(openPR) Berlin, 21. Juli 2009 – Weniger als ein Prozent der Kurzarbeitenden werden nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbund derzeit weitergebildet. Diese dramatischen zahlen decken sich mit den Erfahrungen des Verbands Deutscher Privatschulverbände (VDP). Der Verband fordert daher die Unternehmen auf, gerade in der jetzigen Krise verstärkt auf Weiterbildung ihrer Belegschaften zu setzten und die umfangreichen staatlichen Unter-stützungsangebote zu nutzen.
„Es ist ernüchternd, dass die Mehrheit der Unternehmen, trotz umfangreicher Förderung, die Chance nicht wahrnimmt, ihre Belegschaften weiter zu qualifizieren“, beklagt Julia Schier, Bundesgeschäftsführerin des VDP. Dabei sind die Rahmenbedingungen für Weiterbildung derzeit äußerst günstig: So erstattet der Staat beispielsweise die Sozialversicherungsbeiträge für Kurzarbeiter und bezuschusst die Weiterbildungskosten. „Viele Arbeitgeber scheinen nicht erkannt zu haben, welche Gelegenheit ihnen derzeit geboten wird. Um gestärkt aus der aktuellen Wirtschaftskrise herauszukommen, ist die berufliche Qualifikation der Arbeitnehmer ein bedeutender Faktor. Von gut aus- und weitergebildeten Mitabeitern gehen Innovationsimpulse aus, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig stärken“, erläutert Julia Schier.
Seit diesem Monat übernimmt die Bundesagentur für Arbeit (BA) sogar dann sämtliche Sozialbeiträge für Kurzarbeiter, wenn der Arbeitgeber seine Mitarbeiter nicht weiterbildet. Das beschloss im Frühsommer die große Koalition. „Schon im Juni hat der VDP darauf hingewiesen, dass die Entkopplung von staatlich geförderter Kurzarbeit und betrieblicher Weiterbildung ein fatales Signal an die Arbeitgeber ist. Wir befürchten nun, dass die Motivation für Weiterbildung in der zweiten Jahreshälfte noch weiter sinken wird“, so Julia Schier.
In diesem Jahr stehen der BA insgesamt rund 570 Millionen Euro für Qualifizierung in Kurzarbeit zur Verfügung. Bisher sind lediglich 9,5 Millionen Euro aus der Arbeitslosenversicherung und 2,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds für Weiterbildungsmaßnahmen in Kurzarbeit geflossen. Hinzu kommen 10,1 Millionen Euro für die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge.
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