(openPR) Beim Ölpreis blicken wir auf eine Woche starker Veränderungen zurück. Nach Pfingsten machten die Ölpreis bis Donnerstag einen gewaltigen Taucher, nur um auf das Wochenende hin ebenso gewaltig wieder zuzulegen. Insgesamt steht der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseequalität Brent damit im mittleren Bereich des Preisbandes der letzten zwölf Monate. Da der Dollar im gleichen Zeitraum von CHF 1.08 auf CHF 1.15 geklettert ist, resultiert daraus ein Schweizer Heizölpreis im oberen Drittel aller Preise seit Frühling 2009. Rechnet man die neu geschaffene CO2-Abgabe hinein, kann man derzeit von einem moderaten Heizölpreis sprechen. Geprägt wird die Ölpreisbildung weiterhin mehr von den Börsen-Aktivitäten als von der Situation in der realen Welt, also gemessen an Angebot und Nachfrage. Letzteres würde für tiefere Heizölpreise sprechen. Das Angebot ist reichhaltig, die Nachfrage wächst schwach – aber auf deutlich tieferem Niveau als vor der Finanzkrise. Die nichtverwendete Differenz schlägt sich in erheblichen Förderreserven der OPEC-Länder nieder, die das Rohöl zwecks Preispflege lieber im Boden lassen. An den Handelsplätzen beherrscht weiterhin eine gesunde Portion wirtschaftlichen Optimismus’ die Szene und Preisbildung. Die Händler gehen von einer sich erholenden Weltwirtschaft aus. Damit verbunden wäre eine zunehmende Nachfrage nach Ölprodukten, die sich dann in steigenden Ölpreisen niederschlagen müsste. Etwas in den Hintergrund geraten bei dieser Betrachtungsweise die sich abzeichnenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Europa ist überschuldet, die Euroländer kürzen die Staatsausgaben und erhöhen die Steuern. Die Rettungspakete für die Finanzwelt haben verschiedene alte Industrieländer bis an den Rand des Ruins belastet, die zusätzlich nötigen Sanierungspakete für neu bekannt gewordene, notleidende Staaten kommen nun im falschen Moment. Bei der Geldmengen- und Leitzins-Politik ist ein feines Händchen gefragt, um die wirtschaftliche Situation mit einem Abwürgen des privaten Konsums und staatlicher Investitionen nicht unnötig zu verschärfen. Aufgrund der angespannten Wirtschafts-Situation in fast allen Schlüsselmärkten (ausser China) ist die Hoffnung auf eine rasche Ölnachfragesteigerung etwas optimistisch, der Ölpreis könnte deswegen auch wieder etwas nach unten korrigieren.











