(openPR) Auch Angebote der naturwissenschaftlich-technischen Jugendbildung in Sachsen sind bedroht.
Die bereits vor einigen Tagen durch die Presse bekannt gewordenen Kürzungen im Bereich der Jugendhilfe durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz haben auch gravierende Auswirkungen auf naturwissenschaftlich-technische Jugendbildungsangebote in Sachsen. Noch vor wenigen Monaten evaluierte der Dritte Sächsische Kinder- und Jugendbericht die Notwendigkeit einer verstärkten außerschulischen Jugendbildung: „Die Kommission vertritt den Standpunkt, dass für die Wahrnehmung dieses Bildungsauftrags, neben der ausdrücklich geforderten konzeptionellen Reformulierung des Auftrages durch die Jugendarbeit selbst, eine ausreichend ausgestattete, eine verlässliche Infrastruktur erforderlich ist.“ (Dritter Sächsischer Kinder- und Jugendbericht, S. 144) Durch die Kürzungen verliert diese Forderung ihre finanzielle Grundlage. Die Verbände der freien Kinder- und Jugendhilfe erfüllen im Sinn des Subsidaritätsprinzips viele Aufgaben der außerschulischen Jugendbildung.
Die Einsparungen treffen viele Ebenen: die Kürzungen der überörtlichen Angebote der Kinder- und Jugendarbeit, die Reduzierungen der Freiwilligendienste für junge Menschen und die geplante Kürzung der Jugendpauschale. Mit der Reduzierung der Pauschale von 14,30 € auf 10,40 € je Kind/ Jugendlichen müssen vor allem die Einrichtungen vor Ort mit Einschränkungen bei Personal- und Sachmitteln rechnen. Konkret bedeutet dies, dass zum Beispiel ohne personelle Absicherung eine qualitativ hochwertige und fachliche Arbeit - wie durch das Fachkräftegebot gefordert – nicht mehr ohne Weiteres möglich ist. Oder Einrichtungen müssen gar ganz schließen, da Öffnungszeiten oder Aufsichtspflichten nicht gewährleistet werden können. Fehlende Sachmittel vermindern zudem die Ausstattung von Projekten mit den notwendigen Materialien. Bei den Mitgliedsvereinen des Landesverbandes Sächsischer Jugendbildungswerke e.V. (LJBW) werden die Kürzungen besonders Einrichtungen treffen, die in ihrer Arbeit von Mitteln der Jugendpauschale abhängig sind. Technische oder naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften, Clubs junger Erfinder, Ganztagsangebote in Kitas und Grundschulen, aber auch interkulturelle Begegnungen und thematische Ferienangebote werden auf den finanziellen Prüfstand kommen.
Auch für die überörtliche Arbeit des LJBW bedeuten die Kürzungen deutliche Einschnitte in der Arbeit. Seit Jahren etablierte Projekte wie der Sächsische Konstruktionswettbewerb oder das Wissenschaftsmobil WIMO, das seit nunmehr 11 Jahren im Einsatz ist, sind in Gefahr. Vor allem unsere thematischen Projekte haben einen wichtigen Bezug für das Interesse der Heranwachsenden an naturwissenschaftlichen und technischen Berufen.
Neben den erfolgreichen EXPLORIS - Feriencamps, Forscherwochenenden und Experimentiertagen, werden auch Fortbildungs- und Beratungsangebote nur noch eingeschränkt erfolgen können bzw. durch den notwendigen Anstieg der Teilnehmergebühren nicht mehr den Zugang für alle Interessierten ermöglichen. Und gerade das war und ist immer ein Anliegen des LJBW – Naturwissenschaft und Technik anschaulich vermitteln und für alle zugänglich machen.
Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke e.V.
Cossebauder Str. 5
01157 Dresden
Tel.: 0351 4015900 - Fax: 0351 4015902
www.ljbw.de -

Über das Unternehmen
Der LJBW ist ein landesweit agierender Verband der Kinder- und Jugendarbeit, der 1992 von Pädagogen und Pädagoginnen gegründet wurde. Er befördert und organisiert eine qualitativ anspruchsvolle außerschulische naturwissenschaftlich-technisch orientierte Kinder- und Jugendbildung auf der Basis des § 11 SGB VIII. Im Interesse aller Heranwachsenden wirkt er für ein gemeinschaftliches, selbstbestimmtes und aktives Lernen in der Freizeit. Die Angebote ermöglichen Kindern und Jugendlichen, die Natur, ihre Umwelt, die Technik und die Gesellschaft aktiv zu erleben, sich naturwissenschaftliches Wissen anzueignen und es im Interesse des Einzelnen und der Gemeinschaft anzuwenden. Der LJBW strebt dabei eine enge Vernetzung von Jugendarbeit – Schule –Wissenschaft – Wirtschaft an.
Im Landesverband wirken juristische und persönliche Mitglieder. Gegenwärtig haben wir 48 Mitglieder, die in 12 der ab August 2008 bestehenden Stadt- und Landkreisen wirken. Sie verwirklichen Projekte der außerschulischen Jugendbildung, der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Kinder- und Jugenderholung sowie internationale Jugendbegegnungen. Die meisten juristischen Mitglieder betreiben in freier Trägerschaft selbst Kinder- und Jugendeinrichtungen. Einige Mitglieder wirken ebenfalls landesweit.
Im Vorstand des Verbandes arbeiten ehrenamtlich Lehrerinnen, Mitarbeiter/innen von Freizeiteinrichtungen, aus Behörden und von Unternehmen. Für den Verband ist eine vom Freistaat Sachsen geförderte Geschäftsstelle tätig. Die Vorhaben und Projekte des Verbandes werden mit Förderungen des Freistaates, des Bundes, der EU, dem DFJW sowie von Stiftungen realisiert.
Die Verwirklichung der genannten Ziele wird in Angeboten realisiert, die sich in zwei Leistungsbereiche gliedern:
1. Leistungsbereich Fortbildung, Praxisberatung, Interessenvertretung 2. Leistungsbereich Jugendbildung – internationale Jugendbegegnung. In beiden Leistungsbereichen werden die Projekte und Vorhaben überregional und landesweit angeboten und gemeinsam mit Partnern realisiert. Das Verständnis des Landesverbandes als freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe zur Bildung junger Menschen ist geprägt von dem Grundsatz: „Bildung ist mehr als Schule“. Deshalb steht im Mittelpunkt unserer Tätigkeit die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen durch non-formale und informelle Bildung. Dabei wollen wir die Einbeziehung und die wechselseitige Zusammenarbeit aller Bildungsorte.
Der Landesverband unterbreitet in jedem Kalenderjahr für unterschiedliche Altersgruppen, für Mädchen und Jungen, außerschulische Bildungsangebote, die sich mit Sachthemen aus Wissenschaft, Technik, Umwelt und Gesellschaft befassen. Für Multiplikatoren der Kinder- und Jugendarbeit sowie für Erzieher/innen und Lehrer/innen werden Fortbildungsangebote gestaltet. Für ehrenamtlich Tätige führen wir Ausbildungen zur „Jugendleiter-Card“ durch. Ein mobiles Angebot zur lebendigen Vermittlung wissenschaftlich-technischer Themen ist das „Wissenschaftsmobil“ (WIMO), das wöchentlich durch Sachsen tourt.
Seit Februar 2008 ist der LJBW e.V. Träger des bisher kommunalen Kinder- und Jugendhauses INSEL in Dresden, das mit Angeboten naturwissenschaftlich-technischer Jugendbildung profiliert wird (www.dresdner-jugendhaus-insel.de).
Der LJBW ist Träger des Sächsischen Informatikwettbewerbes (www.sn.schule.de/~iw). Im Juli 2008 waren wir in Dresden Mitausrichter der CEOI 2008 – der Zentraleuropäischen Informatikolympiade (www.ceoi2008.de)
Aktuelles Projekt für die diesjährigen Sommer- und Herbstferien ist eine Gemeinschaftsaktion mit dem Landesverband der KiEZ´e: EXPLORIS – Spaß am Forschen – das sind Forschercamps zu Themen Klima, Mathematik, Astronomie und Automobiltechnik (www.exploris-forscher.de).