openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Botswanas Regierung beleidigt erneut indigene „Buschleute“

10.11.201017:27 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Botswanas Regierung beleidigt erneut indigene „Buschleute“
Minister sagt, die Gana und Gwi leben „im tiefsten Mittelalter“. © Survival
Minister sagt, die Gana und Gwi leben „im tiefsten Mittelalter“. © Survival

(openPR) Botswanas Umwelt- und Tourismusminister hat sich in einem Interview herablassend über die indigenen Gana und Gwi „Buschleute” der Kalahari geäußert.

Minister Kitso Mokaila sagte gegenüber der BBC: „Ich glaube kaum, dass Sie ihresgleichen zusehen wollen würden, wie sie aus freier Wahl im finsteren Mittelalter am Ende der Welt leben, während Sie wissen, dass die Welt sich weiter entwickelt hat und so technologisch geworden ist.“



Mokailas jüngste Bemerkungen folgen einer Reihe von vorherigen Beleidigungen der Gana und Gwi durch Regierungsmitglieder, und sind Ausdruck des tief verwurzelten Rassismus in Botswana gegenüber den Indigenen.

Der Präsident Botswanas, Ian Khama, hatte 2008 in einer Rede an die Nation einen ähnlichen Kommentar gemacht, als er den Lebensstil der Gana und Gwi als „archaische Fantasie“ beschrieb. Im vergangen Jahr wurde eine Frau aus Südafrika festgenommen, nachdem sie behauptet hatte, dass Khama „wie ein Buschmann“ aussähe.

Khama sitzt im Vorstand der Naturschutzorganisation Conservation International und hat den Gana und Gwi untersagt, einen Brunnen zu nutzen, von dem sie für ihre Wasserversorgung abhängen. Gleichzeitig hat seine Regierung neue Brunnen ausschließlich für Wildtiere gebohrt und dem Reiseanbieter Wilderness Safaris genehmigt, ein luxuriöses Touristencamp auf dem Land der Indigenen zu errichten. Die Regierung verhandelt zudem momentan mit dem Unternehmen Gem Diamonds über den Bau einer Diamantenmine auf dem Land der Gana und Gwi.

Khamas Vorgänger, Festus Mogae, behauptete 1996, die Gana und Gwi seien „Steinzeitkreaturen, die sich anpassen müssen oder aussterben werden, wie der Dodo.“ Die Äußerungen folgten der Vertreibung der Gana und Gwi von ihrem angestammten Land im Central Kalahari Game Reserve durch die Regierung; weitere Vertreibungen in 2002 wurden vom Obersten Gerichtshof als illegal und verfassungswidrig verurteilt.

General Mompati Sebogodi Merafhe, damals Botswanas Außenminister und heute Vizepräsident, fragte im Jahr 2002 warum die Buschleute „weiterhin mit Flora und Fauna leben müssen,” wenn es doch „bessere Dinge im Leben zu genießen gibt, wie etwa Cadillac zu fahren.”

„Manchmal vergleiche ich [den Fall der Buschleute] mit dem der Elefanten. Wir hatten früher das gleiche Problem als wir die Elefanten ausmerzen wollten und die Menschen dagegen waren,“ sagte Margaret Nasha 2002, gegenwärtig Ministerin für öffentliche Dienste.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Mokailas Bemerkungen haben den Beigeschmack der kolonialen Vergangenheit. Sie zeigen, dass die Regierung immer noch die gleichen rassistischen Vorurteile hat wie in 2002, als sie die Gana und Gwi von ihrem Land vertrieb. Die Indigenen verdienen Respekt für ihre Art zu leben – genau wie jeder andere Mensch. Wenn überhaupt jemand „im tiefen Mittelalter lebt,” dann ist es die Regierung Botswanas.”

Mokailas Kommentar fällt mit einem Boykottaufruf gegen Botswanas Tourismus- und Diamantenindustrie zusammen, den Survival kürzlich aus Protest gegen die Behandlung der Gana und Gwi gestartet hat.



Lesen Sie diese Meldung online: http://www.survivalinternational.de/nachrichten/6670

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 484607
 937

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Botswanas Regierung beleidigt erneut indigene „Buschleute““ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Survival International Deutschland e.V.

Bild: Indigene im Amazonas-Regenwald vereinigt gegen kanadischen ÖlkonzernBild: Indigene im Amazonas-Regenwald vereinigt gegen kanadischen Ölkonzern
Indigene im Amazonas-Regenwald vereinigt gegen kanadischen Ölkonzern
Indigene aus dem Amazonas-Regenwald in Peru und Brasilien haben sich zusammengetan, um ein kanadisches Öl-Unternehmen davon abzuhalten, ihr Land zu zerstören und das Leben unkontaktierter Völker zu bedrohen. Hunderte Matsés-Indianer haben sich letzten Samstag an der Grenze zwischen Peru und Brasilien versammelt und ihre Regierungen aufgefordert, Erkundungen zu stoppen, da die Bauarbeiten ihre Heimat im Wald zerstören würden. Der Ölkonzern Pacific Rubiales, mit Hauptsitz in Kanada, hat bereits begonnen, in Perus “Block 135” nach Öl zu suchen…
Bild: Gericht verpasst Chance, ‘Menschensafaris’ endgültig zu stoppenBild: Gericht verpasst Chance, ‘Menschensafaris’ endgültig zu stoppen
Gericht verpasst Chance, ‘Menschensafaris’ endgültig zu stoppen
Das Oberste Gericht Indiens soll gegen die Aufrechterhaltung eines “provisorischen Beschlusses” vom Januar entschieden haben, mit dem es “Menschensafaris” auf den Andamanen-Inseln untersagt hatte. Dies ist ein tragischer Rückschlag für die Kampagne gegen die kontroversen Touristentouren durch das Gebiet der indigenen Jarawa. Der Beschluss vom Januar hatte die Anzahl von Fahrzeugen, die durch das Schutzgebiet der Jarawa fahren, um zwei Drittel reduziert. Zuvor waren täglich Hunderte Touristen entlang der illegalen Andaman Trunk Road unterwegs…

Das könnte Sie auch interessieren:

Survival appelliert an Naomi Campbell keine Graff Diamanten mehr zu tragenS
Survival appelliert an Naomi Campbell keine Graff Diamanten mehr zu tragenS
… Adressaten sind Victoria Beckham, Naomi Campbell und Elizabeth Hurley. Survival fordert den Diamantenhändler Graff Diamonds auf, sich aus einem umstrittenen Diamantenprojekt im Land der Kalahari Buschleute in Botswana zurück zu ziehen. Graffs Branchenrivale De Beers zog sich bereits aus dem Kalahari-Reservat zurück, nachdem die Models Iman und Lily Cole sich …
Bild: Vier Jahre später: Botswanas Regierung lehnt Gerichtsurteil abBild: Vier Jahre später: Botswanas Regierung lehnt Gerichtsurteil ab
Vier Jahre später: Botswanas Regierung lehnt Gerichtsurteil ab
Vier Jahre nachdem Botswanas Oberster Gerichtshof das Recht der Kalahari Buschleute bestätigte, auf ihrem angestammten Land zu leben, hat die Regierung Botswanas ein Statement veröffentlicht, das das Gerichtsurteil herausfordert. 2002 vertrieb die Regierung die Buschleute gewaltsam von ihrem angestammten Land im Central Kalahari Game Reserve. Es folgte …
Ehemalige UN-Beraterin für Wasserangelegenheiten verurteil Botswanas Umgang mit Buschleuten
Ehemalige UN-Beraterin für Wasserangelegenheiten verurteil Botswanas Umgang mit Buschleuten
… Vereinten Nationen in Wasserangelegenheiten, Trägerin des Alternativen Nobelpreises und Gründerin des Blue Planet Project, verurteilt die Regierung Botswanas für deren Unterlassen den Buschleuten Zugang zu Wasser zu gewähren. Vor einer Woche erklärten die Vereinten Nationen das Recht auf Wasser zu einem grundlegenden Menschenrecht, kurz nachdem Botswanas …
Bild: Urteil vertagt: Buschleute müssen weiterhin auf Zugang zu Wasser wartenBild: Urteil vertagt: Buschleute müssen weiterhin auf Zugang zu Wasser warten
Urteil vertagt: Buschleute müssen weiterhin auf Zugang zu Wasser warten
… Oberster Gerichtshof hat gestern sein Urteil gegen Botswanas Regierung vertagt. Das Verfahren soll den Zugang zu einem Wasserbohrloch regeln, auf welches die Kalahari Buschleute für ihre Wasserversorgung angewiesen sind. Die Buschleute haben bei dem Gericht eine Klage gegen Botswanas Regierung eingereicht, um Zugang zu ihrem Wasserbohrloch zu erhalten. …
Bild: Tourismus in Botswana: Survival fordert BoykottBild: Tourismus in Botswana: Survival fordert Boykott
Tourismus in Botswana: Survival fordert Boykott
Survival International, die Menschenrechtsorganisation für indigene Völker, ruft Touristen zum Boykott gegen Botswana auf. Hintergrund ist die brutale Verfolgung der indigenen Kalahari Buschleute durch die Regierung. Der Aufruf fällt auf den Welttourismustag am 27. September, an dem Botswana mit „kultureller Vielfalt und freundlichen Menschen“ um Besucher …
Bild: Proteste bei internationaler Tourismusmesse in MadridBild: Proteste bei internationaler Tourismusmesse in Madrid
Proteste bei internationaler Tourismusmesse in Madrid
… Menschenrechtsorganisation Survival International begrüßt, die einen Boykott von Reisen nach Botswana fordern. Die Demonstranten lehnen die Behandlung der Gana und Gwi „Buschleute“ durch die Regierung Botswanas ab. Sie protestierten neben dem Stand von Botswanas Tourismusorganisation. Mit Schildern forderten sie „Botswanas Tourismus boykottieren“ und …
Bild: Weltweite Anzeigenkampagne deckt üble Behandlung der Buschleute aufBild: Weltweite Anzeigenkampagne deckt üble Behandlung der Buschleute auf
Weltweite Anzeigenkampagne deckt üble Behandlung der Buschleute auf
Survival hat eine weltweite Anzeigenkampagne gestartet, welche die üble Behandlung der Buschleute der Gana und Gwi durch die Regierung Botswanas aufdeckt. In mehreren auflagenstarken Zeitschriften wie dem „Condé Nast Traveller“, „The World of Interiors“ und „Red Bulletin“ (einer Beilage der britischen Tageszeitung „The Independent“) erschien eine Anzeige, …
Bild: „Thirsty Still“: Weihnachtsmann überreicht Geschenk der Buschleute an Botswanas RegierungBild: „Thirsty Still“: Weihnachtsmann überreicht Geschenk der Buschleute an Botswanas Regierung
„Thirsty Still“: Weihnachtsmann überreicht Geschenk der Buschleute an Botswanas Regierung
Der Weihnachtsmann überbrachte heute, am internationalen Tag der Menschenrechte, ein besonderes Geschenk von den Kalahari Buschleuten an Botswanas Hochkommissariat in London. Die Regierungsvertreter bekamen als Geschenk verpackte Wasserflaschen überreicht, mit dem Label „Thirsty Still“. Damit wollen die Buschleute internationale Aufmerksamkeit auf ihre …
Bild: WikiLeaks: US-Botschaft verurteilte Vertreibung der Kalahari BuschleuteBild: WikiLeaks: US-Botschaft verurteilte Vertreibung der Kalahari Buschleute
WikiLeaks: US-Botschaft verurteilte Vertreibung der Kalahari Buschleute
Wie durch heute veröffentlichte US-Depeschen bekannt wurde, verurteilte der US-Botschafter in Botswana die Vertreibung der Kalahari Buschleute durch die dortige Regierung aufs schärfste. Botschafter Joseph Huggins berichtet demzufolge 2005 an Washington, dass die Buschleute „ohne Bedacht und ohne nachfolgende Unterstützung in eine wirtschaftlich absolut …
Bild: Botswanas Präsident äußert sich rassistisch über Kalahari BuschleuteBild: Botswanas Präsident äußert sich rassistisch über Kalahari Buschleute
Botswanas Präsident äußert sich rassistisch über Kalahari Buschleute
Botswanas Präsident hat die Buschleute der Kalahari am Freitag überraschend als „urzeitlich,” „primitiv” und „zurückgeblieben” beschrieben. Bei einer Rede vor der größten Diamantenmine Botswanas, warf Präsident Khama den Buschleuten vor, ein „Leben von Zurückgebliebenheit,”„ein primitives Leben von Entbehrungen neben den Tieren” und einen „urzeitlichen …
Sie lesen gerade: Botswanas Regierung beleidigt erneut indigene „Buschleute“