openPR Recherche & Suche
Presseinformation

„Überall muss gespart werden - doch bitte nicht bei mir“

14.01.201109:42 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) ... oder aber doch bitte dort, wo es mich nicht trifft.

So oder ähnlich, könnte der gestrige Donnerstagabend umschrieben werden, bei dem sich etwa 100 - 150 Bürgerinnen und Bürger in der Grünauer Völkerfreundschaft versammelten, um Ihren Unmut über die geplante Stilllegung der S-Bahnlinie S1 Kund zu tun.



Seit ein paar Wochen steht fest, dass die Landesregierung mittels ihres beschlossenen Haushaltes für das Jahr 2011, die S-Bahnlinie S1, welche Grünau mit dem Leipziger Hauptbahnhof verbindet, einstellen will. Zwar soll es sich dabei nur um eine „vorrübergehende“ Stilllegung bis Dezember 2013 handeln, doch glaubten daran nur sehr wenige der gestern Anwesenden.
Auch wir von der Wählervereinigung Leipzig e.V. (WVL) unterstützen den Erhalt der S-Bahnlinie S1 in vollem Umfang.

Auf Initiative der gegründeten Bürgerinitiative zum Erhalt der S1, welche Unterschriften für den Erhalt der Linie sammelt, waren Martin zur Nedden (Baubürgermeister der Stadt Leipzig), Peter Wasem (Marketingleiter DB Regio) und Andreas Glowienka (Geschäftsführer des Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL)) geladen, um ihrerseits die Hiobsbotschaft zu überbringen. Dies führte dazu, dass sie für diesen Abend als die „Schuldigen“ herhalten mussten.

Das dem nicht so ist, darauf wies Glowienka eindringlich hin. Man wisse erst seit ein paar Wochen, von den Plänen der Landesregierung. Diese wies die ZVNL an, in ihrem Gebiet (Stadt Leipzig sowie die beiden Landkreise Leipzig und Nordsachsen) den Nahverkehr derart anzupassen, dass eine Einsparung von 10 Mio. Euro erreicht wird. Dabei ist die S-Bahnlinie S1 aufgrund der derzeit laufenden Bauarbeiten auf dem Streckenabschnitt, was einen unregelmäßigen und unpünktlichen Verkehr mit sich bringt, ein „Opfer“ von einigen anderen, so Glowienka. Auch wenn die S-Bahnlinie mit durchschnittlich 3000 Fahrgästen pro Tag sehr gut ausgelastet ist.

Über diese Äußerung herrschte pure Verwunderung im Publikum. „Wie kann es sein, dass Grünau, nach der Verkürzung der beiden Straßenbahnlinie („2“ und „8“) seitens der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) immer mehr vom Nahverkehr abgehängt wird“ fragten sich nicht wenige Bürger. Empörung herrschte auch über die zukünftige Vermüllung und Vergammelung der S-Bahntrasse, wenn gut zweieinhalb Jahre lang kein Zugverkehr bestehen sollte. Mögliche Schäden durch Vandalismus, wie sie schon jetzt an der neuen Haltestelle „Semmelweisstraße“ anzutreffen sind, würden doch am Ende „mehr Geld kosten, als man jetzt einspart“, gab ein weiterer Bürger unmissverständlich zu bedenken. Auch die Sorge der Blinden und Behinderten äußerte Christiane Kohl (Vorsitzende der Kreisorganisation Leipzig des Blinden- und Sehbehinderten-Verbands Sachsen), wo doch alle Haltestellen der S-Bahnlinie barrierefrei zu erreichen sind.

Zum Leidwesen aller Zuhörer konnten die geladenen Gäste die Sorgen nicht vollständig ausklären. Wasem wies daraufhin, dass die Deutsche Bahn mit der Inbetriebnahme des City-Tunnels und der Erstellung des Mitteldeutschen S-Bahnnetzes vertraglich dazu verpflichtet sei, für eine ordnungsgemäße Durchführung zu sorgen.
Glowienka erläuterte abermals, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nichts Endgültiges entschieden sei und gegenwärtig auch noch andere, weniger stark ausgelastete Linien untersucht würden, welche stillgelegt werden könnten.
Auch Martin zur Nedden wies daraufhin, dass der Stadt die Hände gebunden seien. „Hätte die Stadt das Geld, würde sie die S-Bahnlinie nicht einstellen“, so zur Nedden. Vor allem weil dies gegen alle derzeitigen Bestrebungen widerspricht, die mit der Umweltzone in Verbindung stehen. „Wir wollen einen attraktiven, zuverlässigen und ökonomischen Nahverkehr, der für Grünau eine nachhaltige Stadtentwicklung mit sich bringt“, so zur Nedden weiter.

Doch sollte die S1 Ende Februar wirklich stillgelegt werden, würde das auch erheblich Probleme für die Leipziger Verkehrsbetriebe mit sich bringen. Zum einen beginnt auf der Linie „15“ demnächst der umfangreiche Ausbau der Stadtbahntrasse; zum anderen wies Wolf-Ekkehard Westphal (LVB-Verkehrsplanung) daraufhin, dass die ca. 3000 Fahrgäste, welche dann auf die Straßenbahnen ausweichen würden, nicht vom aktuellen Netz aufgenommen werden können. „Dann“, so Westphal, „müsse man sich Gedanken machen, inwieweit man die Straßenbahnlinie „1“ und „15“ zu den Stoßzeiten in ihren Taktzeiten verdichte“. Das im Zuge des Netz-2010 seit dem 10.10.2010 ausgedünnte Straßenbahnnetz, müsste dann wieder erweitert werden. Auch über eine Taktverdichtung auf der Buslinie „80“, „65“ oder der im März startenden Quartierslinie „Grünolino“ müsse dann nachgedacht werden.

Das all dies keine zufriedenstellenden Lösungen der Probleme sind, die mit der Stilllegung der S-Bahnlinie auf die Grünauerinnen und Grünauer zukommt, war für jeden nun klar. „Der Bürger ist mal wieder der, der herhalten muss“, so die Meinung der Anwesenden Bürgerinnen und Bürger.

Auch ich finde, dass 3000 Fahrgäste täglich Beweis genug sind, am bestehenden Verkehrsplan festzuhalten. Der tiefe Einschnitt, den der Verlust der beiden Straßenbahnlinien „2“ und „8“ hinterließen ist deutlich zu spüren. Gerade am Wochenende oder in den Abendstunden in denen nur ein 15-Minutentakt gewährleitet wird, ist für eine Großstadt unwürdig. Auch wenn die S1 nur alle 30 Minuten verkehrt, ist sie doch eine wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen. Dazu gehört nicht nur das Jobcenter in Möckern oder der Hauptbahnhof als wichtiger Umsteigepunkt im Nah- und Fernverkehr, sondern auch das Allee-Center oder der Kulkwitzer See.

Schade ist, dass sei zum Schluss gesagt, dass leider nur insgesamt zehn Bürgerinnen und Bürger der Einladung der Interessengemeinschaft folgten, im direkten Anschluss der Veranstaltung die weitere Vorgehendweise zu beraten. Angesichts der vorherigen zweistündigen hitzigen Debatte, ein trauriges Resümee.


Manuel Kuzaj
Pressesprecher der Wählervereinigung Leipzig e.V.
und Unterzeichner der Petition für den Erhalt der S1

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 501031
 1251

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „„Überall muss gespart werden - doch bitte nicht bei mir““ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Wählervereinigung Leipzig

Bild: Petition zur Einführung der Bonusliste gegen Nachtflüge am Flughafen Leipzig/HalleBild: Petition zur Einführung der Bonusliste gegen Nachtflüge am Flughafen Leipzig/Halle
Petition zur Einführung der Bonusliste gegen Nachtflüge am Flughafen Leipzig/Halle
Sehr geehrte Damen und Herren, das aus 23 Mitgliedern bestehende Netzwerk der Bürgerinitiativen gegen Flüglärm am Flughafen Leipzig/Halle hat eine Initiative zur Einführung der sog. “Bonusliste” am Flughafen Leipzig/Halle gestartet. Unterstützt wird diese Initiative durch Beschlüsse des Leipziger Stadtrats, sowie von mehreren Gemeinde- und Ortschaftsräten. Mit der Initiative soll erreicht werden, dass zukünftig die lautesten Flugzeuge in den Nachtstunden zwischen 22:00 Uhr und 06:00 Uhr am Flughafen Leipzig/Halle nicht mehr verkehren dürfen…
Bild: Quo vadis Bürgerbeteiligung?Bild: Quo vadis Bürgerbeteiligung?
Quo vadis Bürgerbeteiligung?
„Die Sachsen wollen zu den Spitzenregionen Europas aufschließen. Deshalb gibt es bei uns kein Großprojekt, das erfolgreich durch Klagen gestoppt wurde. Wir haben Kohlekraftwerke gebaut, Straßen und Autobahnen, Braunkohle-Tagebaue erweitert. Das ist in anderen Bundesländern nicht mehr möglich.“ Stanislaw Tillich, sächs. Ministerpräsident in „junge Welt“ vom 11.10.2010 (Titelseite) Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) gab kürzlich mit seinem süffisanten Ausspruch (siehe Zitat) die Unterstützung, welche in den Anfangsjahren…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Musiknacht Oberkirch 2012 - Livemusik mit "Stormy Weather" im Hotel PflugBild: Musiknacht Oberkirch 2012 - Livemusik mit "Stormy Weather" im Hotel Pflug
Musiknacht Oberkirch 2012 - Livemusik mit "Stormy Weather" im Hotel Pflug
1 Nacht, 1 Stadt, 16 Lokale und 16 Bands. 1x bezahlen und überall dabei sein in der Musiknacht Oberkirch. Überall in dieser Nacht wird in Hotels, Cafes, Bars, Restaurants, Bistros, Kneipen und Clubs ein breit gefächertes und abwechslungsreiches Musikprogramm für alle Altersgruppen angeboten und den Gästen einen unvergesslichen Abend mit viel Livemusik …
Bild: Musik, die Brücken baut: Jo & Josephine mit neuer Single "Überall auf dieser Welt“Bild: Musik, die Brücken baut: Jo & Josephine mit neuer Single "Überall auf dieser Welt“
Musik, die Brücken baut: Jo & Josephine mit neuer Single "Überall auf dieser Welt“
Mit ihrem neuen Song „Überall auf dieser Welt“ schlagen die Sänger und Entertainer Jo & Josephine eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Titel, geschrieben von Marita Frehse (Josephine), wurde bereits vor über 20 Jahren veröffentlicht und kehrt nun in einem modernen Remix zurück – aktueller und berührender denn je.Die Inspiration zu …
Bild: CLEAN Hygienetipp Nr. 2 Im Winter frei von Viren, Bakterien und KeimenBild: CLEAN Hygienetipp Nr. 2 Im Winter frei von Viren, Bakterien und Keimen
CLEAN Hygienetipp Nr. 2 Im Winter frei von Viren, Bakterien und Keimen
Bazillen heißen sie landläufig und sind in der kalten Jahreszeit überall zu finden: Viren, Bakterien und Keime – Krankheitserreger eben. „Da kann man nichts gegen machen!“ sagt Volkes Stimme. Aber diese Meinung ist so landläufig wie falsch. Denn wer gut ausgerüstet ist, kann sich schützen – und zwar mit einer ganz einfachen Idee. Die kleine Rettung für …
Bild: Horn und Landgraf mit Comenius Award 2020 ausgezeichnetBild: Horn und Landgraf mit Comenius Award 2020 ausgezeichnet
Horn und Landgraf mit Comenius Award 2020 ausgezeichnet
… dem Comenius-Award 2020, dem EduMedia Siegel, einem internationalen Preis für Bildungsmedien, wurde das Buch- und CD-Projekt "Kinder feiern Weihnachten - hier und überall" ausgezeichnet. Autor der Erzählungen und der Begleitmaterialien ist Michael Landgraf, erfahrener Kinderbuchautor und Fortbildungsdozent aus Neustadt an der Weinstraße. Die Musik stammt …
Am Hindukusch gilt kein Grundgesetz
Am Hindukusch gilt kein Grundgesetz
… (SPD) erklärt: Die Sicherheit Deutschlands wird auch am Hindukusch verteidigt. Heute hat Minister Struck erklärt: Die Bundeswehr wird sich künftig verstärkt an internationalen Einsätzen überall auf der Welt beteiligen. Folglich ist der Hindukusch künftig überall, weltweit, wo er gebraucht wird. Zwar steht das Grundgesetz gegen diese Intention. Aber das …
Bild: Dr. Frank Überall folgt Ruf an Kölner HMKWBild: Dr. Frank Überall folgt Ruf an Kölner HMKW
Dr. Frank Überall folgt Ruf an Kölner HMKW
Köln, 01.10.2012. Dr. Frank Überall ist mit Wirkung zum 1. Oktober 2012 zum Professor an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) am Standort Köln berufen worden. Der 41-jährige Kölner arbeitet im Lehrgebiet Journalismus. Darüber hinaus wird der promovierte Sozialwissenschaftler die Fächer Politikwissenschaft und Soziologie lehren. …
Strategischer Vorteil für die Location Kino
Strategischer Vorteil für die Location Kino
… LocationCinema-Gründer und Geschäftsführer Kai Lauterbach: Die von seiner Agentur als Veranstaltungslocations vermarkteten Kinos verfügten nicht nur über einen einheitlichen Standard, es gebe es auch überall. Im Auftrag von Kunden wie der 'Deutschen Telekom' oder der 'Volkswohl Bund Versicherung' setze LocationCinema bisher knapp 40 große Roadshows um. Zurzeit sind …
Bild: Gewerkschafts-Vorsitzende starten Unterhaltungs-Podcast - „Der Bulle und der Schreiberling“Bild: Gewerkschafts-Vorsitzende starten Unterhaltungs-Podcast - „Der Bulle und der Schreiberling“
Gewerkschafts-Vorsitzende starten Unterhaltungs-Podcast - „Der Bulle und der Schreiberling“
… Journalisten-Verbands (DJV) haben einen gemeinsamen Audio-Podcast gestartet, in dem sie sich unterhaltsam und informativ mit ihren Berufsbildern beschäftigen. Sebastian Fiedler und Frank Überall sprechen darin über belletristische Bestseller-Literatur. In jeder Folge werden Aspekte diskutiert, die in Büchern (meist Krimis) vorkommen, die gerade von Hunderttausenden …
Bild: "Überall-Räucherofen" auf der Grünen Woche 2010 vorgestelltBild: "Überall-Räucherofen" auf der Grünen Woche 2010 vorgestellt
"Überall-Räucherofen" auf der Grünen Woche 2010 vorgestellt
Räucher-Max alias Maschinenbaumeister Hans-Jürgen Schulz aus Neubrandenburg präsentierte auf der Internationalen Grünen Woche 2010 in Berlin mit dem "Überall-Räucherofen" ein völlig neues Räucherofen-Konzept. Der auf der Grünen Woche erstmals vorgestellte "Überall-Räucherofen" ist eine äußerst einfache, aber geniale Erfindung des emsigen Tüftlers und …
Bild: Fußball-Regionalliga live auf dem Handy - kostenloser Dienst gestartetBild: Fußball-Regionalliga live auf dem Handy - kostenloser Dienst gestartet
Fußball-Regionalliga live auf dem Handy - kostenloser Dienst gestartet
Ab sofort können Fans die Live-Reportagen der Fußball-Regionalliga jederzeit und überall verfolgen, der Regionalliga-Sender „FanGeist“ berichtet live. Möglich macht dies der neue Dienst „FanGeist Mobil“. Über die Telefonnummer 0241-609 52 432 kann sich der Hörer per Handy oder normalem Telefon einwählen und die spannenden Live-Kommentare, Interviews …
Sie lesen gerade: „Überall muss gespart werden - doch bitte nicht bei mir“