(openPR) Hamburg, 4.08.2010. – Wie lässt sich erreichen, dass Journalisten nicht nur bahnbrechende Erfolge feiern, sondern in Zukunft mehr über den Prozess des Forschens selbst berichten? Indem Wissenschaftler anfangen, von ihrer Arbeit zu ‚erzählen’, ist die Andreas Günther Kommunikationsberatung überzeugt.
Nötig ist dazu der Typus des Forscher-Erzählers. Aus einer persönlichen Perspektive kann er seine Tätigkeit als Abfolge von mühsamen Fortschritten und schmerzhaften Rückschritten, Irrtümern und manchmal überraschender Eingebung schildern. Dazu bedarf es nach Einschätzung des Hamburger PR-Beraters Andreas Günther, 41, allerdings eines gewissen Trainings. „Naturwissenschaftler orientieren sich häufig an mathematischer Formalisierung, die den Faktor Zeit und sein Spannungspotential nicht kennt“, so Günther, „während Geisteswissenschaftler daran gewöhnt sind, weil sie oft historisch argumentieren“.
Andreas Günther, auf Wissenschafts-Kommunikation und Wissenschafts-PR spezialisiert, sieht im `narrative turn´ eine Möglichkeit für Wissenschaftler, das Interesse der Medien zu gewinnen und dennoch nicht zu viel von ihrer Arbeit preisgeben zu müssen. Indirekt bezieht er sich damit auf die Kritik Hans Schölers. Der Münsteraner Stammzellforscher sieht grundsätzlich die wissenschaftliche Zunft dem Druck, aber auch der Versuchung ausgesetzt, mit Forschungsergebnissen allzu früh an die Presse zu gehen. In einem Artikel für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ plädierte er dafür, mit Journalisten Vertraulichkeitsvereinbarungen zu schließen. Andreas Günther schlägt stattdessen vor, von der eigenen Arbeit als work in progress zu erzählen. „Vorschnellem Schließen auf ein vermeintliches Resultat wird dadurch vorgebeugt, dass durch die Logik der Erzählung jede Erkenntnisstufe als Zwischenstufe eines potentiell unendlichen Prozesses markiert ist. Eine Art spannende Soap-Opera auf höchstem Niveau entwickelt sich, die immer neugierig auf die Fortsetzung macht.“
Eine solche erzählende Berichterstattung können Forscher nach Auffassung von Andreas Günther selbst initiieren. Denn: „Wissenschaftler können durch ihr Informationsmaterial die Arbeit der Journalisten in bestimmte Bahnen lenken.“ Dies beginne schon bei Vermittlungsmedien wie der Powerpoint-Präsentation. „Wenn Wissenschaftler von ihren Projekten erzählen, sagen sie, woher sie kommen, wo sie stehen und wie sie dorthin gekommen sind, aber auch, wer sie begleitet und wem sie folgen.“ Die Geschichte und Vorgeschichte ihres Projekts könnten Wissenschaftler gut durch Personalisierung darstellen, indem sie ihren Präsentationen Porträts von Kollegen und Vordenkern, aber auch wissenschaftlichen Antagonisten einfügten. „Anhand konkreter Personen wird so ganz lebendig aufgezeigt, welche verschlungenen Pfade Erkenntnisarbeit nimmt“, so Günther. Damit werde der Keim zu jener sehr erfolgreichen biographistischen Wissenschafts-Darstellung gelegt, wie sie sich im Erfolg von Peter Watsons Buch „Das Lächeln der Medusa“ niederschlage.













