(openPR) Fachkräfte unterstützen zivilgesellschaftliches Engagement für den Frieden
Köln, 25. November 2008 – Seit 1999 vermittelt die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) qualifiziertes Personal für den Zivilen Friedensdienst (ZFD). Das Programm wurde vor knapp 10 Jahren von der Bundesregierung eingerichtet, um in den Krisengebieten der Welt zivilgesellschaftliches Engagement beim Aufbau von friedlichen Gesellschaften zu stärken. Die Grundidee: Es genügt nicht, die Symptome zu bekämpfen. Die Strukturen, die Gewalt und Zerstörung hervorbringen, müssen von innen verändert werden. Ziel ist die gewaltfreie und konstruktive Bearbeitung von Konflikten bzw. die Verhinderung ihrer gewaltsamen Austragung.
„Wir sind seit mittlerweile 50 Jahren weltweit in der Entwicklungszusammenarbeit tätig. Dank unserer Erfahrungen und Partner-Netzwerke vor Ort können wir gut einschätzen, wo die Friedensarbeit von Partnerorganisationen durch Friedensfachkräfte unterstützt werden kann“, erklärt AGEH-Geschäftsführer Michael Steeb. „Uns ist es dabei wichtig, aus der Perspektive des Partners zu sehen. Es gilt, deren vorhandene Ansätze so zu fördern, dass Friedens- und Versöhnungsprozesse in den jeweiligen Gesellschaften von den Beteiligten selbst getragen werden und wachsen können.
Bewilligt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die so identifizierten Projekte, beginnt die AGEH mit der Suche und Auswahl von geeignetem Personal. Neben einem Hochschulabschluss auf einem Projektrelevanten Fachgebiet, mehrjähriger Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen für eine Tätigkeit im Bereich Friedensarbeit, müssen die Bewerber und Bewerberinnen auch ein aktives Verständnis für christliche Werte mitbringen – dazu gehören Solidarität, gegenseitiger Respekt und Mitmenschlichkeit.
Im Rahmen der Qualifizierung und Vorbereitung entwickelt die AGEH für jede Fachkraft einen individuellen Qualifizierungsplan mit Fortbildungsformaten, die dem jeweiligen persönlichen Profil und den Anforderungen des Projektes entsprechen – dazu gehören Kurse, Trainings, Praktika, Vorträge und Hospitationen
Einsatzgebiete des ZFD sind Konfliktregionen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Friedensfachkräfte unterstützen die Partnerorganisationen unter anderem bei ihrer Arbeit zur Wiedereingliederung von Menschen, die durch Bürgerkriege oder andere gewaltsame Konflikte verfolgt und vertrieben wurden sowie bei psychosozialen Maßnahmen und Traumaarbeit mit Bevölkerungsgruppen, die von Gewalt besonders betroffen sind. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt ist die Friedenspädagogik, die u.a. Trainingsmaßnahmen, oft für Multiplikatorinnen zu Instrumenten gewaltfreier Konfliktbearbeitung beinhaltet.
Die ZFD-Länderkoordinatoren der AGEH unterstützen die einzelnen Fachkräfte in ihren Projekten, vernetzen den ZFD mit den Initiativen anderer internationaler Organisationen und sorgen für einen generellen Erfahrungs- und Informationsaustausch. Im Sinne der gesellschaftlichen Bereitschaft zu Versöhnungsprozessen unterstützen sie die Partner darin, Diskussionen über die Aufarbeitung vergangenen Unrechts in Gang zu setzen, so dass Vorurteile zwischen Bevölkerungsgruppen bewusst gemacht und vermindert werden.
Michael Steeb erklärt: „ ZFD-Projekte allein können bewaffneten Konflikten zwar nicht vorbeugen oder diese beenden. Aber im Zusammenhang mit kohärenten Beiträgen anderer Politikfelder wie Außen-, Wirtschafts-, Finanz- und Sicherheitspolitik auf nationaler und internationaler Ebene und einer engen Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren in den jeweiligen Konfliktregionen kann Gewaltprävention so Wirklichkeit werden“.












