(openPR) ...zur Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Bahn AG
Nichts gelernt
Die neue Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Bahn AG ist schon deswegen mehr als peinlich, weil die Bahn AG bereits im Sommer 2008 mit ungerechtfertigter und unethischer Bespitzelung aufgefallen ist.
Berechtigtes Interesse darf nicht diskreditiert werden
Jedes Unternehmen hat ein Recht darauf, sich zu schützen. So wie jeder Bürger ein Recht darauf hat, dass seine persönlichen Daten geschützt bleiben. Die Tatsache, dass ein Unternehmen diesem berechtigten Interesse folgt, indem es sich vor Missbrauch oder Betrug schützen will, ist weder unethisch noch illegal. Dabei gilt es jedoch Recht und Gesetz zu beachten.
Legale Mittel zum Schutz von Unternehmensinteressen sind ausreichend vorhanden
Im Zweifel, ob eine Schutzmaßnahme legal ist oder nicht, stehen den Unternehmen Polizei und Landeskriminalamt zur Seite. Es ist für den EVW nicht verständlich, warum Unternehmen meinen, sie könnten sich besser und allein vor dem Missbrauch oder Betrug schützen. Die staatlichen Stellen außen vor zu lassen, zeugt von einer gewissen Selbstüberschätzung.
Macht korrumpiert
Je mächtiger Menschen werden, desto mehr unterliegen sie der Gefahr, dass sie sich von der Realität entfernen. Gerade Manager in wichtigen und mächtigen Funktionen müssen darauf achten, dass sie ihre Macht nicht missbrauchen. Die aktuellen Vorfälle zeugen von einem Machtmissbrauch, der nur dann zustande kommt, wenn Menschen nach dem Motto handeln: der Zweck heiligt die Mittel. Der Vertrauensverlust in die Redlichkeit deutscher Manager wird durch diese Vorfälle nur noch zunehmen. Der EVW beklagt dies umso mehr, als die Menge der Manager, die sich redlich und anständig benehmen, bei weitem die Menge der unredlichen Manager übersteigt.
Der Bahn AG ist zu wünschen, dass sie so schnell wie möglich alle Karten auf den Tisch legen, damit vorschnellen Urteilen Einhalt geboten wird und im Sinne aller Betroffenen so schnell wie möglich die Fälle aufgeklärt werden. Durch Verschleppen, Vertuschen oder Bestreiten wird der Imageschaden für die die Bahn AG und die Deutsche Wirtschaft sich insgesamt nur erhöhen.
Ulf D. Posé
(Präsident)







