(openPR) München, 11. Februar 2010, (kk) - “Nach den Zeiten der Exzesse ist wieder Stabilität in den Kunstmarkt eingekehrt. Qualität erzielt Spitzenpreise“, so Robert Ketterer, Auktionator und Inhaber von Ketterer Kunst. „Die Tendenz ist steigend“, ergänzt er im Hinblick auf seine Frühjahrsauktionen. Bereits das Angebot der Auktionen am 23. und 24. April 2010 dürfte das Käuferherz erfreuen.
Die thematischen Schwerpunkte sind:
1. Moderne Kunst
2. NACH 1945/Zeitgenössische Kunst
3. Alte und Neuere Meister
zu 1: Moderne Kunst
Angeführt wird die Auktion von einer echten Rarität: Otto Griebels Aquarell „Zwei Frauen“ entstand 1924 und kommt mit einer Schätzung von € 30.000-40.000 zum Aufruf. Das Werk, das den Katalogumschlag zieren wird, entging nicht nur der Verbrennung beschlagnahmter Bilder des Künstlers im Jahr 1932 durch die Nationalsozialisten, sondern auch dem alliierten Bombenangriff 1945, bei dem Griebel seine Wohnung, sein Atelier und den Großteil seiner Werke verlor.
Mit „Herbstlandschaft“ und „Der rosa Krug“ gehen zwei typische Aquarelle von Karl Schmidt-Rottluff mit einer Taxe von je € 10.000-15.000 ins Rennen. Ein echter Sympathieträger ist das Objekt „Bemalter Steinkopf mit weißer Nase“ desselben Künstlers. Für den grau-braunen Granitstein ist eine Schätzung von € 3.000-4.000 angesetzt.
Interessantes im Bereich der Skulptur liefert Otto Gutfreund. Seine Bronze „Der Cellospieler“ dürfte nicht nur Musikliebhaber erfreuen. Die Schätzung für den posthumen Guss mit schwarzer Patina, wohl vom Original-Gipsmodell, liegt bei € 6.000-8.000.
Mit farbiger Kreide und nach dem Vorbild einer Skulptur im Nationalmuseum Athen, zeichnete Oskar Kokoschka 1961 seine „Hygieia“. Der sichere Strich des Künstlers in Kombination mit dem klassischen Motiv aus dem antiken Themenkreis dürfte bei einer Taxe von € 4.000-6.000 für rege Nachfrage sorgen.
Mehr als eine Erwähnung wert sind zudem über ein Dutzend Bleistift- und Kreidezeichnungen von Ernst Ludwig Kirchner, die mit Taxen von € 900 bis € 3.000 aufgerufen werden.
Attraktive Auflagenkunst rundet das Angebot ab: Neben drei Farblithografien von Serge Poliakoff sowie Emil Noldes Radierung und Aquatinta „Hugo del Caril“ (Taxe: € 4.000-5.000) begeistert hier Wassily Kandinskys „Lithographie 'Blau'“ (Taxe: € 5.000-7.000) ebenso wie die Kreidelithografie „Arbeiterfrau mit schlafendem Jungen“ von Käthe Kollwitz aus dem Jahr 1927.
zu 2. NACH 1945/Zeitgenössische Kunst
Walter Stöhrers Werk ist einzigartig in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Nun kommen gleich drei großformatige Werke dieses wichtigen Vertreters des deutschen Informel zum Aufruf. Neben zwei titellosen Mischtechnikarbeiten zieht besonders „Cut Up IV“ das Augenmerk auf sich. Bei einer Taxe von € 18.000-24.000 versprüht es seine intensive Energie auf 204,5 x 180 cm. Unter dem Titel „Cut Up“ entstanden nur elf Arbeiten, von denen sich zwei bereits in deutschen Museen befinden.
Mit einer Schätzung von € 8.000-12.000 geht Lambert Maria Wintersbergers Acryl-Arbeit „Homage an Leonardo da Vinci“ an den Start. Die Arbeit zeigt die malerischen Fähigkeiten des Künstlers in einer spontanen, kraftgeladenen Pinselführung. Formal erinnert die Darstellung an den Gestus des Heiligen Hieronymus des gleichnamigen Gemäldes Leonardo da Vincis, das sich heute in der Pinacoteca Vaticana befindet.
Neben einer schwungvollen Gouache in Schwarzweiss (Schätzung: € 6.000-8.000), die Karl Otto Götz im Jahre 1958 auf Karton verewigte, steht Markus Prachenskys Arbeit „Rouge sur noir“. Im selben Jahr entstanden, ist das Werk ebenso dynamisch und kommt mit einer Taxe von € 5.000-7.000 zum Aufruf. Ein kräftiges Rot bestimmt hier die Bildmitte, während farbliche Akzente in Rot und Blau Fritz Winters titelloses Ölgemälde aus dem Jahr 1954 beleben. Die Schätzung hierfür liegt ebenfalls bei € 5.000-7.000.
Abgerundet wird das Angebot u.a. von Werken folgender Künstler: Horst Antes, Georg Baselitz, Eduardo Chillida, Karl Fred Dahmen, Lucio Fontana, Damien Hirst, Horst Janssen, Robert Motherwell, Sigmar Polke, Neo Rauch, Emil Schumacher, Antoni Tàpies und Zao Wou-Ki.
zu 3: Alte und Neuere Meister
Den Auftakt am ersten Auktionstag machen die Alten und Neueren Meister, an deren Spitze ein 1849 entstandenes Gemälde von Eugen von Guérard mit der Schätzung von € 20.000-30.000 steht. „Die Eremitage von St. Maria del Avocatella bei Neapel“ zählt zu den klassischen Landschaftsdarstellungen Süditaliens, die der Wiener Künstler mit großem Erfolg auf Akademieausstellungen in Berlin, Leipzig und Lübeck zeigte.
Für Spannung im Auktionssaal dürfte eine warmtonige Herbstlandschaft von Frits Thaulow sorgen. Die Schätzung für das wohl um 1890 entstandene Ölgemälde „Dorfweg“ liegt bei € 15.000-20.000.
Ein stimmungsvolles Genrestück von Felix Schlesinger ist das kleinformatige Ölgemälde auf Holz „Beim Vorlesen“. Das bäuerliche Idyll gewährt liebevolle Einblicke in das Familienleben auf dem Land und kommt mit einer Schätzung von € 5.000-7.000 zum Aufruf.
Neben fast einem Dutzend Natur- und Pflanzenstillleben von Christian Friedrich Gille, die allesamt aus der Sammlung des Berliner Literaten und Kunsthändlers Walter Unus stammen, glänzen auch drei Landschafts-Aquarelle von Edward Theodore Compton.
Weitere Werke stammen von Johann Georg von Dillis, Jean Bastien-Lepage und Karl Friedrich Schinkel. Auch hochwertige Grafikarbeiten sind dabei, unter anderem von Albrecht Dürer, Francisco de Goya, Giovanni Battista Piranesi und Georg Friedrich Schmidt.
Vorbesichtigung:
Ausgewählte Werke werden gezeigt:
Ketterer Kunst, Meßberg 1, Hamburg , 6. – 8. April, 10-18 h
Ketterer Kunst, Fasanenstr. 70, Berlin, 10. – 15. April, 11 – 18 Uhr
Alle Werke werden gezeigt:
Ketterer Kunst, Joseph-Wild-Str. 18, München-Riem (Messe), 17. – 21. April, 11 – 18 Uhr, und 22. April 10 – 15h, im Anschluss nach Vereinbarung
Auktion:
23. April, ab 15 Uhr: Alte und Neuere Meister
im Anschluss: Moderne Kunst
24. April, ab 15 Uhr: NACH 1945/Zeitgenössische Kunst
Auktionsort: Ketterer Kunst, Joseph-Wild-Str. 18, München-Riem (Messe)













