(openPR) Die aktuelle Creditreform Mittelstandsbefragung zeigt eindeutig: Die Wirtschaftskrise hat den Mittelstand in Berlin schwer getroffen. „Berliner Unternehmer bewerten ihre Geschäftslage deutlich negativer als dies im Vorjahr der Fall war“, bestätigt auch Hans-Ulrich Fitz, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Creditreform Berlin. Konnten in 2008 noch 47,2 Prozent der Unternehmen ihren Umsatz steigern, sind es dieses Jahr nur noch 29,4 Prozent. Gut 34,1 Prozent der Mittelständler sieht sich nun sogar einem Gewinnminus gegenüber stehen. Obwohl künftige Gewinnentwicklungen eher verhalten beurteilt werden, so Fitz weiter, wollen 69,8 Prozent der Betriebe in der Hauptstadt am Personalbestand festhalten.
Drei von zehn Mittelständler aus der Bundeshauptstadt (30,2 Prozent; Deutschland: 32,8 Prozent) bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit sehr gut oder gut – das sind nur halb so viele wie im Jahr zuvor, als noch 60,4 Prozent der Unternehmen eine positive Bewertung abgaben. Jeder zehnte Betrieb (10,4 Prozent; Deutschland: elf Prozent) ist derzeit überhaupt nicht zufrieden.
Der Einbruch der Stimmungslage spiegelt sich auch in den Umsatz- und Ertragszahlen wider: Nur 29,4 Prozent der befragten Berliner Unternehmen konnten in den vergangenen sechs Monaten ihren Umsatz ausweiten. Bei der letztjährigen Umfrage waren es noch 47,2 Prozent. Gleichzeitig müssen ebenfalls 29,4 Prozent der Mittelständler Umsatzrückgänge hinnehmen – gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs um 21,9 Prozentpunkte. Am höchsten ist der Anteil von Unternehmen mit Umsatzrückgängen im Baugewerbe (46,7 Prozent), gefolgt vom Verarbeitenden Gewerbe (33,3 Prozent).
In der schweren Wirtschaftskrise verbuchten 20,6 Prozent (Vorjahr: 46,2 Prozent) der Unternehmen einen Gewinnanstieg. Allerdings musste gut jeder dritte Berliner Mittelständler (34,1 Prozent; Vorjahr: 21,7 Prozent) ein Gewinnminus verkraften.
Positiver Beschäftigtensaldo – Umsatzprognosen verhalten optimistisch
Anders als die negativen Aussagen zur Umsatz- und Ertragslage vermuten lassen, ist die Personalnachfrage der Berliner Unternehmen per Saldo noch positiv. 15,9 Prozent der Befragten haben die Mitarbeiterzahl im Verlauf der Sommermonate erhöht (Vorjahr: 32,1 Prozent). Jeder Siebte (14,3 Prozent) musste in diesem Zeitraum Stellenstreichungen vornehmen (Vorjahr: 6,6 Prozent). Der Großteil der Unternehmen (69,8 Prozent) hält die Belegschaft konstant.
Die Umsatzaussichten für die kommenden sechs Monate fallen leicht optimistisch aus: Drei von zehn Unternehmen (30,2 Prozent) rechnen mit steigenden Umsätzen. Damit liegt der Anteil der optimistischen Umsatzerwartungen klar über dem der Pessimisten. 15,1 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einem Umsatzrückgang. Bei der Frage nach der künftigen Gewinnentwicklung haben allerdings die Negativmeldungen die Oberhand. Jeder dritte Berliner Betrieb (32,5 Prozent) erwartet eine rückläufige Gewinnentwicklung; 15,1 Prozent rechnen mit einem Anstieg.
Zuversicht bei den Investitionsplanungen
Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen in Berlin ist ungebrochen: 61,9 Prozent (Vorjahr: 60,4 Prozent) wollen innerhalb der kommenden sechs Monate Investitionen vornehmen. Am investitionsfreudigsten sind Handelsunternehmen (75,9 Prozent) und Baufirmen (73,3 Prozent).










