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Bluthochdruck und andere Fehldiagnosen

05.03.201008:16 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) "Anläßlich jeder Blutspende sind wir aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen zur Blutspende angehalten, eine Blutdruckmessung durchzuführen und die Spendefähigkeit festzustellen. [...] Wird bei der Blutdruckmessung der zweite (diastolische) Wert mit 90 mm Hg bestimmt, wird von Ärzten durchaus die Empfehlung ausgesprochen einmal eine Kontrolluntersuchung vornehmen zu lassen."


So das Deutsche Rote Kreuz (DRK - Blutspendedienst West) am 09.02.2010 in Beantwortung einer Beschwerde, dass einem Blutspender mit bekannt normalem resp. niedrigem Blutdruck (diastolisch unter 80) vom DRK-Arzt geraten wurde, den gerade gemessenen Wert (diastolisch 90) als möglichen Bluthochdruck (Hypertonus) "mit dem Hausarzt abzuklären". Eine solche "Empfehlung" ist unentschuldbar.
1. Jeder, erst recht jeder Arzt muss wissen, wie leicht der Blutdruck schwanken kann; bereits durch Sprechen kann eine Messung verfälscht werden. Speziell bei der Blutspende können als Verfälschungsfaktoren hinzukommen: Weißkittel-Syndrom (Sorge, der Arzt könnte einen zu hohen Blutdruck messen), Warten in der Schlange, "Vorfreude" auf den Einstich (ggf. in Erinnerung an frühere schmerzhafte Fehlstiche) usw. usf.
2. Zur Qualität der Hausärzte / Allgemeinarztpraxen s. die Studie von K. Korb et al., "Umsetzung von diagnostischen Empfehlungen bei Herzinsuffizienz" (Deutsche Medizinische Wochenschrift (DMW) 2010; 135; 120-124), sowie den diesbzgl. Kommentar von E. Erdmann, dass die "analysierten Fachärzte für Allgemeinmedizin nur in weniger als der Hälfte der Fälle bei ihren Patienten mit Herzinsuffizienz die von anerkannten Fachleuten vorgeschlagene und richtige Routinediagnose durchführen", es also "an der nötigen Sorgfalt fehlen lassen", und dass "manche Ärzte undiszipliniert autistisch denken und handeln" (ebd. 123).
3. S. ferner den Bericht von S. Fürst über ihr "Praktikum Allgemeinmedizin" (thieme.de, Via medici, 03.05.2007) in einer Hausarztpraxis: "Bei fast allen Patienten wurde der Blutdruck gemessen, eine Aufgabe, die meist ich übernahm - bei vielen war er zu hoch. Dies war zum Teil auf einen nicht gut eingestellten Hypertonus zurückzuführen aber auch auf das "Weißkittelsyndrom", also die Aufregung beim Arztbesuch. Um die Diagnose Hypertonus bei ihnen zu sichern, bekamen einige Patienten eine 24h-Blutdruckmessung." Zur Erläuterung: Durch eine 24h-Blutdruckmessung ärgert sich das Opfer unentwegt (was den Blutdruck hochtreibt) und wird beim Schlafen gestört (was die notwendige natürliche Erholung inkl. Blutdrucksenkung verhindert). Im Klartext: (Haus-) Ärzte können nicht nur grundlegende Fakten zu Blutdruckschwankungen ignorieren und daraus Fehldiagnosen stellen, sondern Verfälschungen auch selbst provozieren.
4. Zur Ehrenrettung der Hausärzte s. die Studie über das Bildungsniveau bei Notärzten von M.A. Ohlow et al., "Probleme in der präklinischen Diagnostik des ST-Hebungsinfarktes" (DMW 2009, 134, 1984-1989): "73 Notärzten (...) verschiedener Fachrichtungen und Notarztbezirke wurden jeweils acht 12-Kanal-EKGs [Elektrokardiogramm (Herzspannungskurve); Aufzeichnung der elektrischen Herztätigkeit] vorgelegt (...). Die EKGs waren unter der Frage eines STEMI [Herzmuskelinfarkt] und der Notwendigkeit einer Reperfusionstherapie [Wiederherstellung der Durchblutung im Infarktgebiet] zu befunden. [...] Die Gesamtquote der richtigen Ergebnisse aller befragten Teilnehmer (korrekte EKG-Befundung und adäquate Therapiewahl) lag bei 66%. Keiner der befragten Notärzte hatte alle Elektrokardiogramme richtig befundet und alle Fragen zur notwendigen Therapie richtig entschieden." Also auch bei Notärzten ist die Lage absolut katastrophal.
Abschließend: Jeder mag nun selbst entscheiden, ob er einem (Haus-) Arzt blind Vertrauen schenkt, oder ob ein (Haus-) Arzt sich dieses Vertrauen erst mühsam verdienen muss. Jedenfalls sei hier - zumindest bei Verdacht auf Hypertonie - empfohlen, nach Möglichkeit selbst (regelmäßige) Blutdruckmessungen vorzunehmen oder z.B. von einem Verwandten vornehmen zu lassen, u.z. wirklich in Ruhe und Entspannung. Die Anschaffung und Nutzung eines zuverlässigen Blutdruck-Messgeräts kostet weit weniger Zeit und Geld als eine Odyssee durch diverse Arztpraxen, von Gesundheitsbelastungen wie 24h-Blutdruckmessung oder gar Konsum fragwürdiger / ungerechtfertigter Blutdrucksenkungsmittel ganz zu schweigen.
Und wer - z.B. als Blutspender - selbst ebenfalls Opfer solcher vollkommen unentschuldbarer "Empfehlungen" wie "Abklärung eines möglichen Hypertonus durch den Hausarzt" geworden ist, der sollte umgehend mit allem Nachdruck dagegen protestieren; andernfalls steigt die Gefahr, dass z.B. andere, unzulässig autoritätsgläubige und uninformierte Blutspender auf solcherlei Empfehlungen hereinfallen und in die Blutdrucksenkungs-Falle geraten.

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