(openPR) Der angeschlagenen WestLB droht nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bei ungünstigem Verlauf noch in diesem Jahr die Schließung. Das ergäben Simulationsrechnungen, die dem Aufsichtsrat vorlägen, schreibt das Nachrichtenmagazin. Nach den Berechnungen müsste die Bank mit aktuell rund 5500 Mitarbeitern im Herbst schließen, falls sie erneut von Rating-Agenturen abgewertet würde und die Eigentümer sich nicht auf eine zusätzliche Risikoabschirmung einigen könnten. Denn dann falle die Kernkapitalquote unter die aufsichtsrechtliche Grenze von vier Prozent. Sie liegt laut "Spiegel" derzeit bei 5,9 Prozent.
Eine Banksprecher nannte den Bericht "absurd". "Ein Szenario mit dem Verlust der Banklizenz entbehrt jeder Grundlage." Simulationsrechnungen stelle jede Bank im In- und Ausland an. Dabei würden oft extreme Annahmen getroffen. Die WestLB stehe bei solchen Stresstests aber im Vergleich zu anderen Banken relativ gut da, weil sie ihre "toxischen" Papiere im Volumen von 23 Mrd. Euro bereits Anfang 2008 ausgegliedert habe. Die Bank will weitere, werthaltige Papiere im Umfang von rund 87 Mrd. Euro ausgliedern und benötigt dafür Garantien von bis zu fünf Mrd. Euro, zu denen sich die Sparkassen als Miteigentümer bisher nicht bereiterklärt haben.
Anfang Mai war die WestLB - wie andere Landesbanken - von der Rating-Agentur Standard & Poor - abgewertet worden. Das Rating ist von zentraler Bedeutung für die Refinanzierungskosten der Bank. WestLB-Chef Heinz Hilgert war vergangenen Montag überraschend zurückgetreten und hatte das mit mangelnder Unterstützung durch die Sparkassen begründet. Inzwischen gebe es aber großen Optimismus, dass bis Ende Juni eine Einigung über das neue Garantiepaket zustande kommen werde, hieß es aus der Bank.










