(openPR) Deutscher Mittelstand durch Führungskräftemangel be-droht. / Personalentscheider managen nur die Krise – haben keine Lösungsstrategien. / Dr. Uwe Gluntz Experte für Personalentwicklung. / „Politik, Wirtschaft und Medien haben die Pflicht zu handeln.“ / Projekt „Der Mittelstand führt“ bietet Erfolgsaussichten. / Neue Erkenntnisse.
Berlin/Potsdam. „Wirtschaftskrise bremst Boom der Biobranche.“ / „Wirtschaftskrise holt Fußball ein.“ / „Wirtschaftskrise erreicht Jugend.“ / So und so ähnlich lauten die aktuellen Schlagzeilen – und sie beweisen vor allem eins: Die Finanz- und Wirtschaftskrise überschattet alles. Was auch immer derzeit in der Wirtschaft passiert, es wird durch den Filter der Krise gejagt. Doch während die Krise ihr explosives Pulver verschossen hat und es jetzt vor allem um das Aufräumen geht, ist fast gänzlich unbemerkt bereits die nächste Bombe am ticken – und diese wird für viele KMUs (Kleine und mittelständische Unternehmen) langfristig durchaus noch gefährlicher. Die Bombe trägt die Aufschrift: Führungskräftemangel auf allen betrieblichen Ebenen.
Dr. Uwe Gluntz ist Geschäftsführer der Gesellschaft für Personalentwicklung Nord und sieht einen großen Mangel in einem überlebenswichtigen Punkt für die Mehrzahl der mittelständischen Unternehmen: „Dass wir in Deutschland einen flächendeckenden Fachkräftemangel haben, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dass wir in Deutschland auch einem dramatischen Führungskräftemangel entgegen blicken realisieren jedoch viele Entscheider noch nicht.“
Dr. Uwe Gluntz ist Arbeits- und Organisationspsychologe und seit vielen Jahren Experte im Bereich Personalentwicklung. Er erklärt: „In vielen deutschen Unternehmen werden aufgrund des täglichen Handlungsdrucks nur kurzfristige Entscheidungen operativ umgesetzt. Die Geschäftsführungen versuchen die Krise zu managen und in der Regel lautet ihre Lösung zur Personalentwicklung: Kosten einsparen, also Kurzarbeit oder Entlassung.“ Die Ursachen für den drohenden Führungskräftemangel sind mehrschichtig, was wohl auch eine klare Linie verhindert. Die demografische Entwicklung hin zu einer Rentner-Gesellschaft ist nur ein Faktor von vielen, viele Probleme sind strukturell bedingt. Gluntz: „Wenn der Führungskräftemangel thematisiert wird, dann nur für die großen Unternehmen. Dabei ist vor allem der Mittelstand bedroht. Anders als in großen Unternehmen verfügen die KMUs meist über keine Personalplanung und bilden ihren Führungskräfte-Nachwuchs nicht gezielt aus. Dabei stehen sie vor erschwerten Bedingungen: Bei der Auswahl zukünftiger Führungskräfte wird oft übersehen, dass diese nicht nur fachlich qualifiziert sein müssen, sondern auch über Fähigkeiten der Menschenführung zur Anleitung und Motivierung von Mitarbeitern sowie über juristische und betriebswirtschaftliche Grundlagenkenntnisse verfügen müssen. Da der personelle Zuwachs aus Hoch- und Fachschulen immer geringer wird und mittelständische Unternehmen insbesondere in ländlichen Regionen nicht die erste Adresse von Hochschulabsolventen sind, muss in den Betrieben für Nachwuchs gesorgt werden.“
Der ländliche Raum in Ost- und Westdeutschland und auch die Städte in den neuen Bundesländern sind besonders stark betroffen. Gemeinsam mit der Universität Potsdam hat die GPN das Projekt „Der Mittelstand führt“ initiiert: Für das Land Brandenburg wird jetzt eine Kooperationsgemeinschaft aus mittelständischen Betrieben, der GPN und Hochschulen aufgebaut, die aktuell dabei ist, mit gezielter Weiterbildung und Förderung zukünftiger Führungskräfte die beteiligten Unternehmen zu unterstützen. Diese Maßnahmen werden durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg und dem Europäischen Sozialfond finanziell unterstützt.
Gluntz abschließend: „Was wir hier in Brandenburg initiiert haben, sollte in ganz Deutschland umgesetzt werden. Ich hoffe, dass gleichermaßen Politik, Wirtschaft und die Medien sich aufgerufen fühlen – das Thema verlangt wesentlich mehr Beachtung als bisher. Wer jetzt nicht für Führungskräfte-Nachwuchs sorgt, ist mit dafür verantwortlich, dass viele Unternehmen nicht mehr fach- und termingerecht ihre Produkte abliefern können. Damit werden mittelbar weitere Arbeitsplätze vernichtet, Firmen insolvent und die Zukunft Deutschlands verspielt.“










