(openPR) Nach Wochen der Ungewissheit liegen die Zahlen nun endlich auf dem Tisch: das Sozialministerium gibt knapp 40% seiner vom Finanzminister geforderten Kürzungen in Höhe von 14,4 Mio Euro an Sachsens Kinder und Jugendliche weiter.
Die Jugendpauschale wird um knapp 30 % gekürzt. Jeder junge Mensch unter 27 Jahren ist dem Freistaat nun nur noch 10,40 € statt vorher 14,30 € Zuschuss im Jahr wert. Weitere Sparposten sind mit der überörtlichen Ebene sowie der Förderung der Freiwilligendienste gefunden. Auch hier werden insgesamt 1,13 Mio € gekürzt, ca. 20 % des bisherigen Fördervolumens. Insgesamt mehr als 600 Stellen des FSJ oder FÖJ im sollen den Kürzungen zum Opfer fallen.
Die Kürzungen können nicht mehr nur durch Enthaltsamkeit im Bürobedarf oder drastische Gehaltseinbußen kompensieren werden. Vereine und deren Angestellte blicken in eine düstere Zukunft, wenn sie denn überhaupt eine haben. Angebote an Kinder und Jugendliche werden sich aufgrund der ausbleibenden Förderung verteuern müssen, ein Schritt, den nicht alle jungen Menschen oder deren Eltern mitgehen können. Bildungsveranstaltungen für ehrenamtlich Engagierte werden entfallen und die Qualität der pädagogischen Betreuung gefährden. Weitere freie Träger werden sich aus den ländlichen Gebieten zurückziehen müssen, weil ihre Angebote ohne Förderung nicht mehr haltbar sind.
Kinder und Jugendliche, aber auch pädagogischen Fachkräfte sind die Adressaten der neuesten Kürzungen, die notwendig wurden, weil Unternehmer und Banken ihrer Verantwortung nur ungenügend nachkamen. „Dabei sind es gerade Kinder und Jugendliche, die eine der wenigen moralischen Rechtfertigungen für neue Schulden sein sollte“, so André Schnabel, Vorsitzender des Kinder- und Jugendrings Sachsen e.V. (KJRS).
In den letzten zwanzig Jahren hat sich in Sachsen auf allen föderalen Ebenen eine nachhaltige, qualitativ hochwertige und wirkungsvolle Jugendhilfelandschaft entwickelt. Mit einem Handstreich könnte sie jetzt zusammenbrechen. Viele Träger werden die verordnete Diät nicht überleben. Sollten sie die nächsten Monate überstehen, droht ihnen mit dem kommenden Haushalt und den bereits avisierten weiteren Steuerausfällen neues Ungemach.
„Freiheit, Verantwortung, Solidarität“ so der Titel des gültigen Koalitionsvertrags zwischen CDU und FDP. Die Freiheit für Kinder und Jugendliche, eine Auswahl zwischen Jugendverbänden und -vereinen zu treffen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entsprechen, steht zumindest auf dem Spiel. "Wir alle gemeinsam müssen gesellschaftlich Verantwortung übernehmen und uns mit Kinder und Jugendlichen und damit mit unserer Zukunft solidarisch zeigen." so André Schnabel.











