(openPR) „Jahrgang 1903, wie Johannes Heesters“, so stand es heute in den Dürener Nachrichten zu lesen. Der zweitälteste Mensch aus der Region Aachen feiert heute seinen 108. Geburtstag und blickt auf ereignisreiche Jahre zurück, darunter ein Händeschütteln mit Kaiser Wilhelm II. bei seinem Ritt durch Königsberg.
Für die rüstige Jubilarin, die ältestes Bürgerin des Kreis Düren, die erst mit 103 Jahren in ein Seniorenheim eingezogen ist, und ihrem 69-jährigen Neffen besteht heute wahrlich Grund zum Feiern.
Hinter diesem Jubiläum verbergen sich aber noch andere Tatsachen. Was für unsere Großeltern noch unvorstellbar, für unsere Eltern, sehr selten, für unsere Generation, doch schon immer mal nachzulesen war, wird für unsere Kinder möglicherweise zur Tagesordnung gehören. So gibt es aktuell in der Region Aachen rund 6000 über 90-jährige. Und die Zahl steigt rasant an: zwischen 1988 und 2008 können die Kreise Düren mit einer Steigerungsrate von 156% und Aachen mit 148% aufwahrten. Damit liegen sie deutlich über die den nordrhein-westfälischen Schnitt von 107% im gleichen Zeitraum.
An diesen Zahlen lässt sich das Älterwerden unserer Gesellschaft festmachen, auch für diejenigen, die es bisher noch nicht wirklich wahrnehmen wollen. Auf der anderen Seite, werden von 100 Kindern, die das Schrumpfen unserer Bevölkerungszahl in Zukunft verhindern könnten, 35 heute schon gar nicht mehr geboren, was diesen Alterungsprozess noch beschleunigt. Die Konsequenzen für unsere Sozialsysteme werden damit immer spürbarer. Da passt es, dass gestern in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nachzulesen war, dass es 2010 für unsere Rentner eine Nullrunde geben wird. Für 2011 scheint dies laut Experten ebenfalls festzustehen. Dabei ist noch anzumerken, dass eine Rentenkürzung nur ausbleibt, weil dies in 2009 von der Politik per Gesetz ausgeschlossen wurde.
Der Autor konnte jüngst an einem exklusiven Treffen mit Bundesminister a.D. Walter Riester teilnehmen, in dem dieser einen eindrucksvollen Vortrag zu seinen Beweggründen zur Schaffung der nach ihm benannten Rente gehalten hat.
„Jede Generation hat ein Zukunftsprojekt zu finanzieren, dass immer teurer wird“, so Riester. „Erhielten 1957 im Durchschnitt 9,9 Jahren Zahlungen aus der Rentenversicherung, so geschieht dies aktuell bereits im Schnitt 18 Jahre. Hier musste etwas getan werden, um der möglichen Altersarmut vorzubeugen. Das vom mir eingebrachte Gesetz erreicht dies in beeindruckender Weise“, so Riester weiter, „dennoch bedarf es weiterer Motivation, dies auch an entsprechender Stelle in der Bevölkerung bekannt zu machen.“
Bleibt zu hoffen, dass er Gehör findet und dass Ereignisse wie der heutige 108. Geburtstag im Kreis Düren manchen Bürger zum Nachdenken bringt.










