(openPR) Es klingt erstaunlich, ist aber ein Tatsache: Nach höchstens 78 Wochen - das sind knapp 20 Monate - kann die berufliche Karriere für die weitaus meisten deutschen Angestellten in Hartz-IV enden. Und zwar dann, wenn eine Krankheit zur Berufsunfähigkeit führt. Laut einer Forsa-Umfrage haben sich lediglich knapp ein Viertel aller Haushalte gegen dieses Fall abgesichert.
Der Arbeitgeber zahlt zwar noch sechs Wochen lang das Gehalt, doch danach wird's eng: Das Krankengeld bedeutet zehn Prozent weniger netto plus die Kosten für die Sozialversicherungen - für eben diese maximal 78 Wochen. Was danach geschieht, beschreibt Andreas Seibert, auf Familienabsicherung spezialisierter Experte der Univerma AG, als "finanzielles Desaster": "Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente wurde 2001 faktisch abgeschafft. Bei voller Erwerbsminderung liegt sie heute bei etwa 40 Prozent des letzten Bruttoeinkommens, ist eine teilweise Arbeit möglich, sogar nur bei rund 20 Prozent. Diese Rente liegt praktisch auf dem Niveau des Arbeitslosengeldes II oder darunter. Zudem sind die Zahlungen sozialversicherungspflichtig. Wer nach 1961 geboren ist, hat ohnehin keinen Anspruch mehr. Der Bezug von Hartz-IV-Unterstützung ist somit deutlich wahrscheinlicher als der einer Rente."
Die Verdrängungsmentalität à la "kann mir nicht passieren" sei das größte Problem, so Seibert weiter. Dabei werde in aller Regel vergessen, dass die Berufsunfähigkeit jeden treffen könne, nicht nur Angehörige riskanter Berufe wie Schornsteinfeger oder Bergarbeiter. "Rund ein Drittel aller Frühverrentungen gehen auf das Konto psychischer Krankheiten wie Depressionen oder Stress", sagt Seibert. "Übergewicht, Schlafstörungen und hoher Blutdruck sind weitere Verursacher." Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sei damit alles andere als Luxus, sondern schlicht eine Notwendigkeit. "Wer sich und seine Familie vor einer finanziellen Katastrophe absichern will, kommt um diese Vorsorge nicht herum", so der Experte.










