(openPR) Am 19. November hat Bundespräsident Horst Köhler sich während eines intensiven Arbeitsbesuchs in der Zentrale des Instituts für Zeitgeschichte München – Berlin über dessen laufende Forschungen informiert. Mit dieser hohen Ehre führte das Staatsoberhaupt eine lange Tradition fort, denn das Institut für Zeitgeschichte konnte in den vergangenen 60 Jahren fast alle Bundespräsidenten bei sich begrüßen. Im Mittelpunkt des knapp dreistündigen Besuchs stand die Präsentation von fünf teils laufenden, teils gerade abgeschlossenen Forschungsprojekten: Der Bogen spannte sich mit „Demokratie in der Zwischenkriegszeit – Deutschland und Frankreich im Vergleich“ von der Weimarer Republik über die von „Reform und Revolte“ geprägte Gesellschaftsgeschichte der Bundesrepublik bis in die jüngste Zeitgeschichte anhand der „Krise der Arbeitsgesellschaft“; er reichte von exemplarischen, regional angelegten Modernisierungsforschungen über „Bayern im Bund“ bis zur international vergleichenden Wirkungsgeschichte des „KSZE-Prozesses“.
Der Bundespräsident beließ es nicht dabei, sich die Ergebnisse vorstellen zu lassen, sondern führte lebhafte Diskussionen mit den Forscherinnen und Forschern. Immer wieder kreiste das Gespräch um die Frage, welche Faktoren die Demokratie stabilisieren bzw. sie gefährden. Nicht allein vor dem Hintergrund der kaum überwundenen weltweiten Finanzkrise, sondern auch mit Blick auf den demographischen Wandel debattierten der Bundespräsident mit den Historikern intensiv darüber, welche Bedeutung ökonomisches Wachstum für die Demokratie habe, woraus der nötige Mut entstehe, um Strukturwandel zu organisieren und zu akzeptieren, und wie zwischen den Bürgern, den Parteien und den Regierenden Vertrauen hergestellt werden könne.
Zum Abschied – der Besuch hatte deutlich länger gedauert als vorgesehen – ermutigte Bundespräsident Köhler seine Gastgeber, ihre Forschungen zu diesen Zukunftsthemen mit demselben Elan fortzuführen, der die Diskussionen prägte. So korrespondierte die hohe Anerkennung des Staatsoberhaupts mit den Zielen des Instituts für Zeitgeschichte. Sein Besuch ist eine Auszeichnung und Bestätigung für die gesellschaftliche und politische Relevanz der hier betriebenen Forschung, aber auch ein Ansporn.









