(openPR) Die Talsohle im bayerischen Einzelhandel ist noch nicht durchschritten. Nach einem schwierigen Jahr 2009 rechnet der Handelsverband Bayern (HBE) auch 2010 nicht mit einer Trendwende. Wie HBE-Präsident Michael Krines mit Blick auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise sagte, habe sich der negative Umsatztrend in den ersten Monaten 2010 fortgesetzt. „Die Zukunftssorgen vieler Verbraucher sind Gift für die Konjunktur.“ Trotzdem blicke man mit „vorsichtigem Optimismus“ auf die zweite Jahreshälfte.
Enttäuschender Start 2010
Nach dem Umsatzrückgängen 2009 verzeichnete der bayerische Einzelhandel auch in den ersten vier Monaten des neuen Jahres ein deutliches Minus. Danach ist der Umsatz bis Ende April im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nominal um -3,8 Prozent und real sogar um -4,8 Prozent (Quelle: Landesamt für Statistik) zurückgegangen. Krines: „Wir sind schwach und enttäuschend in das Jahr gestartet.“
Bessere Aussichten für zweites Quartal?
Hoffnung macht dem HBE-Präsidenten allerdings der „sehr robuste“ Arbeitsmarkt in Bayern und die wieder besseren Aussichten der deutschen Wirtschaft. „Wenn die Zahl der Arbeitslosen nicht zunehmen sollte, wird sich dies hoffentlich spürbar auf die Stimmung der Verbraucher auswirken und positive Auswirkungen für den Konsum haben.“ Außerdem habe die Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen. Allerdings würden durch die Euro-Krise „neue, dunkle Wolken“ aufziehen. Krines: „Der Verbraucher reagiert sehr sensibel auf solche Nachrichten.“ Deshalb werden auch 2010 „die Bäume für den Handel nicht in den Himmel wachsen.“ Von einer echten Trendwende sei man „meilenweit entfernt“.
Gute WM, gute Geschäfte
Positive Effekte erwartet der bayerische Einzelhandel von der Fußball-Weltmeisterschaft. Gefragt seien vor allen Dingen Flachbildfernseher, Fan- und Sportartikel, Knabbereien und Getränke. Der Handel hofft auf ein gutes Abschneiden der deutschen Mannschaft, da dies für positive Stimmung sorge. Krines: „Jedes Tor von Podolski & Co freut uns daher ganz besonders.“ Allerdings sei die WM in Südafrika nicht mit der Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 vergleichbar. Krines: „Es wird keine Umsatz-WM, doch es gibt Anlass zur Hoffnung.“
Online-Handel mit steigenden Umsätzen
Auch in Bayern wird Einkaufen im Internet immer beliebter. Die Zahl der Internetkäufer wächst ständig und die Ausgaben pro Online-Käufer steigen an. So wird der gesamte Online-Handel in Bayern in diesem Jahr auf ein Volumen von schätzungsweise rund 3,9 Milliarden Euro ansteigen. Dies bedeutet eine Zunahme von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Krines: „Das sind Steigerungsraten, von denen der klassische Einzelhandel nur träumen kann.“ Gefragt seien vor allen Dingen Artikel aus dem Elektrobereich, Bekleidung und Bücher.
Internet als Chance, nicht als Bedrohung
Mittlerweile verfügen in Bayern rund 80 Prozent der Einzelhandelsunternehmen über eine eigene Website. Das Internet werde laut Krines von immer mehr Firmen als eine zusätzliche Chance zur Kundenbindung, Imagepflege und Erschließung neuer Zielgruppen genutzt. In Bayern bieten derzeit knapp 30 Prozent der rund 60.000 Einzelhandelsunternehmen ihre Ware auch im Internet an. Krines: „Damit sind die düsteren Prognosen, wonach der Internetboom zu Lasten des Einzelhandels geht, widerlegt.“





