(openPR) LEIPZIG (Ceto). – Nach dem gestrigen, wieder in die Abendstunden verlegten, Anstieg der Rohölpreise auf ein neues Hoch bei über 117 Dollar pro Barrel scheint das Ziel klar vor Augen zu liegen. Die Marke von 120 Dollar pro Barrel rückt langsam aber sicher immer näher. Ob es danach zu einem starken Abfall kommt oder ob sich die Rohölpreise langfristig auf Ihrem hohen Niveau behaupten können, darüber gehen die Expertenmeinungen stark auseinander.
Wie so oft in den letzten Tagen zeigte die Entwicklung heute bis zum frühen Nachmittag kaum Bewegung nach den neuen Rohöl-Rekordschlusswerten von gestern. Der Unterton gilt als weiterhin fest aufgrund von Versorgungsängsten (Shell Force Majeure in Nigeria, Streikgefahr Schottland und Frankreich, Outputrückgang in Russland und Mexiko, anhaltend hohe China-Importe) und dem schwachen Dollar. Im Vormittagshandel zeigten sich die Preise an den Börsen zunehmend uneinheitlich. Während NYMEX Rohöl und auch ICE Brent auf neue Allzeithochs bei $ 118.05 bzw. bei $ 115.03 anzogen und dann leichte Korrekturen folgten eröffnete ICE-Gasöl erwartungsgemäß deutlich fester, gab dann aber unter Schwankungen einen Teil der Gewinne ab. Marktbeobachter sehen hinter der Rohölstärke insbesondere die Angst vor Versorgungsengpässen zumal der OPEC-Generalsekretär al-Badri erneut betonte, das Kartell sähe keine Notwendigkeit der Förderanhebung und würde sich wie geplant erst zur nächsten ordentlichen Sitzung im September treffen. Die leichte Nachgiebigkeit bei ICE Gasöl wurde auch mit den Erwartungen steigender Raffinerieverarbeitungszahlen in
Europa und in den USA erklärt. Derzeit rechnen einige Marktbeobachter für heute Nachmittag mit verstärkten Gewinnmitnahmen bei dem deutlich überverkauften NYMEX-Rohöl, dessen Frontmonat Mai heute Abend ausläuft. Marktteilnehmer warten außerdem auf die US-Öldaten, von denen die Bestandsveränderungen im Mittel wie folgt erwartet werden: Rohöl:-1.7; Mitteldestillate: -0.2; Benzin: -2.1 Millionen Barrel.
Deutliche Auswirkungen hatte die Börsenentwicklung heute auch wieder auf den bundesdeutschen Heizölpreis. Dieser bewegte sich in der täglichen Heizölpreiserfassung von Brennstoffspiegel und mineralölrundschau wieder einmal aufwärts. Mit einem Plus gegenüber Vortag in Höhe von durchschnittlich 0,36 Euro pro 100 Liter überschritt der Durchschnittspreis der Marke von 82,00 Euro pro 100 Liter (beim Kauf einer 3000 Literpartie Heizöl EL) und definierte auch heute ein neues Jahres- und Allzeithoch. Während sich viele Marktbeobachter einig sind, dass Korrekturen und Gegenreaktionen nach dem steilen Up-Trend überfällig sind, scheint ein kurzfristig weiterer Anstieg der Ölpreise unaufhaltsam.
Die Entwicklung der heimischen Heizöl-Endverbraucherpreise in den einzelnen Bundesländern zeigen die Grafiken auf dem Energieportal
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