(openPR) Bonn, 8. Oktober 2008 – Müllerlehrling und Zauberschüler ist Krabat im gleichnamigen Film, der morgen im Kino anläuft. Mit dem dargestellten Berufsalltag im 18. Jahrhundert haben Müller, die heute „Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft“ heißen, nicht viel zu tun. „Krabat würde eine moderne Mühle nicht wiedererkennen“, sagt Andreas Bolte, Referent für Aus-bildungsfragen beim Verband Deutscher Mühlen e.V. (VDM), Bonn. „Statt Säcke schleppen, Kammer fegen und Mühlrad wechseln stehen für Verfahrenstechnologen heute High-Tech, Computer-steuerung und Qualitätsüberwachung im Mühlenlabor auf dem Programm.“
Verfahrenstechnologen sind für fachgerechte Getreideverarbeitung und Lebensmittelherstellung verantwortlich. In der Getreidemühle fertigen sie aus Getreide, überwiegend Weizen und Roggen, Mehl und weitere Mahlerzeugnisse wie Grieß oder auch Futtermittel. Rund 3.000 Müllerinnen und Müller schaffen mit ihren Mahlerzeugnissen die Grundlage für Deutschlands weltweit unerreichte Brotvielfalt. Doch Mehl ist nicht nur in Brot enthalten, sondern auch in Pizza, Pasta, Soßen, Suppen, Süßwaren, Fertiggerichten oder Babynahrung. Jeder Deutsche verbraucht jährlich 67,1 kg Mahlerzeugnisse. Das zeigt, wie wichtig Getreide, Mehl und Backwaren als gesunde Lebensmittel sind.
Handwerk, aber kein Hexenwerk: Nach drei Jahren Experte für Getreideverarbeitung
Zwei Drittel der rund 300 Auszubildenden zum/zur Verfahrenstechnologen/in in Deutschland arbeiten in Getreidemühlen, ein Drittel bei Futtermittelherstellern, Lagerbetrieben, Schäl-, Reis-, Gewürz- und Ölmüh-len. Mindestvoraussetzung für die Ausbildung sind der Abschluss einer allgemeinbildenden Schule, Interesse an Lebensmittelherstellung, chemischen und biologischen Vorgängen sowie eine technisch-handwerkliche Neigung. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird mit der Gesellen- oder Abschlussprüfung zum/zur Verfahrenstechnologen/in in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft abgeschlossen. Weiter-bildungsmöglichkeiten sind die Meisterschule oder ein Studium an der Deutschen Müllerschule Braun-schweig mit weiteren Entwicklungsmöglichkeiten, beispielsweise zum/zur Diplom-Müllereitechniker/in, Techniker/in in der Lebensmitteltechnologie oder Lebensmittelingenieur/in. Auch anderen Spezialisten bieten Mühlen eine Perspektive, vom Industriekaufmann über Laboranten bis hin zu EDV- oder Logistik-Fachkräften.
Weitere Informationen zum Beruf unter www.muehlen.org/muellerberuf.pdf. Unter www.muehlen.org finden sich weiteres Informationsmaterial zum Bestellen oder Downloaden und Mühlenbetriebe in der Nähe.
Zum Film „Krabat“
Der 14-jährige Krabat beginnt eine Lehre in einer geheimnisvollen Mühle im sächsischen Schwarzkollm bei Hoyerswerda – und findet sich in der Hand eines Magiers. In der Verfilmung des Buchs „Krabat“ von Otfried Preußler aus dem Jahre 1971 wirken Daniel Brühl, Robert Stadlober und Anna Thalbach mit. Krabats Geschichte spielt zu Beginn des 18. Jahrhunderts und geht zurück auf eine Sage.












