(openPR) Schleswig/Berlin, 18. Juni 2009 – Zur Auftaktveranstaltung der großangelegten Aktion „Genfrei gehen“ haben prominente Gastgeber nach Berlin geladen, um in der heißen Phase des Wahlkampfes Flagge zu zeigen gegen den Einsatz von Gentechnik in Nahrungsmitteln.
Die überwältigende Mehrheit der Deutschen – rund 75 Prozent – lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Gleichzeitig werden weltweit bereits in großer Zahl gentechnisch verändertes Saatgut und Pflanzen freigesetzt, in einer Art unkontrolliertem Freilandversuch, dessen – irreversible – Langzeitfolgen für unseren Planeten mit all seinen Lebewesen heute noch gar nicht einzuschätzen sind.
Weltweit fehlen, entgegen dem mehrheitlichen Willen der Menschen, verbindliche Gesetze zum Umgang mit Gentechnik und international agierenden Großkonzernen. Auch in Deutschland hat der Gesetzgeber bis jetzt weder eine verlässliche und einfache Deklaration für Lebensmittel durchgesetzt noch ein klares Anbauverbot für gentechnisch verändertes Saatgut und Pflanzen ausgesprochen.
Der Initiator der Aktion „Genfrei Gehen“, Naturkost-Unternehmer Joseph Wilhelm, war überwältigt von der Resonanz seines Aufrufs an die Bio-Branche, zum Start von „Genfrei Gehen“ die Geschäfte und Firmen für einen Tag zu schließen, um sich gemeinsam für eine gentechnikfreie Welt einzusetzen (www.genfrei-gehen.de). Rund 1.500 Mitarbeiter aus der Bio-Landwirtschaft, von Bio-Herstellern, Bio-Groß- und -Einzelhändlern und vielen weiteren aktiven Unterstützern marschierten mit.
So auch die Firma Zwergenwiese Naturkost aus Silberstedt in Schleswig-Holstein, deren 57 Mitarbeiter, alle ausgestattet mit roten Schürzen und roten Zwergenmützen, frühmorgens gemeinsam den Zug nach Berlin bestiegen (www.zwergenwiese.de). Bereits im Vorfeld hatten sich alle an den Vorbereitungen beteiligt, Ideen für Spruchbänder gesammelt und Plakate gemalt, Trommeln und Instrumente von zu Hause mitgebracht. „Es war schön zu erleben, dass alle Mitarbeiter wie eine große Familie einem gemeinsamem Ziel folgen, gemeinsamen Werten verbunden sind, und diese mit viel Kreativität und Freude umsetzen“, sagt Maren Flüh, die bei Zwergenwiese für die Kundenbetreung zuständig ist.
Besonders beeindruckt haben sie die Vorträge prominenter Redner wie Renate Künast oder dem alternativen Nobelpreisträger Percy Schmeiser – der kanadische Landwirt setzt sich seit Jahren aktiv gegen eine Agrarpolitik zur Wehr, die rund um seine Ackerflächen den Anbau von genmanipuliertem Mais zulässt und damit auch seine Pflanzen gentechnisch verändert.
Von den Auswirkungen der Agro-Gentechnik, von Abhängigkeiten, die durch die wenigen, aber großen Saatgutkonzerne in der Welt entstehen, berichteten die Träger des Alternativen Nobelpreises Percy und Louise Schmeiser aus Kanada und Dr. Vandana Shiva aus Indien. Sie können nicht verstehen, warum man in Deutschland und Europa die Grüne Gentechnik vorantreiben möchte, die in Kanada, Nordamerika und vielen Schwellen- und Entwicklungsländern bereits großen Schaden angerichtet hat.
„Es ist höchste Zeit, einzugreifen“, sagt Susanne Schöning, Inhaberin von Zwergenwiese Naturkost. Seit drei Jahrzehnten steht sie mit ihrer Firma für Nahrungsmittel aus 100% biologisch kontrolliertem Anbau – und natürlich aus Rohstoffen, die garantiert frei von Genmanipulation sind. „Damit das so bleibt und nicht wie in weiten Teilen Kanadas und Nordamerikas aufgrund des großflächigen Anbaus genmanipulierten Saatguts eine gentechnikfreie Landwirtschaft schlicht nicht mehr möglich ist, müssen unsere Politiker schleunigst klare Gesetze erlassen. Sonst wird es bald keine gentechnikfreien Lebensmittel mehr geben.“











