(openPR) Der Befehl von Kelly Kwalik, General der West Papua Befreiungsarmee (TPN), ist der Grund für eine Serie von Explosionen und Schüssen letzte und diese Woche rund um die amerikanische Freeport Mine in West Papua. Kwalik’s Ziel sei die Schließung der Mine, die als die größte Kupfer- und Goldmine der Welt zählt, und internationale Aufmerksamkeit für die Situation in West Papua, dass seit 1963 von Indonesien okkupiert ist. Seit dieser Zeit sind mehr als 100.000 Indigene Papua ums Leben gekommen.
Grund für Kwalik’s Vorgehen gegen Freeport sind die anhaltenden Stammeskonflikte, die durch die Mine ausgelöst werden, die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen an der Indigenen Bevölkerung sowie die schweren Umweltzerstörungen durch die Minenaktivitäten. Diese haben unvorstellbare Auswirkungen auf die Indigenen, die rund um die Mine leben. Freeport pumpt täglich 230.000 Tonnen toxische Minenabwässer in die umliegenden Flusssysteme. Mittlerweile sind weite Teile der Natur völlig zerstört. Tausende Einheimische wurden durch die Minenaktivität aus ihrem Stammesland vertrieben und sind vom indonesischen Militär getötet worden.
Kwalik will damit auch die Aufmerksamkeit auf die Rechtlosigkeit der Indigenen in West Papua und deren Willen zur Unabhängigkeit lenken. Kwalik unterstützt trotzdem weiterhin einen internationalen Dialog um die Situation auf internationalem Parkett zu Gunsten der Indigenen Bevölkerung West Papuas zu lösen.
Paula Makabory vom Institute for Papuan Advocacy & Human Rights in Australien sagt: „Wir können Berichte bestätigen, dass bislang nur die Infrastruktur der Mine Ziel der Operationen war. Kelly Kwalik hat klar gemacht, dass die Mine solange Ziel der Guerilla sein wird, bis West Papuas Unabhängigkeit durchgesetzt ist.“
Erst letzte Woche war die Freeport Mine in die internationalen Schlagzeilen geraten, als Norwegens Regierung bekannt gegeben hatte, dass sie ihre Anteile von 500 Millionen englischen Pfund am britischen Rio Tinto Konzern verkauft habe. Grund dafür ist die 40-prozentige Beteiligung von Rio Tinto an der Freeport Gold- und Kupfermine in West Papua. Die norwegische Finanzministerin Kristin Halvorssen hat den Konzern öffentlich für schwere Umweltsünden und Menschenrechtsverletzungen kritisiert und damit die Entscheidung der Regierung gerechtfertigt: „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Konzern seine Praxis ändert.“ Bereits 2006 hatte der norwegische „ethische Rat“ Rio Tinto und damit indirekt auch Freeport auf die schwarze Liste gesetzt.
Keulig von der Menschenrechtsorganisation Freunde der Naturvölker sagt: „Langsam gerät die gesamte Situation in West Papua außer Kontrolle. Den entscheidenden Grund dafür sehe ich auch in der Ignoranz der Medien und Politik gegenüber diesem Konfliktherd.“
In den letzten Wochen haben verstärkt indonesische Truppen die Grenze zum Nachbarland Papua Neuguinea übertreten und die dortige Bevölkerung terrorisiert und einige sogar getötet. Die Regierung Papua Neuguineas protestierte auf diplomatischen Weg gegen die Grenzverletzungen. Der ehemalige Militärkommandeur von Papua Neuguinea, General Jerry Singirok, betonte in einem Interview gegenüber dem australischem Sender ABC: „Derartige Grenzüberschreitungen gibt es seit 10 Jahren. Aber wir haben nicht die militärischen Mittel unsere Grenze besser zu schützen. Indonesien hat entlang der Grenze tausende Soldaten mit vielen Militärbasen stationiert.“
Indonesien besitzt in der südasiatischen Region die größte und am besten ausgerüstete Armee. Nicht zuletzt dank Freeport, als Indonesiens größten Steuerzahler. Die Eigentümer der Freeport Mc MoRan Copper & Gold Inc. sitzen in New Orleans (USA). Anteile des Konzerns halten unter anderen die indonesische Regierung und auch deutsche Anleger. Exportiert wird nach den USA, England, Australien und Japan. Die ermittelten Erzvorkommen reichen für 45 Jahre. Die prozentualen Erzwerte bei Gold, Silber und Kupfer gehören zu den höchsten in der Welt. Die Förderung beläuft sich auf 125.000 Tonnen Erz pro Tag, wofür etwa 562.500 Tonnen „toter Fels“ bewegt werden müssen.
Inzwischen formiert sich jedoch auch auf internationaler politischer Ebene Solidarität mit dem Volk West Papuas. Am 15. Oktober werden sich in London im House of Parlaments die „Parlamentarier für West Papua“ konstituieren. Dazu geladen haben die britischen Parlamentarier Andrew Smith und Lord Harries. Aus der ganzen Welt werden dazu Politiker erwartet.
Mehr über die Situation in West Papua erfahren Sie in unserem Film: „West Papua – The secret war in Asia“, der im September 2007 Premiere auf der Biennale in Venedig hatte.
Mehr Informationen unter: http://www.naturvoelker.org











