openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Islamic Finance – Wege aus der Finanzkrise?

18.11.200912:27 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Mehr Sicherheit durch gleichmäßige Risikoverteilung

Bremen/Hamburg/Frankfurt, November 2009. „Islamic Finance" war das Thema einer von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ausgerichteten, hochrangig besetzten Konferenz. Schwerpunkt des in der Frankfurter Villa Kennedy abgehaltenen Kongresses war insbesondere das „Islamic Banking“. Für die KWAG – Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht – nahm Rechtsanwalt Alexander v. Vietinghoff-Scheel an der Konferenz teil, um dort insbesondere die Rechte von Kapitalanlegern zu thematisieren.



„Islamic Finance“ (IF) ist der Oberbegriff einer Vielzahl unterschiedlicher Finanzgeschäftsmodelle, die sich nach den Regeln des Koran und der Scharia richten. Neben dem Zinsverbot und der Untersagung von Investitionen in die Herstellung von Alkohol, Schweinefleisch, Waffen, pornographische Produkte und Wetten, ist einer der wesentlichen Grundsätze, dass keine Rendite ohne eigenes Risiko möglich sein darf – das gilt auch für Banken. „Die Kapitalanleger dieser IF-Produkte haben vielfach weniger Kapital durch die Finanzmarktkrise verloren, als dieses bei konventionellen – also nicht-islam-konformen Finanzprodukten – der Fall ist“, erklärt Jens-Peter Gieschen, von der Kanzlei KWAG. Statistiken zeigen daher: Der Markt für islamkonforme Kapitalanlagen wächst. An diesem Wachstumsmarkt soll nun offensichtlich auch Deutschland partizipieren. Kaum anders kann jedenfalls die Aussage des Präsidenten der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Jochen Sanio verstanden werden: „Ich sehe keinen Grund, warum Anbieter dieser Finanzprodukte keine Banklizenz von der BaFin bekommen sollten.“ Noch gibt es aber in Deutschland, bis auf einige kleinere Fonds, keine größere Anzahl von IF-Kapitalanlagen – im Gegensatz zu anderen westeuropäischen Ländern, insbesondere Großbritannien. Chancen bieten sich aber durch das IF für Deutschland sowohl für den Kapitalanleger als auch für Unternehmen.

Kapitalanleger könnten von einer höheren Sicherheit ihrer Kapitalanlage profitieren. „Aufgrund des Wettverbotes und der Verpflichtung der Anbieter von IF-Produkten, keine einseitige Risikoverteilung zu Lasten der Kapitalanleger vorzunehmen, lassen sich einige wesentliche Risiken von Finanzprodukten eliminieren“, erklärt Gieschen. Viele Sukuks (islamkonforme Anleihen) können daher in Zeiten turbulenter Finanzmärkte sichere Anlageformen bei guten Renditen bieten. In vielen islamisch geprägten Ländern investieren Anleger zudem in die verhältnismäßig sicheren Takaful (eine Art genossenschaftliche Versicherung). Takaful werden in einigen islamisch geprägten Ländern sogar von der Mehrzahl der dort lebenden Nicht-Muslimen bevorzugt, da sie sich von diesen Versicherungen mehr Sicherheit versprechen, als von klassischen Versicherungs- oder Anlageformen. Eine weitere wesentliche Form der Kapitalanlage stellt die Murahaba (eine Art Kreditfinanzierung) dar. „Diese könnte insbesondere für deutsche Häuserbauer interessant sein: Da im Islam das Zinsverbot gilt, kauft die Bank die Immobilie (oder einen anderen gewünschten Investitionsgegenstand) und verkauft ihn sodann in Raten an den Darlehensnehmer“, erläutert Gieschen. Beide Vertragspartner tragen somit das Risiko des Kreditausfalls. Probleme bereiten hierbei in Deutschland jedoch aktuell noch die Steuergesetze, da bei einem solchen Geschäft voraussichtlich zweimal Grunderwerbssteuer anfällt.

Die Kreditklemme (engl. „credit crunch“) ist in aller Munde. Zur Überwindung dieser Klemme könnte Islamic Finance für Unternehmer eine Lösung sein: Zum Einen steht bei vielen Banken und Investoren aus dem islamischen Raum Kapital zur Investition bereit. Der Nahe Osten ist aufgrund der vielfach defensiveren Ausrichtung seiner Investitionen noch verhältnismäßig glimpflich durch die Finanzkrise gekommen. Für deutsche Unternehmer könnte sich nun eine Möglichkeit eröffnen, ihren Finanzierungsbedarf zu decken, ohne dabei allzu große Risiken einzugehen: Eine Möglichkeit ist Mudaraba. Ein Investor (Bank) stellt dabei Kapital, die andere Partei das Management, Arbeitskraft etc. Der Investor wird dabei stiller Partner. Verluste des Geschäftes trägt der Investor, dafür wird für ihn ein Gewinnanteil im Voraus vereinbart – eine Art Mezzanine-Finanzierung, die insbesondere für den deutschen Mittelstand interessant sein könnte. Eine weitere Finanzierungsform ist Musharaka. Dabei werden Gewinne und Verluste zu gleichen Teilen von Investor und Kapitalnehmer geteilt. Diese Form der Beteiligungsfinanzierung entspricht einem Joint-Venture.

„Anleger und Unternehmer könnten von diesen Regeln profitieren, da sie eine gleichmäßige Lastenverteilung mit den Banken und Kreditinstituten vorsehen“, resümiert Gieschen. Die Kanzlei KWAG beschäftigt sich seit Längerem mit islamkonformen Produkten und verfügt aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit für Kapitalanleger im nahen und mittleren Osten über ein gutes Netzwerk im arabischen Raum.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 372111
 130

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Islamic Finance – Wege aus der Finanzkrise?“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von KWAG - Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht

BGH-Urteil zu Rückkaufswert von Lebensversicherungen: Vorsicht, Verjährung droht
BGH-Urteil zu Rückkaufswert von Lebensversicherungen: Vorsicht, Verjährung droht
(Bremen, 10. September 2012) Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH, Az.: IV ZR 201/10) haben zehntausende Versicherungsnehmer, die in den vergangenen Jahren ihre Lebens- und Rentenpolicen gekündigt haben, auch rückwirkend Anspruch auf ansehnliche Nachzahlungen. Die BGH-Richter entschieden, dass die Rückkaufswerte mindestens halb so hoch sein müssen wie die bis zur Vertragskündigung insgesamt gezahlten Versicherungsbeiträge. Aber bei vielen ehemaligen Versicherungsnehmern endet die Verjährungsfrist am 31. Dezember 2012. Versicherungsne…
Schiffsbeteiligungen - 11 weitere Fonds in Seenot
Schiffsbeteiligungen - 11 weitere Fonds in Seenot
Erneut sind auch namhafte Emissionshäuser wie MPC und König & Cie. betroffen (Bremen, 6. März 2012) Elf weitere Schiffsfonds haben derzeit erhebliche finanzielle Probleme. Insgesamt mehreren Tausend Fondsanlegern drohen erhebliche Vermögenseinbußen. Die aus heutiger Sicht zu erwartenden Mindestverluste betragen, je nach Fondsbeteiligung, zwischen zehn und mehr als siebzig Prozent des Kapitaleinsatzes. Bei einer Schiffsbeteiligung ist sogar der Totalverlust absehbar. Faktisch pleite ist die Gesellschaft der Schiffsbeteiligung „Renditefonds 6…

Das könnte Sie auch interessieren:

IFIBAF KOOPERIERT MIT SALAMBC.COM
IFIBAF KOOPERIERT MIT SALAMBC.COM
Die Kooperation zwischen der Internet-Businessplattform „Salam Business Club“ und dem „Institute for Islamic Banking and Finance (IFIBAF)“ erschließt einer breiten Öffentlichkeit das Potenzial des Islamic Banking & Finance und dessen internetbasierten Vertrieb im europäischen Retailmarkt. Der Salam Business Club, die größte Businessplattform für …
FWU Gruppe - Frankfurter Allgemeine Zeitung verweist einmal mehr auf shariah-konforme Produkte
FWU Gruppe - Frankfurter Allgemeine Zeitung verweist einmal mehr auf shariah-konforme Produkte
… Allgemeinen Zeitung (FAZ) machen die beiden Autoren, die Herren Rechtsanwälte Marc Trinkaus und Dr. Thomas Prüm vom Linklaters-Büro in Frankfurt darauf aufmerksam, dass Islamic Finance ein echter Wachstumsmarkt sei. Danach würden täglich „geschätzte zwei Milliarden Dollar in die Golfregion strömen und bei weltweit eineinhalb Milliarden Menschen muslimischen …
Bild: Die spannende Welt des islamischen FinanzwesensBild: Die spannende Welt des islamischen Finanzwesens
Die spannende Welt des islamischen Finanzwesens
… Auch hinsichtlich des Finanzwesens entwickelt sich eine immer stärker werdende Sensibilisierung für Moral, Ethik und Nachhaltigkeit. So ist der bisherige Nischenmarkt des Islamic Finance inzwischen zu einem starken Alternativmarkt zum konventionellen Bankwesen geworden. Das Buch Islamic Banking und Islamic Finance (UVK/UTB) von Dietmar Ernst, Bilgehan …
Bild: Scheitert Islamic Finance in Deutschland?Bild: Scheitert Islamic Finance in Deutschland?
Scheitert Islamic Finance in Deutschland?
Einkommensschwäche der Muslime und Uneinigkeit der Scharia-Gelehrten als intrinsische Hindernisse islamischer Finanzprodukte Berlin/Jena, 24. Juli 2012 – Islamic Finance ist in Deutschland bisher weitestgehend erfolglos geblieben. Ein Diskussionspapier der STRESEMANN STIFTUNG zeigt nun, dass dafür vor allem intrinsische Hindernisse ausschlaggebend sind: …
Finanzprodukte für Muslime erobern den Markt
Finanzprodukte für Muslime erobern den Markt
1. IIR "Islamic Finance & Real Estate Forum" am 4. und 5. November 2008 im Hotel Hessischer Hof, Frankfurt Frankfurt, August 2008. Wenn Deutschland von der steigenden Nachfrage nach islamischen Finanzprodukten profitieren will, sind Politik und Finanzwirtschaft gleichermaßen gefordert. Finanzprodukte, die dem islamischen Recht (Scharia) entsprechen, …
KT Bank AG gewinnt Global Finance Award 2017: „Global Best Up-And-Coming Islamic Financial Institution“
KT Bank AG gewinnt Global Finance Award 2017: „Global Best Up-And-Coming Islamic Financial Institution“
Frankfurt, Washington, im Oktober 2017: Die KT Bank wurde am Wochenende in Washington D. C. für ihre Pionierarbeit im Islamic Banking Sektor mit dem hochrangigen Global Finance Award als „Global Best Up-And-Coming Islamic Financial Institution 2017“ ausgezeichnet. Das führende internationale Finanzmagazin „Global Finance“ verleiht den Award jedes Jahr …
Bild: Gemeinsame Fachtagung "Islamic Finance" der Britischen Botschaft und des VÖBBild: Gemeinsame Fachtagung "Islamic Finance" der Britischen Botschaft und des VÖB
Gemeinsame Fachtagung "Islamic Finance" der Britischen Botschaft und des VÖB
„Islamic Finance“ stößt weltweit auf ein wachsendes Interesse. Gemeint sind damit Finanzierungen und Geldanlagen, die den religiösen Prinzipien der „Scharia“ gerecht werden. Das Thema ist für Deutschland verhältnismäßig neu. Kreditinstitute in Ländern mit entsprechend stark entwickeltem Marktsegment für islamische Finanzprodukte (wie z. B. Großbritannien) …
Bild: Neuerscheinung: Steuerliche Würdigung von Islamic-Finance-InvestmentsBild: Neuerscheinung: Steuerliche Würdigung von Islamic-Finance-Investments
Neuerscheinung: Steuerliche Würdigung von Islamic-Finance-Investments
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat im Oktober 2009 in Frankfurt eine „Conference on Islamic Finance“ ausgerichtet, die erklärtermaßen der Auftakt für die Schaffung eines regulatorischen Rahmens für islamische Finanzierungen in Deutschland darstellen sollte. Ziel war es, der muslimischen Bevölkerung Finanzprodukte anbieten …
Islamic Finance braucht eine Lobby
Islamic Finance braucht eine Lobby
… Bedarf und Marktvolumen unklar - Harmonisierung von Scharia-Interpretationen Frankfurt, November 2008. Finanzprodukte, die dem islamischen Recht (Scharia) entsprechen, können in der weltweiten Finanzkrise eine Alternative zu herkömmlichen Investitionen sein. Noch aber sind die Voraussetzungen dafür gerade in Deutschland nicht geschaffen: Die Scharia hat …
Bild: Bankers to Speak to Bankers on Islamic Wealth ManagementBild: Bankers to Speak to Bankers on Islamic Wealth Management
Bankers to Speak to Bankers on Islamic Wealth Management
First annual Islamic Wealth Management to be held in Geneva, sign of growing importance of Islamic wealth in Swiss banking system Cologne, Germany, 22 March 2005. Michael Gassner Consultancy of Cologne, Germany, will host Geneva’s first private banking seminar for bankers on Islamic Wealth Management for two days, June 8 & 9, at the Mandarin Hotel …
Sie lesen gerade: Islamic Finance – Wege aus der Finanzkrise?