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60. Jahre Sieg im Großen Vaterländischen Krieg

06.05.200512:43 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Botschaft der Republik Belarus in der Bundesrepublik Deutschland


Pressemitteilung ¹ 32
Berlin, den 6. Mai 2005

60. Jahre Sieg im Großen Vaterländischen Krieg

Am 9.Mai 2005 jährt sich zum 60. Mal der Sieg der sowjetischen Völker im Großen Vaterländischen Krieg 1941 – 1945 gegen den Hitlerfaschismus und für die Befreiung ihrer Heimat und ganzen Europas von der „braunen Pest“.



Der Krieg hinterließ tiefe Spuren in der belarussischen Geschichte. Er dauerte auf dem Territorium der heutigen Republik Belarus vom 22. Juni 1941 bis zum 28. Juli 1944. In diesem Zeitraum wurde das Land zweimal von dem Feuersturm der Front betroffen.

Die Hauptziele der faschistischen Hitlerclique waren in diesem Krieg die Zerschlagung und Liquidierung der Sowjetunion, die Vernichtung des größten Teils der Bevölkerung und die Germanisierung des ganzen Raums bis zum Ural-Gebirge. Es war u.a. geplant, 75% der Bevölkerung von Belarus auszusiedeln bzw. zu vernichten.

Belarus (damals – Belarussische Sowjetische Sozialistische Republik) wurde vom ersten Tag des Krieges an zum Schauplatz der größten Schlachten, weil es gerade auf dem Wege der mächtigsten Wehrmacht-Heeresgruppe Mitte lag, die den strategischen Angriff gegen Moskau unternahm.

Als erste stellten sich sowjetische Grenzschutzsoldaten und vorgeschobene Einheiten der Deckungstruppen zum Kampf gegen die Aggressoren. Keine der 485 Grenzwachen ergab sich oder verließ ohne Befehl ihre Stellung. Besonders mutig kämpfte die Festungsgarnison in Brest. Heftige Gefechte wurden es im Sommer 1941 bei der Verteidigung von Minsk, Polozk, Witebsk, Mogiljow und anderen größeren Städten geliefert. Der Kampf um den belarussischen Boden dauerte 2 Monate. Trotz aller Tapferkeit und des Heldenmutes gelang es der Roten Armee nicht, die Eindringlinge zurückzuschlagen. Das gesamte Gebiet von Belarus mit der Fläche 225,7 Tsd. qkm und der Bevölkerung über 10,5 Mio wurde bis zum Anfang September 1941 besetzt.

Die Nazis etablierten auf dem besetzten Territorium ein Terrorregime, die sog. „neue Ordnung“. Es wurden im Land über 500 Haftorte für zivile Bevölkerung (KZs, Getto, Gefängnisse u.s.w.), 253 Lager für Kriegsgefangene errichtet. Im größten der Todeslager Malyj Trostenez in der Nähe von Minsk kamen insgesamt 206,5 Tsd. Menschen ums Leben. Damit ist Trostenez der viertgrößte Ort der Vernichtung in Europa nach Auschwitz, Maidanek und Treblinka. Besonders unmenschlich war die Behandlung der Juden – infolge der Politik der Totalvernichtung wurden auf dem belarussischen Boden über 715 Tsd. Juden aus Belarus und mehr als 90 Tsd. ihrer Gleichgläubigen aus den anderen Ländern Europas ermordet.

Aber auch das Leid anderer Opfergruppen, seien es soziale, politische, ethnische oder konfessionelle, war damals unermesslich. Der Terror richtete sich gegen sowjetische Kriegsgefangene, Hungerflüchtlinge, Bauern, Intellektuelle, Parteimitglieder und Parteilose, Frauen und Kinder unabhängig von ihrer Nationalität. Es wurde während der Besatzung regelrecht eine Vernichtungspolitik betrieben.

Im Kampf gegen die Besatzung begann die einheimische Bevölkerung Partisanengruppen und Untergrundorganisationen zu gründen. Bereits in den ersten Tagen des Krieges nahm die Pinsker Partisanenabteilung unter der Leitung von W.Korsh ihre Tätigkeit auf. Die Widerstandsbewegung entwickelte sich schnell zum allgemeinen Volkskrieg gegen die Eroberer. An diesem Kampf nahmen mehr als 370 Tsd. Belarussen sowie Menschen anderer Nationalitäten, darunter über 4000 Bürger Polens, der Tschechoslowakei, Jugoslawiens, Ungarns, Frankreichs, Deutschlands, Italiens teil. Ihre Handlungen, die sich vor allem gegen rückwärtige Dienste der feindlichen Streitkräfte und auf die Zerstörung der Kommunikationen richteten, beeinträchtigten ernsthaft die Kampflage der Wehrmacht. Im Jahre 1944 befand sich 60% des belarussischen Gebiets unter Kontrolle von Partisanen. Mehr als 70 Tsd. Menschen leisteten einen bedeutenden Beistand der Partisanenbewegung als Mitglieder antifaschistischer Untergrundorganisationen in größeren Orten landesweit.

Am Ende 1943 veränderte sich die militärpolitische und strategische Situation gründlich zugunsten der UdSSR. Die Befreiung von Belarus fing bereits im September 1943 an, als die Rote Armee den belarussischen Boden betrat. Bis Ende des Monats wurden die deutschen Besatzungstruppen aus einigen Städten im Osten des Landes vertrieben. Am 26. November 1943 traten die Truppen der 1. Belarussischen Front auch in Gomel – dem ersten belarussischen Gebietszentrum – ein. Im Sommer 1944 unternahm die Rote Armee ihren Hauptangriff in Belarus. Im Laufe der Offensivoperation Bagration wurde am 3. Juli 1944 die belarussische Hauptstadt Minsk, und schon am 28. Juli 1944 die Grenzstadt Brest befreit, was auch die vollständige Befreiung der Republik bedeutete.

An den weiteren Operationen der Roten Armee, einschließlich der Schlacht um Berlin im April – Mai 1945, nahmen auch zahlreiche belarussische Offiziere und Soldaten teil. Die Berliner Operation (16. April – 8. Mai) spielte eine entscheidende Rolle bei der endgültigen Niederlage der Nazi-Tyrannei. Am 2. Mai wurde die Berliner Gruppierung der faschistischen Streitkräfte zerschlagen. Am 8. Mai unterzeichneten Vertreter des besiegten Dritten Reiches in Karlshorst, einem Vorort von Berlin, in Anwesenheit von Repräsentanten der Alliierten die bedingungslose Kapitulation.

Der 9. Mai 1945 ging in die Geschichte der Sowjetunion als Tag des Sieges über die Militärmaschinerie des faschistischen Deutschlands und der Beendigung des Großen Vaterländischen Krieges ein. Für Belarus stellte der Sieg in besonderem Maße die Grundlage der nationalen Staatlichkeit dar, die bis heute als unentbehrlich gilt.

Im Laufe des Krieges verlor Belarus mehr als die Hälfte seines Nationalvermögens. Es wurden 209 von 270 Städten, 9.200 Dörfer mit insgesamt 4 420 995 Häusern dem Erdboden gleichgemacht; 100.500 Betriebe, über 10.000 landwirtschaftliche Unternehmen zerstört; 8.825 von den 12.294 Schulen, alle Hochschulen, Akademie für Wissenschaften, fast alle Bibliotheken, Museen, Theater und Klubs, Krankenhäuser und Polikliniken, Kindereinrichtungen vernichtet.

Aber die größte Tragödie war zweifelsohne die Massenvernichtung der Bevölkerung. Es fielen mehr als 2,6 Mio Menschen, einschließlich Kinder, Frauen und alter Leute belarussischer Herkunft und auf dem Territorium von Belarus dem Krieg zu Opfer, d.h. jeder 4. Einwohner des Landes.

Der bedeutende Beitrag des belarussischen Volkes zur Zerschlagung des Nationalsozialismus während des zweiten Weltkrieges fand weltweit Anerkennung. Auf der UN-Gründungskonferenz in San Franzisko im April 1945 wurde Belarus in die Familie der Gründerstaaten der Vereinten Nationen aufgenommen.

Zu den feierlichen Jubiläumsveranstaltungen in Minsk, die vom 7. bis zum 9. Mai 2005 aus Anlass des 60. Jahrestages des Sieges über den Faschismus stattfinden werden, kommen die Delegationen von Kriegsveteranen, Vertreter von Regierungen und vom gesellschaftlichen Leben aus mehr als 30 Staaten an.


Botschaft der Republik Belarus in der Bundesrepublik Deutschland
www.belarus-botschaft.de

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