openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Auch bei der Terrorismusbekämpfung Prinzipien unseres Rechtsstaates wahren - keine Ausweitung des Bu

01.01.200410:00 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Auch bei der Terrorismusbekaempfung Prinzipien unseres Rechts-staates wahren - keine Ausweitung des Bundeswehreinsatzes im Innern

Zur Ersten Lesung des Gesetzentwurfes der CDU/CSU fuer eine Aenderung des Grundgesetzes (Artikel 35 und 87a) erklaert die SPD-Bundestagsabgeordnete, Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses Cornelie Sonntag-Wolgast:



Nach der Bluttat von Madrid, nach der Zuspitzung des Nahost-Konflikts in diesen Tagen und nicht zuletzt nach der vorzeitig abgebrochenen Afrika-Reise des Bundespraesidenten wegen ernst zu nehmender Terror-Drohungen ist eine neue Debatte ueber die Bekaempfung des Terrorismus unumgaenglich. Aber unter all den Ueberlegungen zur Gefahrenabwehr ist diejenige zum umfassenden Einsatz der Bundeswehr im Innern unseres Landes die untauglichste. Und zwar aus sicherheitspolitischen, praktischen und gesellschaftlichen Gruenden.

Richtig ist, dass der Terrorismus die globale, transatlantische, europaeische und nationale Sicherheit bedroht. Das bedingt hohe Wachsamkeit, Qualifikation und Einsatz, kluge Vorsorge und die Demonstration der Staerke, die unser Rechtsstaat aufzuweisen hat. Es bedeutet aber eben nicht, die politisch und verfassungsrechtlich gewollte Aufgabenteilung zwischen der Polizei, des Bundes und der Laender einerseits- und der Streitkraefte andererseits- aufzuheben. Den Eindruck zu erwecken, man koenne via Grundgesetzaenderung vollkommenen Schutz vor Anschlaegen gewaehren, die unser Vorstellungsvermoegen uebersteigen, waere ein Irrweg. Ich kann nur dringend davor warnen.

Der zweite Aspekt betrifft die Umsetzung in der Praxis. Woher soll die Bundeswehr eigentlich die geschulten Kraefte nehmen, die polizeiliche Aufgaben so erfuellen koennen, wie es zum Beispiel die Polizisten gelernt haben? Beim Personen- und Objektschutz, bei der Koordinierung eines Gesamteinsatzes, bei der maessigenden Einwirkung auf Menschen im Fall einer Panik? Das Argument, Soldaten wuerden Polizeiaufgaben ja auch etwa im Kosovo oder in Afghanistan uebernehmen, ueberzeugt nicht. Denn dort tut sie es, weil noch keine ausgereiften Polizeistrukturen vorhanden sind. Das alles gibt es aber in Deutschland – beim Bundesgrenzschutz, bei den Polizeien der Laender. Es geht nicht an, dass die Laender ihre durch Sparmassnahmen entstandenen Personalprobleme dadurch entsorgen, dass Streitkraefte als Lueckenbuesser einspringen.

Ein dritter Einwand betrifft unser gesellschaftliches Klima. So besorgt viele Menschen auch angesichts der aktuellen Lage sind, wie sehr auch dazu bereit, Unannehmlichkeiten wie intensivere Kontrollen, Absperrungen, Wartezeiten in Kauf zu nehmen – so deutlich ist auch die Abneigung gegen eine Militarisierung unseres oeffentlichen Lebens. Panzer vor Parlamentsgebaeuden, Soldaten vor Bahnhofshallen - davor scheuen viele zurueck. Und ein lueckenloses Bewachungssystem fuer alle moeglicherweise gefaehrdeten Einrichtungen ist nicht zu erreichen. Wir sollten den Menschen deshalb auch nicht einen absoluten Schutz vorgaukeln.

Reden wir aber auch nicht kaputt, was wir mit dem so genannten Anti-Terror-Gesetzen geleistet haben! Der Verfolgungs- und Ermittlungsdruck ist hoch. Mit den bisher getroffenen Massnahmen ist es immerhin gelungen, geplante terroristische Anschlaege in der Bundesrepublik zu vereiteln. Jetzt geht es darum, unsere in sich gefestigte Sicherheitsarchitektur auf Maengel abzuklopfen, den Informations- und Datenaustausch zu verbessern - in Bund und Laendern, aber auch innerhalb der EU. Wichtig sind Ursachenbekaempfung, Vorbeugung und Voraufklaerung.

Wir bewegen uns auf dem schmalen Grat zwischen Gefahrenabwehr und Freiheit. Die Prinzipien unseres Rechtsstaates muessen wir wahren. Sonst haetten die Terroristen einen Teilerfolg erzielt. Den wollen und duerfen wir ihnen nicht goennen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 29662
 105

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Auch bei der Terrorismusbekämpfung Prinzipien unseres Rechtsstaates wahren - keine Ausweitung des Bu“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von SPD-Bundestagsfraktion

Lkw-Maut: Die Verantwortung liegt bei der Industrie
Lkw-Maut: Die Verantwortung liegt bei der Industrie
  8. September 2003 AG Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Zu dem Bericht von Bundesminister Manfred Stolpe im Ausschuss fuer Verkehr, Bau- und Wohnungswesen heute erklaert der Sprecher der Arbeitsgruppe Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Reinhard Weis, und der Berichterstatter Uwe Beckmeyer:Der Minister hat alle Fragen zu den Schwierigkeiten bei der Einfuehrung der sehr ausfuehrlich beantwortet insbesondere zu den relevanten Komplexen: · Betreibervertrag und Eckpunktepapier · EU-Verfahren · Industrielle Verantwortung · Haftungsfragen und S…
Rot-Gruen verstaendigt sich auf Entfernungspauschale von 15 Cent fuer alle Verkehrsmittel
Rot-Gruen verstaendigt sich auf Entfernungspauschale von 15 Cent fuer alle Verkehrsmittel
23. September 2003 Zur Ausgestaltung der Entfernungspauschale erklaeren der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Joachim Poss und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Buendnis 90 Die Gruenen und Reinhard Loske:Die Fraktionen von SPD und Buendnis 90/Die Gruenen haben sich darauf verstaendigt, die Entfernungspauschale auf 15 Cent pro Kilometer zu reduzieren. Damit sorgen wir fuer ein einfaches und transparentes Verfahren, die Gleichbehandlung aller Verkehrsmittel und ein Einsparvolumen von insgesamt rund…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Causa Schäuble: „Kein leichtfertiger Mensch“Bild: Causa Schäuble: „Kein leichtfertiger Mensch“
Causa Schäuble: „Kein leichtfertiger Mensch“
… Kapitel in der Geschichte des deutschen Rechtsstaates aufzuschlagen. Es geht dem Vernehmen nach sowohl um „kurzfristige Projekte“ und „langfristige Überlegungen“ bei der Terrorismusbekämpfung und die Bürgerinnen und Bürger haben hierzu ihren vermeintlich staatsbürgerlichen Beitrag zu leisten. Dieser Beitrag der Bürger besteht zuvörderst in der erhofften …
Umsetzung des EU-Rahmenbeschlusses zur Terrorismusbekämpfung unzureichend
Umsetzung des EU-Rahmenbeschlusses zur Terrorismusbekämpfung unzureichend
… auf dem Gebiet der inneren Sicherheit 4. Juni 2003: Anlässlich der öffentlichen Sachverständigenanhörung des Rechtsausschusses zur Umsetzung des EU-Rahmenbeschlusses zur Terrorismusbekämpfung erklärt der rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Norbert Röttgen MdB: Die heutige Anhörung im Rechtsausschuss hat die Position der CDU/CSU-Fraktion …
Schäuble I: Erneuter Angriff aufs Grundgesetz
Schäuble I: Erneuter Angriff aufs Grundgesetz
Thema:Terrorismusbekämpfung / Bundestag / Schily / Schäuble Die große Koalition hat weitere Gesetze zur Terrorismusbekämpfung angekündigt. Dazu erklärt Petra Pau, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. und Mitglied im Innenausschuss: Nach dem 11. September 2001 beschloss der Bundestag weit gehende Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung. …
Diakonie-Präsident Ulrich Lilie zu de Maizières Kritik am Kirchenasyl
Diakonie-Präsident Ulrich Lilie zu de Maizières Kritik am Kirchenasyl
… Praxis des Kirchenasyls scharf kritisiert. Dazu Diakonie-Präsident Ulrich Lilie: „Die Kritik des Innenministers am Kirchenasyl verrät ein bestürzend formales Verständnis des Rechtsstaates. Ein intaktes Gemeinwesen lebt weiß Gott eben nicht nur von Richterrecht und Rechtsordnung, sondern ebenso auch von Regulativen der Zivilgesellschaft. Selbstverständlich …
BIW empört über Schächt-Urteil
BIW empört über Schächt-Urteil
… und damit den Tierschutz aushebeln.“ Aus Sicht des BIW darf es eine uneingeschränkte Religionsausübung ohne Rücksicht auf andere Grundrechte bzw. fundamentale Prinzipien des Rechtsstaates in Deutschland nicht geben. Vielmehr ist auch hier stets eine angemessene Abwägung aller betroffenen Rechtsgüter erforderlich. Das rituelle Schlachten von Tieren beabsichtigt …
Verfassung der Republik Usbekistan und die demokratischen Reformen
Verfassung der Republik Usbekistan und die demokratischen Reformen
… wird. Die Verfassung garantiert die persönlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte und Freiheiten der Bürger, die für die Bildung in Usbekistan des demokratischen Rechtsstaates und der rechtmäßigen bürgerlichen Gesellschaft notwendig sind. Das System der staatlichen Macht der Republik Usbekistan ist auf dem Prinzip der Teilung der Mächte …
Umsetzung des EU-Rahmenbeschlusses zur Terrorismusbekämpfung spät und unzureichend
Umsetzung des EU-Rahmenbeschlusses zur Terrorismusbekämpfung spät und unzureichend
… terroristischer Zielsetzung stuft der Gesetzentwurf nicht eindeutig als solche ein 11. April 2003 - Zu dem Gesetzentwurf der Regierungskoalition zur Terrorismusbekämpfung erklärt der rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Norbert Röttgen MdB: Der Gesetzentwurf zur Terrorismusbekämpfung, den die Bundesregierung erst auf Drängen …
Staatsminister Bury vor dem Ministerkomitee des Europarates in Straßburg
Staatsminister Bury vor dem Ministerkomitee des Europarates in Straßburg
… Europarates bei der Schaffung rechtsstaatlicher Prinzipien und Werte in Europa. Er begrüßte, dass der Europarat sich im Rahmen seiner institutionellen Kompetenz der Terrorismusbekämpfung angenommen hat. Terrorismus, wo immer und in welchen Formen er auftritt, stehe in fundamentalem Gegensatz zur Werteordnung des Europarates. Die Bundesregierung bekenne …
Bild: Steuergerechtgkeit mithilfe von Datenpiraten?Bild: Steuergerechtgkeit mithilfe von Datenpiraten?
Steuergerechtgkeit mithilfe von Datenpiraten?
… der Website des Debattenmagazins NovoArgumente veröffentlichten Artikel „Widerrechtliche Jagd auf Steuerhinterzieher“ bezeichnet der Jurist Kai Rogusch diese Entwicklung als eine „Entsorgung des Rechtsstaates“, die wie eine staatliche Anstiftung zum Datenklau wirke. Nach Ansicht des Autors ist der sich zur gängigen Praxis entwickelnde Ankauf von Bankdaten …
Bild: Vorratsdatenspeicherung: Überwachungsindustrie enthüllt ihr wahres GesichtBild: Vorratsdatenspeicherung: Überwachungsindustrie enthüllt ihr wahres Gesicht
Vorratsdatenspeicherung: Überwachungsindustrie enthüllt ihr wahres Gesicht
… Einschränkung mit wirtschaftlichen Subventionen verquickt." Während der Debatte im Bundestag wurde stets mit der Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung zur Terrorismusbekämpfung sowie mit angeblich strikter Zugriffsbeschränkungen argumentiert. Erstere widerlegte SPD-Innenexperte Wiefelspütz bereits mit der Aussage "Vorratsdatenspeicherung hat mit …
Sie lesen gerade: Auch bei der Terrorismusbekämpfung Prinzipien unseres Rechtsstaates wahren - keine Ausweitung des Bu