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Energiewirtschaft vor tiefgreifenden Änderungen

07.08.200917:55 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Aktuelle Debatte mit langfristigen Auswirkungen auf die Branche

Bevorstehende Bundestagswahl und die Diskussion über die Zukunft der Kernenergie setzt die Energiebranche zusätzlich zur Finanzkrise unter Druck. „Die Auswirkungen sind bereits zu spüren – und sie werden langfristig nachwirken.“, so Franc Höfermann-Kiefer, Partner der Management-Beratung CTG - Corporate Transformation Group, die sich auf infrastrukturintensive Branchen wie die Energiewirtschaft spezialisiert hat.



„Die Wahl ist eine Richtungswahl von besonderer Bedeutung. Unternehmen gehen davon aus, dass sich ab September der energiepolitische Rahmen gravierend ändern wird.“, erklärt Höfermann-Kiefer: „Wird die Große Koalition aufgelöst, setzen voraussichtlich die kleineren Parteien die wesentlichen Impulse. Bei Rot-Grün erwartet die Branche gravierende Einschnitte für die konventionelle Energieerzeugung und bei Schwarz-Gelb für die erneuerbaren Energien.“

Die Parteien verfolgen dabei sehr unterschiedliche Energiestrategien. (Siehe unten). „Jede neue Bundesregierung agiert jedoch vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise, die alle künftigen Koalitionen vor gewaltige Herausforderungen stellt.“, so Höfermann-Kiefer. Ingesamt bremst die
Wirtschaftsflaute den Energieverbrauch. Aufgrund sinkender Rohstoffpreise (Öl/Gas) sinken auch die Strompreise. Geringe Cash Flows und eine starke Abhängigkeit von Fremdkapital, das derzeit nur mit hohen Risikoaufschlägen vergeben wird, münden in ungünstigen Bedingungen für Investitionen in regenerative Energien. Für Kraftwerksbetreiber lohnt es sich eher, den
abgeschriebenen, konventionellen Kraftwerkspark weiter zu betreiben.
Bleibt die Große Koalition bestehen, sei die größte Gefahr eine gegenseitige Blockade und Entscheidungsunfähigkeit. „Energieversorger fahren bereits ihre Investitionen zurück. Ein weiterer politischer Stillstand wird der gesamten Branche und ihren Zulieferern massiv schaden.“, warnt Höfermann-Kiefer.

Eine künftige schwarz-gelbe Regierung wird voraussichtlich eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke durchsetzen. Für Energieversorger lohnt es sich dann, weiter Strom aus alten Kernkraftwerken zu produzieren. Branchenexperten der CTG rechnen damit, dass Investitionen in Regenerative spürbar zurückgehen und die Branche nachhaltig Schaden nimmt. Die Forderungen der FDP, Subventionen zu streichen, widersprechen dabei dem Ziel der Liberalen, die Marktmacht der vier großen Versorger aufzubrechen: Ohne Förderung der kleineren Unternehmen bleiben die Wettbewerbsvorteile der Grossunternehmen unangetastet. Sollten Anreize für Unternehmen ausbleiben, beschränken Versorger die Modernisierungen ihrer konventionellen Anlagen auf das Notwendigste. Da aufgestaute Investitionen nachgeholt werden müssen, steigen zu einem späteren Zeitpunkt die Energiepreise deutlich an.

Rot-Grün wird zum Ausstieg aus der Kernkraft zurückkehren. Da der Energiebedarf nicht durch Erneuerbare gedeckt werden kann, wird der Ausstieg voraussichtlich auf Zeitszenarien und Energiemixportfolios reduziert. Durch Subventionen werden die zunehmend ungünstigen Investitionsbedingungen für Regenerative überkompensiert. Hierdurch könnte Rot-Grün neuen, nachhaltigen Aufschwung für regenerative Energien bewirken. Allerdings entsteht hiermit das Risiko einer hausgemachten Energiekrise, wenn nicht die lückenlose Abdeckung des Energiebedarfs gesichert wird. Auch bei diesem Szenario steigen die Energiepreise an, sobald notwendige Investitionen nachgeholt werden müssen.

Mit dem Ende der großen Koalition kommt Bewegung in die Unternehmensstrategien. Höfermann-Kiefer weiter: „Die größten Risiken bestehen in der Stagnation einer Großen Koalition, in übereilter Umsetzung von Extrempositionen, handwerklichen Fehlern bei der Reaktion auf die aktuelle Krise und in der Leugnung, dass wir uns in einem globalen - mindestens aber europäischen – Energiewettbewerb befinden.“


Energiestrategien der Parteien

Positionen der CDU /CSU
Die CDU bekennt sich zu dem Ziel von 20 Prozent erneuerbarer Energien, setzt jedoch nicht auf den Ausbau der Anlagen, sondern auf deren Effizienzsteigerung. Darüber hinaus sollen die Rahmenbedingungen für konventionelle Kraftwerke verbessert werden. Die Kernenergie ist für die
CDU im Energiemix unverzichtbar.

Sozialdemokratische Energiepolitik
Auch die SPD bekennt sich zum Klimaschutz und will die Treibhausgase bis 2050 gegenüber 1990 um bis zu 95 Prozent reduzieren. Derzeit positioniert sich die SPD im Gegensatz zur Union gegen die Kernenergie. Andererseits besteht sie darauf, in Deutschland unbefristet Kohlekraftwerke mit
traditioneller Technik zu errichten.

Positionen möglicher Koalitionspartner
Wahrscheinlicher als eine Alleinregierung einer der beiden Volksparteien ist eine Koalition mit einem Juniorpartner. Die Grünen setzen sich ein für erneuerbare Energien und für den Ausstieg aus der Kernenergie. Für die FDP ist die Wahl der Erzeugungsverfahren eine unternehmerische Entscheidung; sie lehnt Subventionen klar ab. Zudem fordert die FDP die marktbeherrschende Stellung der vier großen Energieerzeuger aufzubrechen. Die Linke fordert vollständigen Umbau der Energiewirtschaft
etwa den sofortigen Ausstieg aus der Kernenergie durch Verstaatlichung der Energieversorgung.

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