(openPR) Bei vollem Bewusstsein vollständig gelähmt - ein Albtraum, der nach Hirnschädigung wie nach einem Schlaganfall oder Unfall vorkommt: Locked-in Syndrom (LIS) ist ein Krankheitsbild, das klinisch eindeutig definiert, doch in der Praxis schwer von anderen neurologischen Syndromen wie Wachkoma oder akinetischem Mutismus zu unterscheiden ist. Deutsche und europäische Wissenschaftler diskutieren am 27. März 2010 in Rheinsberg neuste Forschungsergebnisse zum Locked-in Syndrom und Brain-Computer Interfaces. Die Vision, mit der Kraft der Gedanken Maschinen wie Rollstühle, Gehhilfen oder Computer zu steuern, mag noch wie Science-Fiction klingen. Brain-Computer Interfaces sind jedoch auf dem Weg in den klinischen Alltag. Sie sollen Patienten helfen, die weder sprechen noch sich bewegen können, aber deren Gehirn funktioniert, ihre Wünsche und Bedürfnisse ihrer Umwelt mitzuteilen.
Die erste Beschreibung eines Locked-in Syndroms wurde vom Romancier Alexandre Dumas im Roman „Der Graf von Monte Christo“ in der Person des Monsieur Noirtier de Villefort publiziert. Neben den Symptomen wird schon damals die Kontaktmöglichkeit mit dem Patienten beschrieben sowie eine Therapie erwähnt. Die exakte Beschreibung geht auf Plum und Posner im Jahr 1965 zurück. Patienten im LIS werden auch heute noch oft lediglich palliativ oder bestenfalls stabilisierend behandelt. Die Locked-in Phase ist jedoch ein Durchgangsstadium, das mittels frühzeitiger und andauernder intensiver Rehabilitation durchbrochen werden kann.
Programm und Redner der Tagung am 27. März 2010 in Rheinsberg (Brandenburg): http://www.openpr.de/news/387058/Zurueck-ins-Leben-mit-der-Kraft-der-Gedanken-und-ausdauerndem-Training.html





