(openPR) TAGUNGEN DER EVANGELISCHEN AKADEMIE IM RHEINLAND IM ERSTEN HALBJAHR 2013
(Bonn, 22.1.2013) Mit dem VII. Forum Neuroethik, dieses Mal zum Thema "Demenz", ist die Evangelische Akademie im Rheinland am vergangenen Wochenende in das erste Tagungs-Halbjahr 2013 gestartet. Insgesamt 22 Tagungen bieten bis zum Sommer Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir in Frieden, mit Toleranz, im Einklang mit der Schöpfung und im Austausch mit anderen Religionen leben können.
"So sehr der christliche Glaube im theologischen Sinne als persönliche Angelegenheit verstanden werden kann, so wenig ist er eine private Angelegenheit", unterstreicht Akademiedirektor Dr. Frank Vogelsang. "Im Glauben ist die ganze Person, in all ihren sozialen und kulturellen Verbindungen, angesprochen. Der ganze Mensch steht vor Gott, also auch als Familienmitglied, als Gemeindemitglied, als Mitglied in der Gesellschaft."
Dementsprechend greift die Akademie, die im November 2012 erneut das Gütesiegel Weiterbildung erhalten hat, in ihren Tagungen offene individuelle und gesellschaftliche Fragestellungen auf. Im ersten Halbjahr 2013 sind dabei Welt- und Glaubensverständnis, Friedensethik, Krisenbrennpunkte und bürgerschaftliches Engagement Kristallisationspunkte.
Ausgehend von der Erfahrungswelt des Einzelnen geht es z.B. um die verschwiegene gesellschaftliche Macht der Schönheit in unserer mediengeprägten Kultur ("Unser schöner Körper"; 22./23. März). Unser Weltverständnis wird in hohem Maß durch Naturwissenschaften und Technik geleitet. Die Tagung "Wo ist Gott?" setzt sich damit auseinander, wie der christliche Glaube im öffentlichen Raum trotzdem sprachfähig bleiben kann (24./25. Mai).
Bei "Stadt der Zukunft – Stadt der Hoffnung" (22./23. März) geht es um kreative, langfristige Sozialraumplanung in den Städten, an der sich auch Bürgerinnen und Bürger, Stadtteilinitiativen, Kirchen, Unternehmen und weitere Interessengruppen beteiligen können. Das christliche Friedensgebot und die Realität der Auslandseinsätze der Bundeswehr sind widerstreitend. Mit diesem Dilemma beschäftigt sich am 5. Februar der 6. Friedensethischer Studientag in Koblenz ("Du sollst nicht töten. Zum Dilemma der Gewalt"). Vom 7. bis 9. März laden Akademie und die Plattform für Zivile Konfliktbearbeitung dazu ein, dem Erfolg oder Misserfolg der bisherigen zivilen Friedensarbeit auf die Spur zu kommen. Auf Grundlage dieses Rückblicks soll die zukünftige Arbeit neu ausgerichtet werden.
2013 ist innerhalb der Lutherdekade der Toleranz gewidmet. Doch wie weit darf Toleranz gehen, ohne zur Gleichgültigkeit zu werden? Die Tagung zum Themenjahr setzt sich auseinander mit "Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und zunehmender Gewalt". Dabei geht sie sowohl auf deutsche Entwicklungen ein als auch auf die zunehmenden Erfolge rechter Parteien und Gruppierungen in Europa (12./13. April).
Die Akademietagungen leben davon, strittige Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Durch Kooperationen kann diese Mehrdimensionalität bereits in die Planungsphase einfließen. Auch in den kommenden Monaten macht sich die Akademie das zu Nutze. Neben bewährten Kooperationen wie mit der Universitätsklinik für Epileptologie in Bonn, der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, der European Society for the Study of Science and Theology (ESSSAT) hat sie neue Partner gewonnen, z.B. das Asienhaus oder das Evangelische Rundfunkreferat Saar. Gemeinsam mit dem SR 2 KulturRadio haben das Rundfunkreferat und die Akademie eine Themenreihe zu Theologie und Naturwissenschaften für die "Radiokirche 2013" entworfen.
Mit Buchveröffentlichungen und mit unterschiedlichen Angeboten im Internet bietet die Akademie weitere Möglichkeiten zu Information, Diskussion und Vernetzung über die Tagungen hinaus. Die Akademie-Website www.ev-akademie-rheinland.de gibt Auskunft über Einzelheiten und weiterführende Hinweise.
Das Halbjahresprogramm mit allen Tagungen von Januar bis Juli 2013, Hinweisen auf Neuerscheinungen aus der Akademiearbeit und Kontaktdaten kann bei der Akademie angefordert werden (








