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Dr. Theo Zwanziger: Mehr Menschlichkeit - Interview mit DFB-Präsidenten

19.11.201014:15 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Dr. Theo Zwanziger: Mehr Menschlichkeit - Interview mit DFB-Präsidenten
Theo Zwanziger in Koblenz (Foto: Maurice Bonkat)
Theo Zwanziger in Koblenz (Foto: Maurice Bonkat)

(openPR) Dr. Theo Zwanziger ist ein Kriegskind. Auch sein Vater wurde wie so viele Millionen im Zweiten Weltkrieg zum Opfer eines verbrecherischen Regimes. Heute setzt er sich der DFB-Präsident als organisatorisches Oberhaupt von über sechs Millionen Fußballern für mehr Menschlichkeit ein. Er kämpft gegen Diskriminierung, Gewalt und Fremdenhass. Im Interview zum Volkstrauertag spricht Zwanziger über die integrative Bedeutung des Sports in der Gesellschaft, die Aufarbeitung der Geschichte des DFB unter dem Hakenkreuz – und seine persönliche Verbundenheit zur Arbeit der Deutschen Kriegsgräberfürsorge:




Dr. Zwanziger, Sie haben eine Gedenkrede zum Volkstrauertag gehalten.
Was hat sie dazu bewogen? Zunächst einmal gibt es aus meiner langjährigen Tätigkeit als Regierungspräsident in Koblenz und beim Fußballverband Rheinland eine enge persönliche Bindung in diese Region. Darüber hinaus schätze ich sehr die Arbeit des Landesvorsitzenden des Volksbundes, der mich persönlich gebeten hat, diese Rede zu halten. Ich bin dieser Bitte gerne gefolgt, da ich großen Respekt und großes Vertrauen in die Arbeit des Volksbundes habe. Diese Organisation hat meiner Mutter sehr intensiv geholfen, als es um die Pflege des Grabes meines Vaters ging, der im Zweiten Weltkrieg gefallen ist und bei Fürstenwalde beerdigt wurde.


Der Volkstrauertag hat eine lange Tradition als wichtiges Ritual des Erinnerns und Gedenkens. Halten Sie ihn auch heute noch für zeitgemäß?

Auf jeden Fall. Der Volkstrauertag als Tag des Erinnerns wird sogar immer wichtiger, je weiter wir uns von den schrecklichen Ereignissen vor 1945 zeitlich entfernen. Natürlich hat sich sein Charakter in den Jahren des Bestehens ein wenig verändert. Als junger Mensch habe ich auf dem Friedhof in Altendiez oftmals die Gedenkansprachen zum Volkstrauertag verfolgt. Damals war bei den Menschen noch deutlich mehr persönliche Betroffenheit und Trauer spürbar, da die meisten von ihnen enge Verwandte oder Bekannte im Zweiten Weltkrieg verloren hatten. Diese Trauer ist über die Generationen ein wenig verloren gegangen, da der persönliche Bezug zu den schrecklichen Ereignissen nicht mehr ganz so eng ist. Aber umso wichtiger ist es, dass es den Volkstrauertag auch noch heute in Deutschland gibt. Er erinnert die Menschen an die schrecklichen Geschehnisse vor 1945 und daran, dass sie den folgenden Generationen Zivilcourage und die richtigen Werte im Kampf gegen Diskriminierung, Fremdenhass und für mehr Menschlichkeit vermitteln müssen. Mit dem Ziel, dass sich solch schrecklichen Gräueltaten nicht wiederholen.


Der Volksbund betreibt gemeinsam mit Bundesliga-Clubs die Aufarbeitung der eigenen Vereinsgeschichte sowie der persönlichen Spieler-Schicksale. Können Sie sich vorstellen, diese Projekte zu unterstützen?

Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte ist zunächst einmal die Aufgabe eines jeden einzelnen Klubs und jeder Organisation selbst. Der DFB hat dies bereits getan und die Zeit des Fußballs unter dem Hakenkreuz durch eigens dafür in Auftrag gegebene Studie aufgearbeitet und in einem Buch festgehalten. Dabei haben wir uns auch mit den sozialen Lebensläufen der Menschen befasst, die in dieser Zeit Widerstand geleistet haben, Mitläufer, aber eben oft auch aktive Unterstützer des Nazi-Regimes waren. Für den DFB ist die Aufarbeitung damit eigentlich abgeschlossen. Für den Verband geht es nunmehr darum, dass aus den gewonnenen Erkenntnissen die richtigen Lehren für die heutige Zeit gezogen werden. Dies tun wir beispielsweise durch die Unterstützung von Projekten und Organisationen, die sich der Erinnerung an die schrecklichen Taten der damaligen Zeit verschrieben haben. Und natürlich durch die Stiftung des jährlich verliehenen Julius-Hirsch-Preises, der ganz bewusst dieser Ereignisse erinnert und den Lebenslauf eines deutschen Nationalspielers jüdischen Glaubens, der im Konzentrationslager umgebracht wurde, nachzeichnet. Der Deutsche Fußball-Bund ist in diesem Bereich also schon sehr weit. Dennoch ist jede Zusammenarbeit, beispielsweise mit dem Volksbund, die uns in diesem Bereich noch ein Stück nach vorne bringt, jederzeit willkommen.


Sport und Politik gehen häufig eine besondere Beziehung ein. Auch der DFB nutzt den Bekanntheitsgrad der Sportler etwa für Kampagnen gegen Ausländerfeindlichkeit. Auf der anderen Seite gehören politische Überzeugungen eigentlich nicht auf dem Sportplatz. Wie gehen Sie mit diesem Zielkonflikt um?

Da gibt es keinen Zielkonflikt. Das eine bedingt eher das andere. In einer werteorientierten Demokratie, die sich den wichtigen Grundwerten wie Freiheit, sozialer Gerechtigkeit und der Würde des Menschen verpflichtet hat, kann nicht nur der Staat Politik machen. Auch die zivile Gesellschaft muss mit all ihrer Kraft daran arbeiten, dass diese Werte verteidigt und umgesetzt werden. Daher ist es doch nur selbstverständlich, dass ein starker Verband wie der DFB nicht nur Fußball spielen lässt, sondern auch gegen negative Tendenzen in der Gesellschaft vorgeht. Natürlich steht bei uns immer der Sport im Mittelpunkt, aber dennoch positionieren wir uns ganz klar im Kampf gegen Diskriminierung, Gewalt und Fremdenhass. Natürlich dürfen wir uns als Sportverband nicht parteipolitisch instrumentalisieren oder gar missbrauchen lassen. Aber das tun wir auch nicht, denn die Autonomie des Sports muss immer gewahrt bleiben.

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