(openPR) LEIPZIG. (Ceto) So schnelllebig ist der Rohölmarkt: Standen die Zeichen in den letzten Tagen noch auf Konsolidierung – wenn auch auf hohem Niveau – sind die Notierungen seit gestern wieder steil nach oben geschossen. Heute verteuerte sich Rohöl zwar nur leicht, aber im Vergleich zu gestern Morgen steht ein fetter Aufschlag von fast vier Dollar. Das Barrel Nordseeöl bewegt sich nun bei 116 Dollar; US-Leichtöl (WTI) bei 101 Dollar.
Die anhaltenden Ereignisse im Nahen Osten und in Afrika degradieren Wirtschaftsdaten aus den Industrie- und Schwellenländern zu Fußnoten. Wenngleich die OPEC durchaus glaubhaft versichert, dass die Ölversorgung der Welt nicht gefährdet ist und einzelne Ausfälle ohne größere Probleme durch andere Kartellmitglieder kompensiert werden können, herrscht an den Rohstoffbörsen vor allem Nervosität. Das kommt Spekulanten entgegen. Wer auf kurzfristig auf steigende Preise setzte, wurde belohnt. Ein bizarres Spiel, das vom mit Blutzoll behafteten Kampf vieler Menschen für mehr Rechte profitiert. In Libyen weigert sich der selbst ernannte Revolutionsführer Gaddafi zu weichen; im Iran brodelt es und das Regime geht brutal gegen Demonstranten vor – für findige Anleger mündet das in Gewinnen durch Risikoaufschläge.
Das lässt die hiesigen Heizölpreise freilich nicht unbeeindruckt. Nach der Rohöl-Teuerung von gestern meldet der Handel deutliche Aufschläge in Höhe von 1,87 Euro auf 86,24 Euro pro 100-Liter-Partie (Gesamt: 3.000 Liter Heizöl EL). Damit liegt das Preisniveau spürbar über dem des Monats Februar (im Durchschnitt 80,74 Euro).
Zum Vergleich die Werte der Vorjahre:
2. März 2007 55,61 Euro;
2. März 2008 75,75 Euro;
2. März 2009 48,99 Euro und
2. März 2010 63,30 Euro.
Die Entwicklung der einheimischen Heizöl-Endverbraucherpreise im Bundesdurchschnitt und in den einzelnen Bundesländern zeigen die Grafiken auf dem Energieportal www.brennstoffspiegel.de in der Rubrik Marktdaten. Regionale Abweichungen sind marktbedingt jederzeit möglich.
Frank Urbansky
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