. Auch Nackenschmerzen, Tinnitus oder Knackgeräusche der Gelenke belasten Betroffene oftmals, während sich der eigentliche Grund dafür nicht finden lässt. In vielen Fällen erweist sich CMD, die sogenannte Craniomandibuläre Dysfunktion, als Auslöser. Deutschlandweit leiden ungefähr 70 Prozent aller Menschen an dieser Funktionsstörung des Kauorgans. „Zähne, Kiefer, Sehnen, Muskulatur und Kiefergelenk bilden das menschliche craniomandibuläre System. Es gestaltet sich extrem komplex und empfindsam – gerät nur eine Komponente aus dem Gleichgewicht, kann die gesamte Funktion Schaden nehmen“, erklärt Dr. A.-Meric Prause, MSc, Spezialist für CMD-Therapie und Kieferorthopädie. So resultieren beispielsweise aus Unregelmäßigkeiten der Zahnanatomie oder Zahnfehlstellungen Abweichungen im Kiefergelenk. Es entsteht eine sogenannten Dezentrierung, eine Gelenkfehlposition, welche Überlastungsprobleme nach sich zieht.
Ursachen auf den Zahn gefühlt
Hinter CMD können verschiedene Ursachen stehen: Nicht nur eine falsche Verzahnung, in deren Folge krampfhaft verspannte Kaumuskeln, gestauchte Kiefergelenke und ausstrahlende Schmerzen entstehen, sondern auch Zähneknirschen im Schlaf. „Hierbei wirken extreme Kräfte auf den Kiefer, was sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirkt und zudem zu Abrieb des Zahnschmelzes und direkten Schäden am Zahn führt“, weiß Dr. Prause. Bildlich gesprochen sichern Kiefer und Kaumuskeln die Kopfhaltung und somit die Statik der Wirbelsäule. Entsteht ein Ungleichgewicht, kann der gesamte Körper außer Kontrolle geraten. Hieraus können sogar sekundäre Erkrankungen wie Beckenschiefstand, unterschiedliche Beinlängen und Fehlhaltungen resultieren.
Interdisziplinäre Behandlung
Um CMD gezielt zu behandeln und nicht nur die Symptome zu bekämpfen, bedarf es einer exakten und präzisen Diagnose, welche verschiedene Schritte umfasst. Hierzu zählen neben allgemeinen zahnärztlichen Befunden auch eine Kiefergelenksdiagnostik und eine sogenannte klinische Funktionsanalyse, welche die Funktion des Kiefergelenks und der Kaumuskeln bestimmt. „Die Diagnostik einer CMD beansprucht einen hohen zeitlichen und technischen Aufwand, da sich die Erkrankung nicht bei jedem Patienten gleich gestaltet und daher häufig nicht erkannt wird“, erklärt Dr. Prause. „Dennoch lohnt sich die Untersuchung in jeder Hinsicht, da im Anschluss ein individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept Anwendung findet.“ Therapeutische Maßnahmen setzen sich dabei aus unterschiedlichen Komponenten zusammen: Neben einer Okklusionsschiene kommen häufig auch Physiotherapie, Zahnsanierungen oder Entspannungsübungen zur Anwendung. Aber auch Akupunktur, Homöopathie und Logopädie können zu einem Behandlungserfolg beitragen. „Generell gilt es jedoch, Stress bereits im Vorfeld zu vermeiden, denn er stellt neben einer falschen Verzahnung die häufigste Ursache für CMD dar“, rät Dr. Prause abschließend.







