(openPR) Tagung diskutiert die zukünftige Ausrichtung ziviler Konfliktbearbeitung
(Bonn, 1.3.2013) Über eine grundlegend neue Ausrichtung der zivilen Konfliktbearbeitung diskutieren in der kommenden Woche die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Tagung in Bonn, die von der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Plattform Zivile Konflikt-bearbeitung gemeinsam ausgerichtet wird:
Den Frieden fördern – aber wie?
Werte und Prinzipien einer Friedenslogik
Donnerstag, 7. März, bis Samstag, 9. März 2013
Friedensförderung will daran mitwirken, dass Konflikte mit Gewaltpotential nicht eskalieren und die Beteiligten sich auf alternative Lösungswege einlassen. Die Akteure können dabei auf unterschiedliche Strategien zurückgreifen, doch eine allgemeingültige „Gebrauchsanweisung“ gibt es nicht. Denn Friedenslogik ergibt sich aus einem Gefüge von Faktoren, die in jedem konkreten Fall anders zusammenwirken.
Die Tagung will dem Erfolg oder dem Misserfolg der bisherigen Praxis auf die Spur kommen und Handlungsprinzipien für die zukünftige Arbeit entwickeln. Vor allem soll ein Paradig-menwechsel eingeleitet werden: Der Sicherheitsbegriff stand bisher im Mittelpunkt aller theo-retischen und praktischen Überlegungen der Akteure. Zukünftig soll der Friedensprozess selbst der Fokus aller Bemühungen sein.
Referenten und Teilnehmer diskutieren Fragen wie: „Welche Konstellationen von Rahmen-bedingungen und handelnden Personen haben Friedensprozesse begünstigt?“ „Wo und wa-rum haben sich gute Absichten ins Gegenteil verkehrt?“
So stellt z.B. Dr. Désiré Nzisabira, Koordinator des Zivilen Friedensdienstes und der Arbeits-gemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. (AGEH) in Uganda, seine „Lektionen aus der Inter-nationalen Praxis“ vor. Jochen Neumann von KURVE Wustrow – Bildungs- und Begeg-nungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V., Wustrow, ergänzt sie mit „Lektionen aus der deut-schen Praxis“.
In Arbeitsgruppen geht es darum, inwieweit Frühwarnung, Kampagnenarbeit und Advocacy-Arbeit, Friedenserziehung, Mediation oder Öffentlichkeitsarbeit und Friedensjournalismus zur Konfliktlösung beitragen können.
Einen Schlussakzent setzt die Podiumsdiskussion „Gemeinsam stark für den Frieden“. Das hochkarätige Podium ist besetzt mit:
der Politikwissenschaftlerin Professor Dr. Thania Paffenholz vom Graduate Institute of Inter-national and Development Studies (HEID), Genf. Die ausgebildete Friedensfachkraft geht in einer ihrer jüngsten Publikationen „Civil Society and Peacebuildung“ (2010) ausführlich auf die Rolle der Zivilgesellschaft bei Konflikttransformation und Friedensförderung ein.
dem freien Berater Peter Schumann. Schumann ist Lehrbeauftragter des Fachbereichs Poli-tik- und Verwaltungswissenschaft an Universität Konstanz. 1983 - 2007 war er in verschie-denen Funktionen im Auftrag der Vereinten Nationen in mehr als 20 Ländern sowie in New York am Sitz der Vereinten Nationen tätig. Sein Forschungsschwerpunkt sind internationale Interventionen in internen staatlichen Konflikten.
Natascha Zupan, seit 2007 Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FrEnt), einem Zusammenschluss von staatlichen Organisationen, kirchlichen Hilfswerken, zivilgesellschaftlichen Netzwerken und politischen Stiftungen. Die Islamwissenschaftlerin und Historikerin ist ausgebildete Friedensfachkraft und war u.a. als Beraterin für Friedensförde-rung in Bosnien & Herzegowina, Serbien & Montenegro und Mazedonien beim Schweizer Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten
Dr. Désiré Nzisabira. Der promovierte Jurist arbeitet seit 2008 als Koordinator des Zivilen Friedensdienstes für die AGEH in Uganda und berät das katholische John Paul II. Justice and Peace Center in der ugandischen Hauptstadt Kampala
Journalistinnen und Journalisten sind zur Teilnahme und Berichterstattung an der Tagung oder an einzelnen Vorträgen willkommen. Die Teilnahme ist für sie kostenlos; lediglich für die Übernachtung erheben wir eine Pauschale von 25,00 Euro. Wir bitten um vorherige Anmel-dung.
Das ausführliche Programm finden Sie unter:
http://www.ev-akademie-rheinland.de/tagungen/tagung/den-frieden-foerdern---aber-wie--35










