(openPR) Im Jahr 2005 hat die damalige Bundesregierung beschlossen, aus Deutschland bis 2010 einer der kinderfreundlichsten Länder in Europa zu machen.
Leider sieht die Realität in diesem Jahr 2010 wohl ganz anders aus. Im Gegenteil, eine DIW-Studie bringt es auf den Punkt: das Armutsrisiko nimmt in Deutschland zu.
„Vor allem junge Erwachsene und Haushalte mit Kindern sind betroffen“, erklärt Autor Markus `Grabka. Sein Co-Autor Joachim Frick ergänzt: „Insbesondere Familienhaushalte mit mehr als zwei Kindern sind stärker von Armut betroffen“.
Aus der Studie geht hervor, dass das Armutsrisiko für besagte Familien bei 22% liegt; sind es vier Kinder, steigt es sogar auf 36%. Schlimmer noch: Gegenüber 1998 ist in Deutschland ein sehr starker Anstieg des Armutsrisikos zu verzeichnen. Von Kinderfreundlichkeit kann somit nicht wirklich gesprochen werden, wenn schon das Kinder kriegen ins gesellschaftliche Abseits führen kann.
Wenn aber die Gründung einer Familie mit erheblichen Risiken verbunden ist, stellt sich die Frage, wie denn der Bevölkerungsschwund in Deutschland aufzuhalten sein soll. Andere Studien belegen inzwischen, dass auch die in ihrem Ursprungsland durchaus kinderreichen Ausländerfamilien sich hierzulande dem Trend zur deutschen Kleinfamilie anpassen, womit auch in einer erhöhten Zuwanderung wohl keine dauerhafte Lösung liegt.
Ob eine Änderung der Hartz-IV-Regelung, wie sie kürzlich der Bundesregierung ins Pflichtenheft diktiert wurde, oder die Einführung des Elterngeldes in 2008 mittelfristig zu einer Verbesserung führen werden, kann sicherlich noch nicht gesagt werden. Ob finanzielle Anreize ausreichen werden, ein Umdenken in den Köpfen potentieller zukünftiger Eltern einzuleiten, und ihnen die Angst vor dem finanziellen Absturz nehmen können , lässt sich genauso wenig vorhersagen.
Dennoch führt diese Studie zu einer sehr klaren Aussage: wir können uns nicht mehr alleine auf die sozialen Systeme nach bekanntem Umlageverfahren verlassen. Die Nutzung der staatlichen Zuschüsse zur privaten Vorsorge ist für den Bürger immer zwingender, will er auch in späteren Jahrzehnten seine Konsumfähigkeit erhalten. Wissen, tun dies die meisten; doch in ausreichendem Maße wirklich handeln, das tun immer noch viel zu wenige.












