(openPR) Menschen werden immer älter. Nehmen wir das Beispiel Schleswig-Holstein: Ab 2011 sinken im nördlichsten Bundesland die Einwohnerzahlen. Bis 2015 gibt es 90000 mehr ältere Menschen im Land. Insbesondere die Zahl der sogenannten hochbetagten Menschen über 85 Jahre nimmt zu. Bis 2015 um 25 Prozent und bis 2025 um 80 Prozent. Diese Zahlen sind ähnlich in der gesamten Bundesrepublik.
Auf die Veränderungen wird sich unsere Gesellschaft einstellen müssen. Es wird darum gehen, intelligente Lösungen frühzeitig zu entwickeln, die geeignet sind, die Lebensqualität älterer Menschen zu fördern. Dies betrifft insbesondere diejenigen Älteren, die allein leben, weil der/die Lebenspartner/in verstorben ist und/oder deren Angehörige weit entfernt wohnen.
Aber welche alternativen Modelle gibt es? Wie könnte ein neuer Weg in der Seniorenbetreuung aussehen und ist nicht das Pflegeheim die vernünftige,
richtige Entscheidung?
Nein, nicht immer. Fakt ist: die meisten älteren Menschen wollen am liebsten in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Und der Gang ins Altersheim wird so lange wie möglich herausgeschoben. Man weiß sich mit „Bordmitteln“ zu helfen. Sind die Menschen pflegebedürftig, so kommt ein bis zweimal am Tag ein ambulanter Pflegedienst. Zuweilen gibt es Unterstützung in der Hausarbeit durch Angehörige oder Haushaltshilfen. Damit wären die Bereiche Pflege und Hausarbeit als sogenannte instrumentelle Betreuungsbereiche abgedeckt. Doch das Angebot einer lediglich instrumentellen Betreuung ist nicht ausreichend. Viele ältere Menschen benötigen sehr viel mehr: aktivierende Begleitung, praktische Lebenshilfe und Kommunikation, wenn Kontakte fehlen.
Zunehmend plädieren Sozialforscher für den Ausbau ambualnter Unterstützungsleistungen als Alternative. Das heißt: Ambulante Pflegeleistungen mit hauswirtschaftlichen Unterstützungsleistungen und Seniorenassistenz kombinieren.
Senioren-Assistenz ist eine neue Dienstleistung in der nichtpflegerischen Seniorenbetreuung, die qualifiziert und professionell bereits in Schleswig-Holstein angeboten wird. Senioren-AssistentInnen bieten Senioren aktivierende Begleitung, Unterstützung im Alltag und ein Mehr an Lebensqualität. Hier geht es um den Bereich der emotionalen Betreuung als fehlendes Glied zwischen den instrumentellen Bereichen Pflege und Hausarbeit. Eine Tätigkeit, die in Schleswig-Holstein und Hamburg lebenserfahrene Menschen durchführen, die für diese Aufgabe in einer 130-stündigen Weiterbildung qualifiziert worden sind – für Seniorenberatung, psychologische Begleitung, für Beschäftigungsassistenz und im organisatorischen Bereich.
Insbesondere für allein lebende ältere Menschen ergibt sich die Möglichkeit, mit der Unterstützung von SeniorenassistentInnen den Alltag bewältigen und zu Hause wohnen bleiben zu können. Doch es gibt ein Problem. Bei einem Stundensatz zwischen 15 und 22 Euro können sich viele Menschen eine/n Seniorenassistentin/en nicht leisten. Zuschüsse der Pflegekasse wären eine vernünftige Lösung. Denn qualifizierte Seniorenassistenz ist eine Chance für die Gesellschaft. Sie holt alte Menschen aus dem Vergessenwerden am Rande der Gesellschaft ins Leben herein. Somit handelt es sich um eine Dienstleistung, die einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Betreuungs- und Pflegekosten leistet. Damit bietet die qualifizierte Seniorenassistenz eine Wertschöpfung, die messbar ist.
Und es gibt einen weiteren Vorteil. Angesichts der politischen Diskussion, die darauf abzielt, Menschen um die 50 Jahre in Arbeit zu bringen und angesichts der demographischen Entwicklung bietet der Dienstleistungssektor Seniorenbetreuung gerade für die Gruppe lebenserfahrener Menschen zwischen 40 und 60 eine berufliche Perspektive.
Rund 50 Seniorenassistentinnen aus Schleswig-Holstein und Hamburg wurden zwischenzeitig ausgebildet. Seit Mittel 2008 wird die Vermittlung dieser Dienstleistung kostenlos über den Seminaranbieter Ute Büchmann|Seminare, Schwentinental bei Kiel angeboten.
Ute Büchmann













