(openPR) München, 06.05.2009 – Smart Meter nehmen als zentrale Kommunikationseinheit im Kontext eines IKT-basierten Energiesystems (E-Energy) eine Schlüsselrolle ein und stellen eine wichtige Technologie zur Steigerung der Energieeffizienz und Senkung der CO2-Emissionen dar. Eine Studie der LMU untersucht deren Akzeptanz bei Verbrauchern.
Smart Meter unterscheiden sich maßgeblich von der bisherigen Zähltechnik (sog. Ferraris-Zähler), da sich Stromkunden über ihren Verbrauch und die damit verbundenen Kosten in Echtzeit informieren können. Dabei regeln diese intelligenten Messgeräte, gestützt auf Vorgaben des Kunden, sowohl die interne Kommunikation mit Inhouse-Geräten (z.B. Haushaltsgeräte, dezentrale Energieerzeugungssanlagen) als auch die externe Vernetzung mit verschiedenen beteiligten E-Energy Akteuren und Komponenten (z.B. Smart Grids, virtuelle Kraftwerke, elektronische Marktplätze für Energie). Durch Smart Metering profitieren Endkunden und Energieversorger gleichermaßen. Verbraucher können ihren Energiebedarf und die Stromkosten durch Lastverschiebung in die Abend- und Nachtstunden reduzieren. Durch höhere Prozesseffizienz (z.B. Vereinfachung von Ableseprozessen sowie Zu- und Abschaltungen) und Vermeidung von teuren Spitzenlasten können auch die Energieversorger Kostenvorteile erzielen.
Das Institut für Information, Organisation und Management der LMU hat eine Studie zur Beurteilung und Nutzungsintention von Smart Metern durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung, an der sich über 200 Personen beteiligten, zeigen, dass die Endkunden großes Interesse an den intelligenten Zählern haben und dass für die Anschaffung eines Smart Meters bei den Verbrauchern eine Zahlungsbereitschaft von ca. 80 bis 100 Euro besteht.
Neben der überwiegend positiven Einschätzung der Nützlichkeit und Usability von Smart Metern zeigt die Studie allerdings auch, dass Endkunden vor allem bezüglich des Datenschutzes und der subjektiven Kontrolle Bedenken hegen. Insbesondere ältere Personen stehen der Technologie mit Skepsis gegenüber.
„Man muss dieses Querschnittsthema der Digitalisierung sehr ernst nehmen und sicher stellen, dass nachhaltige Datenschutzeinrichtungen und –richtlinien implementiert werden“ empfiehlt der Leiter des Instituts für Information, Organisation und Management, Prof. Arnold Picot allen beteiligten Akteuren. „Durch die in Smart Meter integrierte Zusatz- und Mehrwertdienste wie Assistenzsysteme oder Sicherheitsdienstleistungen kann die wahrgenommene Nützlichkeit, insbesondere bei Senioren, gesteigert werden. Aber eine weitere Barriere könnte der Mangel an endkundenspezifischen und lastabhängigen Tarifen sein.“ Prof. Picot befürchtet zudem, dass die schnelle Verbreitung von Smart Metern durch die schwierige Interessenlage bei der Definition von Standards und Schnittstellen zusätzlich erschwert wird.
In mehreren europäischen Ländern werden Smart Meter bereits großzahlig eingesetzt. In Deutschland hingegen kommen Smart Meter vorwiegend nur in den vom BMWi geförderten E-Energy Modellregionen zum Einsatz. Gerade vor dem Hintergrund der Ergebnisse der oben angesprochenen Studie ist das Potenzial jedoch weitaus höher.











