(openPR) München – Thomas Goppel, MdL und Sprecher der ChristSozialen Katholiken (CSK) in der CSU, sieht in der Entscheidung der Äbte aus 27 deutschen Benediktinerklöstern, sich nicht an dem von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger vorgeschlagenen nationalen Fonds zur Entschädigung von Missbrauchsopfern in Einrichtungen der katholischen Kirche zu beteiligen, einen „sehr viel besseren und vor allem individuelleren Weg“.
Goppel erklärte in München, dass die Benediktiner jeden Einzelfall gesondert zu behandeln nach der Maßgabe des christlichen Menschenbildes handhabten. Einen pauschalen Fonds und davor eine reine Bilanzrunde zu installieren, werde den sehr unterschiedlichen Vorfällen, die zum Teil ja Jahrzehnte zurücklägen, nicht gerecht.
Der CSK-Sprecher weiter: „Die Benediktiner handeln angebracht und sinnvoll, wenn sie mit Geschädigten individuell reden und sie befragen. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Opfer die für sie sinnvolle Hilfe erhalten. Erst muss konkret aufgearbeitet sein, was vorgefallen ist. Es macht Sinn, die klösterliche Gesamteinrichtung, die künftig mit der Einhaltung verbindlicher Vorschriften befasst sein wird, an der Aufklärung zu beteiligen. Nur so werden dann auch die richtigen Schlüsse gezogen aus zum Teil Jahrzehnte alten Vorgängen, deren Rekonstruktion neben der staatlich juristischen nach wie vor die innerklösterliche Sachkunde voraussetzt. Daraus erst werden die Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von Missbrauch, die den gesellschaftlichen Erwartungen in der Zukunft umfänglich Rechnung tragen. Wenn die Befragung und Betreuung des Einzelnen an die Stelle der kollektiven Bestandsaufnahme und Listung von Schlussfolgerungen tritt, wird man der jeweiligen Situation eher gerecht. Der Dreierschritt, sich erstens Zeit zum Zuhören zu nehmen, zweitens fallgerecht die Geschädigten um Verzeihung zu bitten und ihnen drittens individuell, seelsorglich oder/und finanziell zu helfen, wird sich als der richtige erweisen – für alle Betroffenen.“












